Augsburg - Das spektakuläre 3:3 gegen den 1. FSV Mainz 05 weckte Erinnerungen. "Man hat über die 90 Minuten die Augsburger gesehen, die man teilweise aus der letzten Saison kennt", sagte Markus Feulner. Doch Yoshinori Mutos Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit riss den FC Augsburg aus seinen Träumen zurück in die bittere Realität. Trotz des hauchdünn verpassten Befreiungsschlags überwog beim Tabellenletzten das Positive.

Erstmals punkteten die Fuggerstädter in der Bundesliga noch nach einem 0:2-Rückstand. "Eine Minute hat gefehlt, dass wir diese tolle Energieleistung krönen", ärgerte sich Trainer Markus Weinzierl über den verpassten Sieg. Bis dahin war es über weite Strecken eine überzeugende Vorstellung des Tabellenletzten, dem die eigene Leistung Mut machte. "Wir haben gesehen, dass wir nicht spielen wie ein Letzter", betonte Feulner, der mit seinem Lattenkracher in der Anfangsphase die Marschrichtung vorgab.

Neues Selbstvertrauen, alte Schwächen

Raul Bobadilla erzielte das dritte Tor für die Augsburger. © gettyimages / Alexander Hassenstein

Beflügelt von dem souveränen 3:0 im DFB-Pokal beim SC Freiburg übernahmen die Hausherren selbstbewusst von Beginn an das Kommando. Durch frühes Pressing ließen die bayerischen Schwaben die Mainzer nicht ins Spiel kommen. Die Kombinationen wirkten sicherer als zuletzt. Dennoch bleibt die ausbaufähige Chancenverwertung ein Dauerthema. "Wir haben sehr gut angefangen, haben uns aber nicht dafür belohnt", gestand Markus Feulner.

Hinzu kamen die im bisherigen Saisonverlauf ebenfalls schon häufiger gezeigten Nachlässigkeiten in der Defensive. Zwei Mal schossen die Gäste in der ersten Hälfte in Person von Muto aufs Tor, zwei Mal zappelte der Ball im Netz. Und beide Male präsentierte sich die Augsburger Hintermannschaft nicht entschlossen genug und gewährte zu viele Freiräume. Zuhause hat Augsburg nun schon zwei Gegentore mehr als in der gesamten Hinrunde der Vorsaison kassiert.

"Wir haben uns nicht unterkriegen lassen"

Doch anstatt sich nach diesen Nackenschlägen ihrem Schicksal zu ergeben, bewies Weinzierls Elf Nehmerqualitäten. "Wie die Mannschaft gefightet hat, zeigt, dass sie intakt ist und unbedingt will", erkannte der Coach. Und Feulner ergänzte: "Wir haben uns von dem 0:2 nicht unterkriegen lassen und sind zurückgekommen."

Augbsurgs Trainer Markus Weinzierl will von einem Rückschlag nichts wissen.

Angetrieben vom unbändigen Willen erzielten die Augsburger erstmals in dieser Saison mehr als zwei Tore in einem Spiel. Paul Verhaeghs Elfmetertor noch vor der Pause sowie die Treffer von Ja-Cheol Koo und Raul Bobadilla brachten den FCA vermeintlich auf die Siegerstraße und versetzten das Publikum in eine euphorische Stimmung, wie man sie in der Arena lange nicht erlebt hat.

Voller Optimismus ins nächste Heimspiel

Auch wenn der Mannschaft der volle Lohn in Form von drei Punkten noch entrissen wurde, wollte bei den Augsburgern niemand von einem Rückschlag sprechen. "Die letzten Wochen waren nicht einfach, aber wir haben es immer wieder geschafft die Mannschaft aufzurichten. Das werden wir auch jetzt wieder schaffen", gab sich Weinzierl kämpferisch. Sein Team setzte mit der aufopferungsvollen Leistung ein starkes Lebenszeichen, darauf gilt es aufzubauen. "Wir müssen nach vorne schauen", sagte Markus Feulner. "Wir haben als nächstes wieder ein Heimspiel gegen Bremen und da müssen wir an unsere Leistung anknüpfen."

Zuvor steht allerdings noch in der Europa League das Spiel gegen AZ Alkmaar auf dem Plan. Dass man sich mit überzeugenden Auftritten in Pokalwettbewerben den nötigen Schwung für die Liga holen kann, haben die Augsburger unlängst bewiesen.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz