Dortmund - Im 30. Pflichtspiel der Saison fehlte Hannover 96 einfach die Frische, um gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund mithalten zu können. Das zuvor als Duell auf Augenhöhe titulierte Achtelfinale im DFB-Pokal war von Beginn an eine klare Angelegenheit zugunsten des BVB. Für die "Roten" geht es nun nach 53 Pflichtspielen im Jahr 2012 in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub. Trotz des unschönen Abschlusses mit dem 1:2 in Düsseldorf in der Liga und dem 1:5-Pokal-Aus beim Cupverteidiger blickt Hannover auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

"Wir sollten uns an die Highlights des Jahres erinnern und uns die Stimmung durch einen solchen Saisonabschluss nicht trüben lassen. Wir hatten insgesamt ein gutes Jahr", sagte Verteidiger Mario Eggimann nach der Partie in den Katakomben des Signal Iduna Parks.

Platz 7 und Europa League Viertelfinale



Mit Platz 7 in der vergangenen Saison und dem Erreichen des Europa League Viertelfinals, in dem man gegen den späteren Sieger Atletico Madrid ausschied, sorgte Hannover in diesem Jahr für herausragende Leistungen, die auch bei der Konkurrenz für Anerkennung gesorgt haben. "Ihr habt Großartiges geleistet in Hannover, davor ziehen wir alle den Hut. Wir wünschen Euch allen Erfolg in der Liga und in Europa", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Richtung Mirko Slomka.

Hannovers Trainer, der unlängst seinen Vertrag bis 2016 verlängert hat, war unter dem Eindruck der Pokal-Pleite dennoch ein wenig zerknirscht. "Jetzt stehen wir nach einem tollen Jahr blöd da. Es war nicht das leidenschaftliche Pokalspiel von uns, das wir uns erhofft haben. Es war eine verdiente Niederlage. Dortmund hat uns in der ersten Halbzeit schön durcheinandergewirbelt."

Gute Pokal-Bilanz gegen den BVB



Dabei hatte die Statistik vor dem Spiel durchaus Grund zur Hoffnung auf ein Weiterkommen gemacht. Immerhin hatten die Niedersachsen in allen bisherigen vier Pokal-Duellen mit dem BVB den Platz als Sieger verlassen. Doch bereits in der zweiten Minute machte Dortmunds Jungstar Mario Götze mit seinem 1:0 deutlich, dass sich das Kapitel DFB-Pokal 2012/13 für Hannover nach 90 Minuten erledigt haben dürfte. "Die Dortmunder spielen einen erstklassigen Fußball. Vor allem auch Mario Götze, der für mich zu den absoluten Weltklasse-Fußballern gehört. Sie haben ein super Direktspiel und haben uns damit das Leben schwer gemacht", erklärte Eggimann.

Probleme in der Defensive



Mit 23 Punkten liegt Hannover als Elfter zwar nur drei Punkte hinter den internationalen Plätzen, Sorgen bereiten dürften Trainer Slomka allerdings die Abwehrschwäche - mit 31 Gegentoren nach Hoffenheim die zweitschlechteste Defensive - und die magere Auswärtsbilanz seines Teams mit nur sechs Punkten auf fremdem Platz.

"Wir müssen jetzt die vergangenen Spiele analysieren und jeder Spieler muss seine Schlüsse daraus ziehen, damit die Fehler zukünftig nicht wiederholt werden", sagt Sergio Pinto und Kapitän Steven Cherundolo fügt hinzu, dass "wir jetzt unsere Fehler analysieren müssen, um sie in der Zukunft zu vermeiden. Trotzdem blicke ich auf ein gelungenes Jahr zurück und bin zuversichtlich, dass sich die Mannschaft im neuen Jahr wieder aufrappelt".

Dafür gilt es, nun neue Kraft zu tanken, um die bevorstehenden Aufgaben in Liga (Rückrundenauftakt am 18. Januar bei Schalke 04) und Europa League (gegen Eto'o-Club Anschi Machatschkala) mit neuer Frische anzugehen.

Aus Dortmund berichtet Markus Hoffmann