München - Nach den unterschiedlichen Erfolgserlebnissen im Pokal bietet sich für die Bundesligisten am 10. Spieltag die Chance zur Wiedergutmachung beziehungsweise zur Bestätigung der aufstrebenden Form. Besonderer Fokus liegt dabei auf Frank Schaefer, der in Köln gegen Hamburg sein Debüt als Trainer bei einem Bundesliga-Spiel erlebt (alle Samstagspartien ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio)

1. FC Köln - Hamburger SV

Die Partie gegen den Tabellensechsten ist das erste Bundesligaspiel für das neue Kölner Trainerteam um Frank Schaefer und Dirk Lottner. Ein gelungenes Pflichtspieldebüt feierte das Duo bereits in der 2. Pokalrunde, als der FC gewann gegen den TSV 1860 München mit einem 3:0-Sieg ins Achtelfinale einzog.

Schaefer: "Mit Selbstbewusstsein und Leidenschaft punkten"

"Das Erfolgserlebnis gegen 1860 tut der Mannschaft sehr gut. Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass Erfolgserlebnisse Prozesse in Gang setzen, die der Mannschaft sehr gut tun. Ich glaube, dass wir durch das Erfolgserlebnis, das sich die Mannschaft redlich verdient und erarbeitet hat, ein Stück weitergekommen sind. Diesen Schwung werden wir mitnehmen", kündigte Schaefer an, der neben den Langzeitverletzten auch auf Petit (Muskelfaserriss) verzichten muss.

"Zwar sind die Hamburger eine Spitzenmannschaft, und wir können nicht erwarten, dass wir den Gegner in Grund und Boden spielen, aber mit Selbstbewusstsein und Leidenschaft können wir am Samstag punkten", so Schaefer. Für den Trainer geht es in seiner Arbeit momentan hauptsächlich darum, "ein Gefühl für die Spieler zu entwickeln, ihnen Lockerheit zu vermitteln und somit Schritt für Schritt nach vorne zu kommen."

Große Verletzungssorgen beim HSV

Die Hamburger reisen dagegen mit einer 2:5-Pokalpleite gegen Eintracht Frankfurt in die Domstadt. In der Bundesliga sind die Norddeutschen aber wieder auf Kurs, die letzten drei Spiele wurden nicht verloren. Von der Kölner Euphorie, die nach dem Heimsieg gegen 1860 in der Rhein-Metropole herrscht, will sich der HSV nicht beeinflussen lassen. Eine Reaktion der Mannschaft forderte Michael Oenning. "Wichtig ist, dass wir uns auf uns konzentrieren. Wir fahren zum Tabellenletzten und müssen da die drei Punkte mitnehmen. Das ist auch eine Frage des Anspruchs", sagte der HSV-Co-Trainer, der in Frankfurt den grippekranken Chefcoach Armin Veh vertrat.

Dass die Gäste dabei das Heft des Handelns in die Hand nehmen müssen, glaubt Marcell Jansen. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Kölner von Beginn an mit Mann und Maus stürmen werden, sondern zunächst eher abwartend spielen. Die sich bietenden Chancen müssen wir dann nutzen. Und wir müssen es vermeiden, die Bälle leichtfertig zu verlieren. Denn dann wird der FC versuchen, mit schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen", sagte der HSV-Linksverteidiger, dessen Einsatz wegen eines gebrochenen Zehs fraglich ist. Auch die Rückkehr der in Frankfurt schmerzlich vermissten Ruud van Nistelrooy (Oberschenkelprellung) und Collin Benjamin (Knieprellung) ist offen. David Jarolim, Frank Rost, Dennis Aogo, Dennis Diekmeier, Eljero Elia und Romeo Castelen fehlen ohnehin, Zé Robertos Einsatz ist durch einen grippalen Infekt bedroht.




SV Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

Die Gemütslage an der Weser ist nach dem unglücklichen Pokal-Aus beim FC Bayern noch etwas gedrückt. Als Stimmungsaufheller soll daher ein erfolgreicher Auftritt gegen den 1. FC Nürnberg dienen. Coach Thomas Schaf erwartet defensiv kompakte, flink konternde und selbstbewusste Gäste: "Es liegt an uns, das Ganze aufzuwühlen und durcheinanderzubringen."

"Wir sind natürlich immer noch sehr enttäuscht darüber, dass wir im DFB-Pokal ausgeschieden sind. Aber das Nürnberg-Spiel bietet uns nun die Gelegenheit, die Dinge noch besser zu machen", erklärte Schaaf, während Geschäftsführer Klaus Allofs auf den positiven Trend der Werderaner in der Liga aufmerksam machte: "Wir haben in der Bundesliga zuletzt eine gute Serie hingelegt. Es ist eine Frage der Zeit bis wir wieder im oberen Bereich der Tabelle angelangt sind. Die Teams ab Platz 3 sind in Reichweite."

Hecking hofft auf ersten Sieg in Bremen

Der "Club" erreichte am Mittwoch durch einen ungefährdeten 3:0-Sieg gegen Elversberg das Pokal-Achtelfinale, auch die jüngsten Leistungen in der Liga lassen die Franken mit breiter Brust die Reise in den Norden antreten. "Wir fahren mit einer gewissen Vorfreude nach Bremen", erklärte FCN-Trainer Dieter Hecking, auch weil "wir bei vermeintlich starken Gegnern, wie in Hamburg und Leverkusen, sehr diszipliniert gespielt und dort etwas mitgenommen haben." Zwei Unentschieden, um genau zu sein.

Gewonnen haben die Nürnberger in dieser Saison auswärts noch nicht. Mit den ersten drei Punkten auf fremdem Platz würden die "Cluberer" ihrem Trainer eine ganz besondere Freude machen. "Ich habe noch nie als Trainer in Bremen gewonnen, das würde ich gerne ändern", sagte Hecking. Beim "Club" sind für Samstag alle Mann an Bord - nur hinter dem Einsatz von Ilkay Gündogan (grippaler Infekt) und Per Nilsson (Oberschenkelverhärtung) steht noch ein Fragezeichen. Werder muss wohl den Ausfall von Rechtsverteidiger Clemens Fritz (muskuläre Probleme) kompensieren. Zwischen den Pfosten wird erneut Sebastian Mielitz den am Knie verletzten Tim Wiese ersetzen.




VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart

DFB-Pokal schön und gut, aber wirklich drauf an kommt es erst am kommenden Samstag - so die einhellige Stimmung im "Wölfe"-Lager vor dem Heimspiel gegen Stuttgart. "Victoria Hamburg war ein Pflichtsieg", sagt etwa Diego Benaglio. "Natürlich war es gut, dass wir ohne größere Probleme eine Runde weitergekommen sind. Aber die Konzentration liegt nun voll und ganz auf dem VfB, was sicherlich keine einfache Aufgabe wird", so der Schweizer Torhüter, der nach seiner Verletzungspause vor einem Comeback steht. Nach zuletzt zwei Liga-Niederlagen in Folge brauchen die Niedersachsen dringend drei Punkte, um den Anschluss nach oben nicht zu verlieren.

Doch der Zeitpunkt, um auf die Schwaben zu treffen, scheint nicht gerade günstig. Nach einem Gruselstart mit sechs Niederlagen aus den ersten sieben Spielen hat sich der VfB soeben erst wieder berappelt, holte unter Neu-Trainer Jens Keller, der mit den "Wölfen" (79 Pflichtspiele) einst in die Bundesliga aufgestiegen ist, vier Punkte aus zwei Partien und kam ebenso wie die "Grün-Weißen" im Pokal in die nächste Runde. "Sie werden alles dafür tun, um uns das Leben so schwer wie möglich zu machen", weiß Benaglio. Kapitän Edin Dzeko sieht das ähnlich: "Die Stuttgarter haben gerade zwei Spiele gewonnen und werden hier auch etwas mitnehmen wollen. Wir spielen gegen einen gefährlichen Gegner."

Viele Personalprobleme beim VfB

Doch die ohnehin schon lange Verletztenliste beim VfB hat sich noch einmal um ein paar Namen verlängert. Linksverteidiger Arthur Boka muss aufgrund eines Blutergusses über dem Knie passen, Angreifer Ciprian Marica fällt mit Adduktorenproblemen aus, Stürmer Pavel Pogrebnyak kann die Reise nach Wolfsburg wegen Problemen im Sprunggelenk nicht antreten und Innenverteidiger Georg Niedermeier bleibt mit einer Bänderdehnung im Sprunggelenk zu Hause. VfB-Cheftrainer Jens Keller steht als Alternative in der Offensive dafür nach längerer Verletzungspause wieder Johan Audel zur Verfügung.

"Wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die die Chance hat, in Wolfsburg zu bestehen. Der VfL ist bislang in dieser Saison noch nicht richtig ins Laufen gekommen. Sie haben mit Edin Dzeko, Grafite und Diego eine starke Offensive, die wir bearbeiten müssen. Aber ebenso haben sie schon viele Gegentore bekommen. Wir werden also zu Chancen kommen und die wollen wir auch nutzen. Ich kenne Wolfsburg sehr gut, habe viele Spiele von ihnen gesehen und bin gut informiert", gab sich VfB-Coach Keller dennoch optimistisch.




1. FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach

Durch den 3:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld habe sich die Mannschaft endlich mit einem Erfolgserlebnis belohnt, blickt FCK-Cheftrainer Marco Kurz auf das Pokalspiel am Dienstag zurück, das dem FCK neben dem Erreichen des Achtelfinales aber auch einen weiteren verletzungsbedingten Ausfall bescherte. Jan Simunek erlitt schon früh im Spiel einen Adduktorenteilabriss und steht gegen Mönchengladbach ebenso nicht zur Verfügung wie Florian Dick (Muskelfaserriss). Dennoch überwiegt im FCK-Lager die Zufriedenheit. Endlich habe man die Chancen konsequent genutzt und sei auch mit Standardsituationen erfolgreich gewesen, sagte Christian Tiffert, der zwei der drei Tore von Srdjan Lakic vorbereitet hatte. Und nach den frustrierenden letzten Wochen sei der Sieg auch für das Selbstvertrauen enorm wichtig, erklärte Mittelfeldspieler Jan Moravek.

Gleiches gilt allerdings auch für den Gegner aus Mönchengladbach. In den letzten Partien mitunter arg gebeutelt und auf Tabellenplatz 17 abgerutscht, schaffte die Elf von Trainer Michael Frontzeck im Pokal einen vielumjubelten Sieg gegen Bayer Leverkusen. Dass die Mannschaft dabei über 120 Minuten und ein nervenaufreibendes Elfmeterschießen gehen musste, kostete natürlich viel Kraft. Als großen Nachteil sieht Gladbach-Trainer Michael Frontzeck diese Tatsache aber nicht an: "Mein Team hat gegen eine spielstarke Leverkusener Mannschaft über weite Strecken sehr kompakt agiert, das gibt uns ein gutes Gefühl. Zudem gibt es keine bessere Regeneration als einen Sieg. Somit können wir aus dem Pokalspiel einiges mitnehmen."

Kurz: "Gladbacher stehen sehr geordnet und haben ihre Stärken im Umkehrspiel"

In den Wochen davor waren die Erfolgserlebnisse für die Westdeutschen nämlich eher selten. Seit dem furiosen 6:3-Erfolg am 2. Spieltag in Leverkusen schafften die "Fohlen" keinen Sieg mehr. Mit 27 Gegentoren stellt die Borussia derzeit mit Abstand die schlechteste Defensive der Liga und zudem mussten die Gladbacher in den letzten Spielen auch noch mehrere Sperren kompensieren. Doch Kurz warnt vor dem angeschlagenen Gegner: "Sie stehen sehr geordnet und haben ihre Stärken im Umkehrspiel. Darauf sind wir aber vorbereitet und werden die Gladbacher sicherlich nicht einladen."

Für die Partie in Kaiserslautern ist Linksverteidiger Sebastian Schachten ebenso wie der allerdings noch angeschlagene Innenverteidiger Roel Brouwers wieder spielberechtigt. Regisseur Juan Arango ist er nach seinem Platzverweis in Hoffenheim weiter gesperrt. Verletzungsbedingt fehlen den "Fohlen" zudem Dante (Fußwurzelbruch), Jean-Sebastien Jaures (Knie), Tony Jantschke (Mittelfußbruch) und Karim Matmour (Achilessehne). Torwart Logan Bailly erhielt eine Pause und wurde gegen Leverkusen durch Christopher Heimeroth erfolgreich ersetzt. Raul Bobadilla wurde aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen. Dafür ist Igor di Camargo mittlerweile fit und könnte zusammen mit Marco Reus und Mohamadou Idrissou die Offensivreihe der Gäste bilden.




FC St. Pauli - Eintracht Frankfurt

Nach dem 5:2-Sieg im Pokal gegen den HSV muss die Frankfurter Eintracht nun gegen den zweiten Bundesliga-Club aus der Hansestadt ran. Nach vier Spielen ohne Niederlage ist das Selbstvertrauen bei den Hessen, die auf Chris (Rückenbeschwerden) und Alex Meier (Muskelfaserriss) verzichten müssen, natürlich groß.

"Wir fahren nach Hamburg und wollen dort mindestens einen Punkt holen", gab Michael Skibbe das Minimalziel aus. Gleichzeitig warnte der Frankfurt Trainer: "St. Pauli ist eine kämpferisch sehr starke Mannschaft und ich erwarte ein sehr körperbetontes Spiel. Wir werden uns zunächst gut wehren müssen um dann selber zu unserem Spiel zu finden."

St. Pauli will gegen Frankfurt den zweiten Heimsieg einfahren, muss neben den Langzeitverletzten aber auch den angeschlagenen Charles Takyi ersetzen, der im Training einen Schlag auf den rechten Fuß erhalten hatte. Markus Thorandt stieg hingegen in der Woche vor dem Spiel wieder ins Training ein und ist wohl einsatzbereit. Coach Holger Stanislawski zeigte sich "guter Dinge" und vorgewarnt. "Wir wissen, dass mit Frankfurt eine sehr starke Mannschaft zu uns kommt. In Stuttgart haben wir uns gut präsentiert, aber nicht belohnt", sagte Stanislawski, der lobende Worte für den Gast aus Frankfurt hat: "Das Umkehrspiel nach vorne ist sehr gut und dann haben sie noch einen überragenden Gekas in ihren Reihen."