Der Start in die Rückrunde hätte für Hannover 96 nicht besser verlaufen. Im ersten Spiel gegen Schalke 04 gelang ein 1:0-Heimsieg, wichtige Spieler sind nach längerer Verletzungspause zurück oder auf dem Weg in den Kader, und Trainer Dieter Hecking darf sich über zwei Verstärkungen freuen.

Das Positive überwiegt also beim Club von der Leine. Vor allem das überragende Comeback von Torhüter Robert Enke. 116 Tage nach seiner Verletzung bot der 96-Kapitän eine Gala-Vorstellung und sicherte seiner Mannschaft gegen Schalke die drei Punkte. Der Keeper bewies, dass er nichts von seinem Können eingebüßt hat und setzte sich auch im Voting der User von bundesliga.de bei der offiziellen Wahl zum "Spieler des 18.Spieltags" durch.

Enke will Vertrag erfüllen

"Wenn man nach so einer langen Pause zu Null spielt, ist das ein tolles Gefühl. Natürlich ist es schön, wenn man Bälle auch mal derart spektakulär halten kann", zeigte sich die Nummer 1 nach der Partie zufrieden.

Auch seine Mitspieler waren über die Rückkehr Enkes glücklich. "Ich habe Robert gleich nach dem Spiel gesagt, wie schön es ist, dass er wieder da ist. Er ist für uns einfach unersetzbar", meinte Hannovers Mittelfeldabräumer Christian Schulz.

Das soll in der nächsten Saison so bleiben, denn der Keeper gab bekannt, dass er seinen Vertrag bis 2010 auf jeden Fall erfüllen will. Auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte, dürfte das starke Pflichtspiel-Comeback des 31-Jährigen nicht entgangen sein. Mit dem etwas glücklichen 1:0-Sieg ist den Niedersachsen ein wichtiger Schritt in Richtung gesichertes Mittelfeld gelungen.

Balitsch fällt aus

Ein anderer Spieler kam am vergangenen Samstag noch nicht zu seinem Pflichtspiel-Debüt für Hannover. Neuzugang Leon Andreasen, der erst einen Tag vor dem Schalke-Spiel vom FC Fulham verpflichtet wurde, saß auf der Tribüne der AWD Arena. Der Defensiv-Allrounder soll aber bereits am Wochenende in Cottbus zum ersten Mal für die "Roten" auflaufen. Im defensiven Mittelfeld wird er den erkrankten Hanno Balitsch ersetzten. "Mir fehlt zwar noch etwas die Spielpraxis, aber ich bin gut drauf. Ich will endlich wieder spielen, dafür bin ich hier", freut sich der Däne auf sein erstes Spiel und die Rolle auf seiner Lieblingsposition.

Trainer Hecking will die Besetzung der Innenverteidigung, auf der Andreasen auch spielen kann, unverändert lassen. "Es gab zwar gegen Schalke ein paar Wackler, aber Eggimann und Fahrenhorst müssen das Gefühl haben: Ich darf mir auch mal einen Fehler erlauben", so der Coach.

Ein zweiter Neuzugang soll am Samstag ebenfalls seinen Einstand geben. Jacek Krzynowek wurde vom VfL Wolfsburg als Nachfolger für Szabolcs Huszti geholt, der zuvor am Sonntag zu Zenit St. Petersburg gewechselt war, und wird sofort den freien Platz im linken Mittelfeld übernehmen. "Er kann die Position eins zu eins ausfüllen", zeigte sich Hecking vom Neuen überzeugt.

Krzynowek als Huszti-Ersatz

Der Trainer macht auch gleich deutlich, dass Andreasen und Krzynowek sofort Stammspieler sind: "Wir haben sie nicht für die Bank geholt." Huszti hinterlässt bei Hannover 96 eine größere Lücke, denn der ungarische Nationalspieler absolvierte 81 Spiele für die Niedersachsen und erzielte dabei 17 Tore und bereitete 20 Treffer vor. Sein Nachfolger gibt sich aber top-motiviert: "Ich will mir schnell einen wichtigen Platz im Team erkämpfen", so Krzynowek.

Bei all diesen positiven Dingen der letzten Tage wird Trainer Hecking nicht vergessen haben, dass er weiterhin auf gestandene Spieler wie Chavdar Yankov, Altin Lala und Vinicius verzichten muss. Sein Team kann mit einem Sieg bei Energie Cottbus aber dafür sorgen, dass man sich weiter von der unteren Tabellenregion entfernt und die positive Stimmung in Hannover anhält.

Mark Schnell