München - Beide Teams müssen in der noch jungen Saison schon den ersten Tiefschlag verkraften: Der 1. FSV Mainz 05 landete nach dem Höhenflug in der Vorsaison auf dem harten Boden - Aus in der Europa League. Bayer Leverkusen ging als Vizemeister in die neue Spielzeit und patzte gegen Dynamo Dresden - Aus im DFB-Pokal.

Am Sonntag wollen beide Teams daher natürlich Wiedergutmachung betreiben (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Tuchel erkennt die Probleme

Thomas Tuchel weiß, dass er vor allem als Psychologe gefragt ist. "Misserfolge gehören im Leistungssport dazu. Es tut mir unheimlich Leid für die Spieler, die sich die Teilnahme am Europapokal so hart erarbeitet haben. Ich hätte sie nach Spielende am liebsten alle in den Arm genommen", so der Mainzer Trainer. Trotz des Ausscheidens hatte Tuchel auch viele gute Dinge gesehen, die in der Betrachtung - aufgrund der Ergebnisse – einfach zu kurz gekommen seien. "Auf den letzten zehn Metern fehlt uns zurzeit das Glück und die letzte Überzeugung", fasste Tuchel das aktuelle Hauptproblem seiner Elf zusammen.

Ein Erfolgserlebnis könnte hier sicher den einen oder anderen Knoten zum Platzen bringen. Gegen Leverkusen muss jedes Rädchen in das nächste greifen. "Ich kann niemandem einen Sieg versprechen", so Tuchel, der dann noch weiter ausführt: "Wir müssen an unsere Grenzen gehen. Es geht gegen eine der drei besten Mannschaften der Liga. Ich sehe Leverkusen auf Augenhöhe mit Dortmund und Bayern. Doch wenn wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen, dann will keine Mannschaft gerne gegen Mainz 05 spielen."

Im Kader für das Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen werden drei Spieler fehlen: Florian Heller, Eugen Gopko und Ádám Szalai befinden sich noch im Aufbautraining. Die Entscheidung in der Torwartfrage fällt Tuchel erst ganz kurzfristig. Zu Andre Schürrle, der mit der "Werkself" erstmals nach Mainz zurückkehrt, hatte Tuchel einen gewohnt lockeren Spruch auf den Lippen: "Ich hoffe, dass er in den letzten Wochen einiges verlernt hat."

Dutt wechselt den Torwart

Auch Robin Dutt versucht mit aller Macht, die peinliche Pleite im Pokal bei Dynamo Dresden (3:4 nach 3:0) aus den Köpfen der Spieler zu bekommen. "Ich will sehr gute Leistungen sehen und den Anspruch haben, jedes Spiel zu gewinnen, auch auswärts", sagte Dutt im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". Sein Gefühl sage ihm, dass sein Team diesem Anspruch gerecht werden könne, und das Spiel in Dresden "hat mich eher bestärkt in dieser Ansicht". Der ehemalige Freiburger Coach verwies auf die ersten 60 Minuten in Dresden, in denen man gesehen habe, "was für eine gute Qualität wir haben".

Eine seiner Maßnahmen war der Torwartwechsel von David Yelldell hin zu Fabian Giefer, der nun den verletzten Rene Adler vertreten wird. Ob Michael Ballack spielt, ließ Dutt noch offen.

Eine Prognose für die Partie in der neuen Mainzer Coface Arena ist schwierig. Beide Teams trafen bisher zehn Mal in der Eliteklasse aufeinander und die Bilanz ist komplett ausgeglichen. Beide Clubs gewannen und verloren jeweils vier Partien, zwei endeten unentschieden. In der vergangenen Saison gewann jeweils das Auswärtsteam 1:0. Aber: Keines der insgesamt zehn Bundesliga-Duelle zwischen dem FSV Mainz 05 und Bayer 04 endete torlos - es wird also höchstwahrscheinlich gejubelt werden.