München - Sechs Siege aus sechs Spielen - mehr geht nicht. Doch die Spieler des 1. FSV Mainz 05 sehen das anders. Sie wollen noch mehr. Mit einem "Dreier" gegen 1899 Hoffenheim wollen die Rheinhessen Geschichte schreiben und den Rekord, mit sieben Siegen in die Saison zu starten, einstellen.

Doch mit den Hoffenheimern kommt eine Mannschaft an den Bruchweg, die in dieser Saison auch erst ein Mal verloren hat. "Das wird ein schweres Spiel", meint daher auch Torwart Christian Wetklo: "Aber wir wollen es gewinnen. Wenn dabei ein Startrekord herauskommt, nehmen wir das gerne mit."

Erst der dritte Club

Die Mainzer wären nach dem FC Bayern München und dem 1. FC Kaiserslautern erst das dritte Team, dem sieben Siege zu Saisonbeginn gelängen. Die Bayern schafften dies unter Trainer Otto Rehhagel in der Saison 1995/96, Andreas Brehme führte die Lauterer im Spieljahr 2001/02 zu 21 von 21 möglichen Punkten.

"Wenn wir nächste Woche gewinnen, dann haben wir den Rekord geschafft, aber darüber machen wir uns wirklich keine Gedanken", will Adam Szalai gegenüber bundesliga.de den Ball flach halten: "Für uns ist es jetzt vor dem Spiel gegen Hoffenheim ganz wichtig zu regenerieren - denn unser Spiel ist sehr laufintensiv."

Der Heimvorteil

Für die Mainzer spricht der Heimvorteil. Wie schon in den Rekordjahren des FC Bayern und der Lauterer findet das siebte Saisonspiel im eigenen Stadion statt. Natürlich haben die Rheinhessen in dieser Saison auch auswärts noch kein Spiel verloren, die Hoffenheimer haben allerdings in ihren Auswärtspartien noch nicht hundertprozentig überzeugt.

Gegen den FC St. Pauli mühten sich die Kraichgauer zu einem knappen 1:0-Sieg, in Lautern und Köln kam man nicht über ein Unentschieden hinaus. Um gegen die Mainzer zu bestehen, müssen die Hoffenheimer sich also auch auswärts stärker zeigen.

An Selbstvertrauen fehlt es 1899 aber nicht. Torwart Tom Starke kündigte bereits an: "Mainz wird ein ganz leichter Gegner. Die sind bis jetzt sehr sicher durch die Liga marschiert. Aber gegen uns sind sie fällig."

"Die 18 Punkte sind kein Zufall"

Mainz lässt sich von solchen Spitzen nicht beirren und vertraut lieber auf seine Stärken, um den Rekord zu knacken. "Es ist ein unglaublicher Start für uns - dennoch denke ich, dass die 18 Punkte kein Zufall sind", meint Shootingstar Andre Schürrle: "Man erkennt einfach in jedem Spiel, dass wir Mainz 05 sind. Diese Power, diese Leidenschaft sind unser Markenzeichen."

Und dazu kommt noch die Torgefahr. Während die Mainzer in jedem Spiel mindestens zwei Tore geschossen hat, haben die Hoffenheimer in diesem Jahr noch kein Spiel gewonnen, wenn sie zwei Tore kassierten.

Die Chancen, den Startrekord einzustellen, stehen für Mainz demnach gar nicht schlecht, auch weil Schürrle weiß: "Im Moment passt einfach alles."

Jessica Pulter