Für viele Kritiker stand schon vor der Saison fest, dass der Karlsruher SC eine wahre Zittersaison vor sich hat. Mit Glück könnten die Badener den Klassenerhalt schaffen, las und hörte man vielerorts.

Doch mittlerweile haben die Badener das Anfangstief mit nur einem Sieg aus den ersten vier Partien überwunden und stehen so gut da wie eh und je. "Wir hatten einen etwas holprigen Saisonstart, spielen jetzt aber gut und sind mit der Zwischenbilanz zufrieden", sagt KSC-Manager Rolf Dohmen.

Wie letztes Jahr

Und dazu gibt es auch allen Grund. Nach sechs Spielen - die Partie bei Eintracht Frankfurt wurde auf den 22. Oktober verschoben - steht der KSC mit neun Punkten und 7:9 Toren sogar noch etwas besser dar als im Vorjahr. Da setzte es nämlich einen Gegentreffer mehr.

Grund für das sportlich gute Auftreten ist, dass sich die Mannschaft mittlerweile gefunden und die Abgänge der beiden Leistungsträger Tamas Hajnal (Borussia Dortmund) und Mario Eggimann (Hannover 96) kompensiert hat.

Neuzugänge schlagen ein

So bereichern beispielsweise die Neuzugänge Tim Sebastian und Antonio da Silva den Sport-Club, wie Christian Eichner bestätigt: "Sie machen ihre Sache gut."

Mittelfeldspieler da Silva, vom schwäbischen Konkurrenten VfB Stuttgart nach Baden gewechselt, ist mittlerweile in Tritt gekommen und hat immerhin schon drei Treffer seiner Kollegen vorbereitet. Der Ex-Rostocker Sebastian beeindruckt durch sein gutes Stellungsspiel und abgeklärtes Zweikampfverhalten.

"Alte Hasen" treffen

Das Toreschießen hat in dieser Spielzeit Sebastian Freis übernommen, der sich für seine zweite Bundesliga-Spielzeit sein ganz persönliches Ziel gesetzt hat: "Ich will mehr Tore als in der vergangenen Saison machen." Da waren es acht bei 31 Einsätzen. Aktuell traf der 23-Jährige bereits vier Mal in sechs Spielen und erzielte somit mehr als die Hälfte aller Karlsruher Tore.

Ein anderer, der bei den Badenern groß aufspielt, ist Massimilian Porcello. Mit seinem zweiten Saisontor gegen Bielefeld hat er seine Marke aus der vergangenen Spielzeit bereits eingestellt und gibt sich angesichts des nächsten Gegners unbeeindruckt. "Bayern München soll kommen", sagt der Mittelfeldspieler. "Da merke ich doch erst, dass ich Bundesliga spiele."

Ziel? Verbesserung!

Bundesliga soll der KSC auch noch in der kommenden Saison spielen, weshalb das Ziel für diese Spielzeit ganz einfach ist. "Wir wollen uns gegenüber letzter Saison verbessern", sagt Kapitän Maik Franz.

Im Vergleich mit Bielefeld, die in der vergangenen Saison gegen die Karlsruher insgesamt vier Punkte geholt haben, ist das durch den Sieg bereits gelungen. Gegen Bayern München wäre der KSC bereits mit einem Unentschieden voll im Soll.

Gregor Nentwig