München - "Ich will Kloses Erbe antreten", formulierte Nils Petersen ganz keck seine Ziele im Hinblick auf die kommende Saison in einem Interview mit der "Abendzeitung München". Der junge Angreifer war der erste Neuzugang, der vom FC Bayern München für die Spielzeit 2011/12 vermeldet wurde, und er hat sich beim Rekordmeister viel vorgenommen.

Klar, Miroslav Klose ragte in den letzten Jahren eher in der deutschen Nationalmannschaft heraus, für die er in viereinhalb Jahren insgesamt 28 Mal getroffen hat. Bei den Bayern fristete er meistens ein Schattendasein als Stürmer Nummer 2 oder 3, hinter Namen wie Luca Toni, Mario Gomez, Ivica Olic und Thomas Müller.

Konstanz, Geduld und Qualität

Aber selbst die Position des Stürmers Nummer 2 oder 3 einzunehmen, wird beim FC Bayern schwer genug. Sich als Angreifer beim Rekordmeister zu etablieren, erfordert viel Konstanz, Geduld und natürlich Qualität.

Trotz der Tatsache, dass Klose beim FC Bayern häufig auf der Bank schmoren musste, absolvierte er in den vergangenen vier Jahren, die er an der Säbener Straße kickte, 98 Spiele und traf dabei 24 Mal. Hört man von der Verpflichtung Petersens, kommen einem Spieler wie Vahid Hashemian oder Jan Schlaudraff in den Sinn, die beim FC Bayern nicht durchstarten konnten.

"Denke gar nicht daran, zu scheitern"

Doch Petersen denkt gar nicht an solche Szenarios: "Ich versuche es und denke gar nicht daran, zu scheitern. Ich freue mich einfach auf jede Trainingseinheit mit den neuen Kollegen." Bei den Bayern hat der 22-Jährige, der erstmals für Carl Zeiss Jena seine Fußballschuhe im Profibereich schnürte, einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Natürlich weiß der bescheidene Jungspund, dass ihm Klose noch ein ganzes Stück voraus ist: "Klose ist einer der besten Stürmer, die Nummer 1 in der Nationalmannschaft. Ich war zwar der beste Stürmer der 2. Bundesliga, aber so weit wie Klose bin ich noch nicht."

"Kann keine großen Töne spucken"

Seine bescheidene Art und sein Respekt, den er dem 106-fachen Nationalspieler Klose entgegenbringt, ist nicht aufgesetzt: "Es entspricht meinem Naturell, zurückhaltend zu sein, und ich bin noch gar nicht angekommen in München, da kann ich keine großen Töne spucken. Ich will aber Kloses Erbe antreten, wenn meine Zeit kommt."

Erst einmal muss Petersen sich in München einleben, denn nicht nur rein sportlich gesehen, sondern auch in punkto Umfeld wird sich für den jungen Angreifer vieles ändern. Der Youngster tauscht die beschauliche Stadt in der Lausitz gegen eine Weltstadt ein. Das Stadion der Freundschaft gegen die millionenschwere Allianz Arena.

Auf diesem Weg weicht ihm seine Freundin, die ihn "überall hin begleitet", nicht von der Seite, was für Petersen von großer Bedeutung ist, da er ein "ruhiger Typ und ein absoluter Familienmensch" ist und "den familiären Rückhalt hat, um auf dem Boden zu bleiben". Auf jeden Fall schon eine Übereinstimmung, die Petersen mit seinem Vorgänger Klose gemeinsam hat.

David Schmidt



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