Frankfurt - Werder Bremen bleibt beim 1:1 in Frankfurt zum sechsten Mal hintereinander ohne Niederlage und sieht sich auf einem guten Weg, den Klassenerhalt zu schaffen.

"Der große Befreiungsschlag fehlt zwar, aber mit der Mannschaftsleistung geht es aufwärts", erklärte Werder-Manager Klaus Allofs nach dem insgesamt gerechten Remis in Frankfurt.

Einerseits ärgerten sich die Bremer über einen verpassten Sieg, der nach dem Eigentor des Eintracht-Spielers Halil Altintop (58.) zur Werder-Führung lange möglich schien.

Andererseits wurden die nie aufsteckenden Frankfurter mit dem späten Ausgleich des eingewechselten Martin Fenin (83.) für ihre Bemühungen noch belohnt. Die Bremer konnten sich bei ihrem Torhüter Tim Wiese bedanken, nicht schon früher ein Gegentor kassiert zu haben: Vier Mal rettete Wiese grandios gegen Eintracht-Torjäger Theofanis Gekas.

Formkurve im Angriff zeigt nach oben

Dementsprechend fiel auch die Bewertung von Mittelfeldspieler Tim Borowski aus. "Klar, wenn wir bis zur 83. Minute führen, wollen wir auch die drei Punkte haben, aber wir müssen wohl zufrieden sein, weil die Eintracht gute Gelegenheiten hatte. Wir haben zwar Nadelstiche gesetzt, aber sind nicht richtig zum Abschluss gekommen", sagte Borowski.

Ein ähnliches Fazit zog Bremens Trainer Thomas Schaaf, der erklärte: "Wir haben viel Gutes gesehen, aber den Sack auch wieder nicht zu gemacht." Die Defensive der Bremer war auch in Frankfurt anfällig, aber vor allem im Spiel nach vorne zeigt die Formkurve nach oben. Das liegt auch daran, dass sich beispielsweise Sandro Wagner in den letzten Wochen zu einer echten Alternative in Werders Offensive entwickelt hat.

Wagner hat sich gemausert

Gegen Frankfurt hatte Wagner Pech im Abschluss, als er bereits in der neunten Minute den Ball nach einem langen Pass von Clemens Fritz an den Pfosten schoss. Dennoch hatte der wuchtige Stürmer immer wieder gute Szenen. Noch in der Winterpause wurde Wagner auch in der Öffentlichkeit hart kritisiert. Danach gab es ein Gespräch mit Trainer Thomas Schaaf und seitdem geht es aufwärts für Wagner, der 2009 mit Deutschlands U-21-Nationalmannschaft Europameister wurde.

"Der Trainer hat aufgezeigt, was ich ändern muss. Das hat gefruchtet, es läuft immer besser." Es wäre also durchaus möglich, dass Wagner künftig mit dem gesetzten Claudio Pizarro gemeinsam den Bremer Angriff bilden könnte.

In Frankfurt taten sie das über eine Stunde lang, nachdem Pizarro schon in Minute 26 für den verletzten Denni Avdic eingewechselt wurde. Der Peruaner war erst am Spieltag der Mannschaft nach Frankfurt nachgereist, nachdem er am Morgen einen Härtetest für das lädierte Sprunggelenk bestanden hatte.

Frings sagt, wie man Schalke besiegt

Noch fünf Spieltage stehen aus und Torwart Tim Wiese glaubt, mit noch einem Sieg und dann 37 Punkten dem Abstieg entkommen zu können. Werder hat noch drei Heimspiele, am nächsten Wochenende geht es gegen den FC Schalke im Weser-Stadion.

Schon da soll es klappen mit den drei Punkten. Wie das gehen soll, habe die Mannschaft in Frankfurt angedeutet, meint Kapitän Torsten Frings. Er sagt: "Wir haben in den ersten 70 Minuten wenig zugelassen - das ist der Weg."

Tobias Schächter