Für Franck Ribery könnte das Pokalfinale der letzte Akt in einer schwierigen Saison sein. Der FCB hofft auf eine Trotzreaktion und glaubt an den Verbleib seines Dribbelkünstlers.

Der FC Bayern München will beim DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen (Sa., ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) den zweiten Schritt zum historischen Triple machen, für einen seiner Stars könnte der Auftritt gegen Werder aber schon das Ende der Jagd sein.

Am 18. Mai entscheidet der internationale Sportgerichtshof CAS darüber, ob die Sperre von Franck Ribery für das Champions-League-Finale gegen Inter Mailand bestehen bleibt. Bis dahin muss Ribery davon ausgehen, dass das Endspiel in Berlin sein persönliches Finale einer nicht glücklich verlaufenen Saison sein wird.

Hoffen auf die Trotzreaktion

Umso mehr hofft der FC Bayern, dass Ribery mit einer Extra-Portion Motivation die "kleine Bühne" Berlin betritt, wenn ihm der Zugang zur "großen Bühne" in Madrid schon verwehrt bleibt. "Für ihn ist es bitter, weil die Champions League das Nonplusultra ist. Ich hoffe, dass er daraus eine Wut entwickelt, die uns auch in den anderen Wettbewerben weiterhilft", sagte Bastian Schweinsteiger schon kurz nachdem Ribery durch die UEFA gesperrt wurde.

Auch Philipp Lahm vertraute darauf, dass sich sein ehemaliger Vordermann auf der linken Bayern-Seite voll auf "sein" Finale konzentrieren werde: "Da geht es auch um sehr viel."

Für Ribery geht es vor allem darum, noch einmal in dieser Saison ein Highlight zu setzen und so auch Kraft für die anstehende WM zu tanken. Bei der spektakulär erspielten Meisterschaft der Bayern war er nicht mehr der Hauptdarsteller.

Die Formkurve zeigt nach oben

Vor allem in der ersten Saisonhälfte wurde Ribery immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Mit vier Bundesligatoren und fünf Vorlagen wird der Franzose kaum zufrieden sein. Für die spektakulären Aktionen waren meistens andere - Arjen Robben, Thomas Müller oder Ivica Olic - zuständig.

In jüngster Zeit zeigte die Formkurve aber auch bei Ribery wieder deutlich nach oben. Beim vorentscheidenden Bundesligasieg gegen den VfL Bochum glänzte er als Vorbereiter, stellte zwei verschiedene Bochumer Rechtsverteidiger vor schier unlösbare Probleme.

Rummenigge glaubt an Ribery-Verbleib

Auch die Stimmung des 27-Jährigen scheint nach privat schweren Wochen wieder besser zu sein. Nach dem letzten Bundesligaspiel in Berlin feierte er die Meisterschaft enthusiastisch mit. Vor den mitgereisten Fans gab er den Einpeitscher und schwenkte eine große Bayern-Fahne. Und auch bei der Titelsause auf dem Münchner Marienplatz machte er einen gelösten Eindruck.

Ein Signal, dass er seinen bis 2011 laufenden Vertrag mit den Bayern zumindest erfüllen, wenn nicht gar verlängern wird? "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis untereinander entwickelt und großes Vertrauen. Gerade in den letzten Wochen, in denen es nicht so einfach für ihn war, hat er erfahren, welche Qualität und welche Stärke die Bayern-Familie hat", sagt FCB-Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge.

Es komme bei Ribery sehr gut an, dass der Verein bis zur letzten Instanz gehe, um seinen Finaltraum in der Champions League vielleicht doch noch zu erfüllen, so Rummenigge weiter: "Ich bin ziemlich optimistisch, dass er nicht nur im nächsten Jahr beim FC Bayern spielt, sondern auch darüber hinaus."

Eine Abschiedsvorstellung ihres Lieblings in Berlin müssen die Bayern-Fans vorerst wohl nicht befürchten. Er ist lediglich auf der Suche nach seinem Happy End.

Matthias Becker