Köln - Die Deutsche Nationalmannschaft nimmt Kurs auf den Gruppensieg in der Qualifikationsgruppe D und damit auf die sichere Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Nach dem dominaten 3:1-Erfolg gegen Polen haben die Weltmeister die Tabellenführung zurückerobert und treffen heute Abend in Glasgow auf Schottland.

Platz eins gegen Platz vier lautet die Ausgangsposition der heutigen Begegnung. Die Teilnahme an der Europameisterschaft ist in greifbarer Nähe.

Boateng: "Wollen alles klarmachen"

Dass das Spiel gegen die Schotten kein Selbstläufer wird, zeigt die Vergangenheit: Bereits in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2004 in Portugal, traf die Nationalelf auf die Schotten. Damals endete das Hinspiel 1:1, im Rückspiel folgte ein 2:1 für Deutschland. Und auch die jüngste Vergangenheit belegt die Zähe des Gegenübers. Im Hinspiel erkämpfte die Elf von Joachim Löw ein knappes 2:1 im Signal Iduna Park in Dortmund.

Die Weltmeister sind jedoch in der Spur und wollen die couragierte Leistung vom Erfolg gegen Polen fortsetzen und die Tabellenführung der Gruppe D ausbauen. Im Fall, dass die Elf von Bundestrainer Löw drei Punkte gegen die Schotten holt und die Polen gegen Gibraltar verlieren sollten, wäre der amtierende Weltmeister bereits sicher qualifiziert. "Wir wollen natürlich Tabellenführer bleiben und möglichst schon gegen die Schotten alles klarmachen", äußerte sich Jerome Boateng im "Kicker".

"Das Profil von Weltklasse-Verteidigern"

Die Deutsche Nationalmannschaft verfügt über ein wichtiges Herzstück: In den Bundesliga-Profis Jerome Boateng vom FC Bayern und Mats Hummels von Borussia Dortmund, weiß Bundestrainer Joachim Löw zwei der besten Innenverteidiger der Welt in seinem Team, die mit Welt- und FCB-Torhüter Manuel Neuer ein "magisches Defensiv-Dreieck" bilden.

"Jerome und Mats erfüllen absolut das Profil von Weltklasse-Verteidigern, wie ich sie mir vorstelle", sagte Löw vor dem EM-Qualifikationsspiel in Schottland und wollte gar nicht mehr aufhören, von seinem Duo zu schwärmen. "Beide eröffnen wahnsinnig gut das Spiel und unterbinden Konter meist schon im Ansatz. Sie befinden sich auf einem unglaublich hohen Niveau. Defensiv, aber auch im Spiel nach vorne."

Doch nicht nur das: Der seit vergangener Woche 27 Jahre alte Boateng und der drei Monate jüngere Hummels halten meist die Stabilität des oft durch wilden Offensivgeist geprägten Spiels und helfen als Führungsspieler auch den ständig wechselnden, meist jungen und auf anderen Positionen ausgebildeten Aushilfs-Außenverteidigern. 

Offensive Bundesliga-Power

Auch wenn es um das Toreschießen geht, hat die DFB-Elf zurück zu alter Stärke gefunden. Mario Götze lieferte am Freitagabend gegen Polen eine bärenstarke Partie und schoss die Nationalmannschaft mit seinen beiden Treffern zum Sieg. Auch sein Teamkollege vom FC Bayern München, Thomas Müller, erzielte einen Treffer.

Dazu kommt die Stärke, die Bundestrainer Löw von der Bank bringen kann. Der gegen Polen eingewechselte Ilkay Gündogan von Borussia Dortmund setzte ebenfalls ein großes Ausrufezeichen und hat sich damit für die Startelf am heutigen Abend empfohlen. Er könnte an Stelle von Karim Bellarabi beginnen. Damit würden auch heute wieder sieben Bundesliga-Profis in der Startelf stehen.

So könnten sie spielen:

Schottland: Marshall - Whittaker, Martin, Mulgrew, Robertson - Brown, Morrison - Forrest, Maloney, Anya - Fletscher

Deutschland: Neuer - Can, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger, Kroos - Müller, Gündogan, Özil - Götze