Torhüter Manuel Neuer erntet nach seiner famosen Leistung bei der U-21-EM Lob von allen Seiten.

"Er hat absolutes Spitzenformat in Europa. Ich glaube, dass er ein Weltklassetorwart wird", sagt U-21-Trainer Horst Hrubesch über den 23-Jährigen. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer attestierte dem jungen Schalker "eine Weltklasseleistung" und auch Bundestrainer Joachim Löw fand "phänomenal", was er bei diesem Tunier gehalten hat.

Nur ein Gegentor bei der EM

Mit nur einem Gegentor während des gesamten Turniers war er einer der Erfolgsgaranten in Hrubeschs Team.

Der Titel mit der U 21 ist der bislang größte Erfolg in der Karriere des gebürtigen Gelsenkircheners, die geradliniger kaum hätte verlaufen können.

Schalker seit Kindesbeinen

Das Tore verhindern lernte Neuer beim FC Schalke 04. Als Fünfjähriger kam er zu den "Königsblauen" und durchlief alle Jugendmannschaften des Clubs. 2005 unterzeichnete er seinen ersten Profivertrag.

Bereits in der Saison 2006/07 avancierte Neuer dann zum Stammtorhüter der Schalker. Der damalige "Knappen"-Coach Mirko Slomka degradierte Routinier Frank Rost zur Nummer zwei und sprach Nachwuchsmann Neuer das Vertrauen aus.

Der zahlte dies mit konstanten Leistungen zurück. 88 Bundesligaspiele absolvierte der Publikumsliebling seitdem für Schalke.

Spektakuläre Paraden gegen Porto

2008 machte Neuer auf internationalem Parkett auf sich aufmerksam. Mit spektakulären Paraden rettete er Schalke im Champions-League-Achtelfinale gegen Porto in die Verlängerung, hielt zwei Strafstößen im Elfmeterschießen und war der Garant für den ersten Viertelfinaleinzug der Clubgeschichte.

Wie hoch sein Stellenwert bei seinem Heimverein ist, verdeutlicht die Aussage des neuen S04-Coachs Felix Magath: "Der beste deutsche Torwart ist der allerletzte Spieler, den wir abgeben werden", sagte der Trainer, nachdem andere Clubs Interesse an Neuer bekundet hatten.

Kandidat für Südafrika

Bei der WM 2010 könnte Neuer dem U-21-EM-Titel den nächsten Titel folgen lassen. Er ist einer von vier Kandidaten, die laut Bundestorwarttrainer Andreas Köpke in Südafrika zwischen den Pfosten stehen könnten. Im Duell um den Platz im deutschen Tor konkurriert Neuer mit dem Hannoveraner Robert Enke, Rene Adler von Bayer Leverkusen und dem Bremer Tim Wiese

Am 2. Juni 2009 feierte Neuer beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate bereits ein gelungenes Debüt in der A-Nationalelf. Auf die Idee, lautstark Ansprüche anzumelden, kommt Neuer nach dem EM-Triumph nicht. Im Hinblick auf 2010 sei die kommende Saison entscheidend, erklärte der Keeper.

Bei Köpke steht der jüngste der Kontrahenten hoch im Kurs: "Das ist das moderne Torwartspiel", sagt er über die Spielart Neuers, dessen weite, präzise Abwürfe er "eine Waffe" nennt. Es sind Fähigkeiten, die auch Bundestrainer Löw schätzt. "Wie er das Spiel schnell macht und sich in die Offensive einschaltet, ist klasse", sagt Löw. "Neuer gehört die Zukunft."

Andreas Messmer