Gelsenkirchen - Mit dem 1:0-Sieg über Freiburg hat Schalke zugleich Selbstvertrauen getankt für das Champions-League-Spiel am Dienstag in Valencia. Dabei hat die Mannschaft auch gezeigt, wie der Schlüssel zum Erfolg aussehen kann, meint Lukas Schmitz.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Schalkes Außenverteidiger über einen verdienten Bundesligasieg und die Ziele für den Auftritt in Europas "Königsklasse". Außerdem erklärt Schmitz, was Schalke und den FC Bayern verbindet - und warum sich seine Spanischkenntnisse jetzt auszahlen.

bundesliga.de: Lukas Schmitz, war der SC Freiburg mit dieser Leistung genau der richtige Aufbaugegner zur richtigen Zeit?

Lukas Schmitz: Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Wir sind eher als Außenseiter in diese Partie gegangen. Schließlich haben wir gegen den Tabellenfünften gespielt, das ist der Platz, wo wir eigentlich hin wollen. Der Sieg zeigt aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir haben zwar nur 1:0 gewonnen, aber der Sieg hätte leicht höher ausfallen können. Wir haben uns einige gute Chancen herausgearbeitet. Manche Situationen hätten wir noch cleverer ausspielen können, manchmal hatten wir auch Pech wie bei dem Pfostenschuss von Gavranovic. Unter dem Strich können wir mit unserer Leistung und dem Ergebnis zufrieden sein.

bundesliga.de: Was war diesmal anders als sonst?

Schmitz: (lacht) Wir haben zumindest mal ein Tor mehr geschossen als der Gegner. Nein, im Ernst: Wir haben allgemein sehr kompakt gestanden, deutlich kompakter als in den Spielen zuvor. Und wir sind aggressiv in die Zweikämpfe gegangen. Konzentriert, kompakt und aggressiv, das war der Schlüssel zum Erfolg.

bundesliga.de: Ist die Leistung also auch eine Einstellungsfrage? Immerhin hat Schalke diesmal 67 Prozent der Zweikämpfe gewonnen.

Schmitz: Das hieße, dass in den anderen Spielen unsere Einstellung nicht gut war. So einfach kann man es sich nicht machen. Gegen den HSV zum Beispiel haben wir auch alles versucht, sind aber durch eine dumme Aktion in Rückstand geraten und haben vorne unsere Chancen eben nicht genutzt. Gegen Freiburg haben wir auch in engen Situationen die richtige Entscheidung getroffen, haben uns durchgesetzt und die Oberhand behalten. Dann sieht die Statistik am Ende so deutlich aus und auch das Ergebnis stimmt.

bundesliga.de: Schalke hat gegen den Sport-Club wieder zu Null gespielt und in der Rückrunde überhaupt erst zwei Gegentore kassiert. Das dürfte Sie als Abwehrspieler sehr zufrieden stellen.

Schmitz: Es wird immer mal wieder gerne behauptet, unsere Abwehr sei nicht besonders gut oder sicher. Aber wir haben erst 26 Gegentore kassiert, genauso viele wie der FC Bayern und der drittbeste Wert der Liga. Das spricht für sich und darauf sollten wir auch aufbauen mit Blick auf das Champions-League-Spiel gegen Valencia.

bundesliga.de: Sie sprechen die Achtelfinal-Partie am Dienstag an: Gibt das Spiel gegen Freiburg den nötigen Schub an Selbstvertrauen für das Spiel in Valencia?

Schmitz: Ein Erfolgserlebnis ist immer gut und kann zusätzliche Kräfte freisetzen. Das haben wir auch in der letzten Saison gesehen. Da haben wir auch in Spielen, die im Vorfeld sehr schwierig wirkten, gute Ergebnisse erzielt. Unser Ziel ist es, auch in Valencia zu Null zu spielen. Das wäre die halbe Miete und wir hätten dann im Heimspiel alle Trümpfe selbst in der Hand.

bundesliga.de: Der FC Valencia hat einen großen Namen. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Schmitz: Ich habe mir seit der Auslosung für das Achtelfinale einige Spiele der Spanier angeschaut. Und ich muss sagen, das ist schon eine richtig gute Mannschaft. Sie stehen ja auch nicht zufällig wieder auf Rang 3 in der Tabelle. Spanische Teams spielen allerdings eine andere Art von Fußball als deutsche Mannschaften. Sie sind vor allem sehr schnell und technisch sehr gut. Darauf müssen wir uns einstellen.

bundesliga.de: Sie haben ja mit Raul und Jurado selbst prominente Spanier im Team, die noch einige Tipps geben könnten.

Schmitz: Wir haben uns auch schon ausgetauscht über den Gegner. Ich spreche zum Glück selbst ein bisschen Spanisch, so dass mir Raul das ein oder andere schon mal verraten konnte.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte