Köln - Die beiden Top-Partien am heutigen Mittwoch im DFB-Pokal lassen einiges an Spannung erwarten. Noch gut im Gedächtnis der Fußball-Fans ist die letzte Begegnung von Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 vom vergangenen Sonntag und auch bei Werder Bremen gegen 1. FC Köln treffen keine Unbekannten aufeinander.

Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach

Erst am Wochenende standen sich die beiden Mannschaften in der Bundesliga gegenüber. Heute geht es um das Weiterkommen im DFB-Pokal. Brisanz bringt die Partie auf alle Fälle mit: Mit 3:1 konnte sich Borussia Mönchengladbach am Sonntag gegen Schalke 04 durchsetzten. Überschattet wurde die Partie von einem groben Foul vom Schalker Johannes Geis an Andre Hahn, der verletzt vom Feld getragen werden musste. Geis sah für diese Aktion die rote Karte, wurde für fünf Pflichtspiele wettbewerbsübergreifend gesperrt - fehlt also am heutigen Abend. Die Gladbacher zeigten eine beeindruckende Leistung, feierten ihren fünften Sieg in Serie und stehen mit 15 Punkten auf Rang sieben. Doch Fohlen-Trainer Andre Schubert gibt sich zurückhaltend: "Ein Pokalspiel ist natürlich anders als eine Bundesligapartie – und dass wir am Sonntag 3:1 gewonnen haben, spielt keine große Rolle. Wir müssen uns darauf einrichten, dass es möglicherweise länger als nur über 90 Minuten geht. Natürlich wollen wir unbedingt eine Runde weiterkommen, doch es wird eine ganz schwere Aufgabe." Denn es geht nicht gegen irgendwen. Schalke 04 steht trotz zuletzt drei Niederlagen mit 19 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Die Elf von Andre Breitenreiter weiß um ihre Stärken und kann sich auf den Gegner einstellen: "Es ist durchaus kurios, dass man innerhalb so kurzer Zeit zweimal auf den gleichen Gegner trifft. Das bringt auch Veränderungen in der Vorbereitung mit sich. Es sind Kleinigkeiten auf einzelnen Positionen, die wir besser machen müssen,“ resümiert Breitenreiter. Fest steht, dass am Abend zwei Mannschaften aufeinander treffen, die auf Augenhöhe agieren und sich nichts schenken werden.

Werder Bremen - 1. FC Köln

Auch diese beiden Mannschaften kennen sich aus der Bundesliga - in der Saison 2015/16 aber standen sie sich noch nicht gegenüber. Genau 2.045 Tage liegt die letzte Pokal-Heimpartie von Werder Bremen zurück, umso größer ist die Vorfreude: "Wir wollen unbedingt in die nächste Runde einziehen. Wir freuen uns, endlich wieder im Pokal zu Hause zu spielen und den Fans dieses Highlight bieten zu können," freut sich Cheftrainer Viktor Skripnik. Claudio Pizarro war damals, im März 2010, der Mann der Stunde, entschied die Partie mit seinem Treffer zum 2:0 für die Bremer. Auch in dieser Saison läuft Pizarro wieder für den SV Werder auf. Bisher trafen beide Teams drei Mal in der Pokalgeschichte aufeinander, zuletzt standen sie sich im Finale 1991 im Olympiastadion gegenüber. In einem dramatischen Elfmeterschießen setzten sich die Bremer mit 4:3 durch und holten ihren zweiten von insgesamt sechs Pokalsiegen. Einen Tag, den die Kölner gerne vergessen würden. Heute begegnen sich die Teams auf Augenhöhe, so sieht es auch der Trainer des 1. FC Köln, Peter Stöger: "Werder ist eine Mannschaft in unserer Größenordnung mit einer ähnlichen Zielsetzung, aber mit einer anderen Spielweise. Es ist ein offenes Spiel. Es gibt keinen Favoriten." Werder Bremen kommt mit einem Sieg im Rücken aus Mainz zurück, die Kölner unterlagen am vergangenen Spieltag beim Rekordmeister in München. In der Tabelle trennen die beiden Manschaften vier Punkte - der FC steht auf dem neunten und Bremen auf dem 14. Platz. "Es ist schön, gegen einen Bundesligisten zu spielen. Gegen einen Zweit- oder Drittligisten wären wir in der Favoritenrolle, dann hätten wir richtig Druck," bewertet Skripnik die Situation. Die Mannschaften stehen auf einer Stufe, am Ende wird sich zeigen, wer sich nach den Gesetzen des Pokals durchsetzen wird.

Judith Rönnau

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