Bilbao - Der FC Augsburg hat zum Auftakt seines Europa-League-Abenteuers eine Überraschung nur knapp verpasst. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl kämpfte beim hoch gehandelten spanischen Vertreter Athletic Bilbao tapfer, musste sich nach einer couragierten Leistung aber dennoch mit 1:3 (1:0) geschlagen geben.

"Wir haben gesehen, dass Bilbao große Qualität hat. Wir haben sehr gut agiert, aber uns hat das zweite Tor gefehlt. Aus wenigen Chancen muss man international etwas machen. Wir müssen kaltschnäuziger werden, dann belohnen wir uns auch", so Augsburgs Trainer Markus Weinzierl nach dem Spiel.

Im ersten internationalen Auftritt in der 108-jährigen Vereinsgeschichte erzielte Halil Altintop in der 15. Minute im Nachsetzen das Führungstor. Den schwäbischen Traumstart in die Gruppenphase verhinderten Bilbaos Torjäger Aritz Aduriz mit einem Doppelpack (55., 66.) und Markel Susaeta (90.). Der spanische Supercup-Gewinner, der noch vor rund vier Wochen den FC Barcelona mit 4:0 geschlagen hatte, gewann dank einer deutlichen Steigerung nach der Pause.

Starke Leistung wird nicht belohnt

Der FCA setzte sich gegen die heimstarken Basken lange nicht nur bravourös zur Wehr, sondern überzeugte auch spielerisch. Weinzierl hatte seinem Team das richtige Konzept mitgegeben. Mit einem auch offensiv mutigen und geschlossenen Auftritt deckte der europäische Neuling phasenweise klare Mängel in der Athletic-Defensive auf.  Glück hatte der FCA, als der überaus gefährliche Aduriz in der siebten Minute aus kurzer Entfernung scheiterte. Nachdem Altintop das Estadio de San Mamés erst einmal mehrheitlich zum Schweigen gebracht hatte, standen Dominik Kohr (26.) und Dong-Won Ji (34.) beflügelt vom Treffer dicht vor einem weiteren Tor. Im zweiten Durchgang bereitete Bilbao den Augsburgern dann aber zunehmend Probleme. 

Die Schwaben, die Raul Bobadilla und Jeong-Ho Hong ersetzen mussten, waren mit großer Vorfreude in die internationale Premiere gegangen. "Die Mannschaft ist heiß. Wir werden 90 Minuten alles versuchen und sind sehr optimistisch", hatte der Coach im Vorfeld gesagt. Und sein Team ließ dieser Ankündigung gegen den Favoriten der Gruppe L in vielerlei Hinsicht Taten folgen.

Nach dem Seitenwechsel kippt das Spiel

Selbst in der stürmischen Anfangsphase der Basken, vor der Weinzierl besonders gewarnt hatte, hielten die Fuggerstädter stand. Dass die Warnung vor der Offensivkraft nicht unberechtigt war, zeigte sich immer dann, wenn Bilbao eine Gelegenheit sah. Die Mannschaft von Trainer Ernesto Valverde zog aus einem sehr variablen 4-2-3-1-System sofort das Tempo an. Augsburg stemmte sich jedoch derart gut entgegen, dass Bilbao im ersten Durchgang zeitweilig seine Linie verlor.

Nach dem Wechsel erhöhte Athletic jedoch angetrieben von seinen Fans den Druck, und der Außenseiter hatte knifflige Momente zu überstehen. Wie bei drei Gelegenheiten von Alexander Esswein (58., 60., 76.) gelang es Weinzierls Elf trotzdem, weiterhin selbst Akzente zu setzen. Gegen Aduriz hatten sie aber kein Rezept.

SID

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