Die Verletzung von Gerald Asamoah hat beim FC St. Pauli nur kurz für Missstimmung gesorgt - dann ging der Blick wieder nach vorne.

"Wir müssen es sportlich nehmen, so etwas passiert immer wieder", sagt Trainer Holger Stanislawski. Nur nicht jammern, nach vorne schauen lautet sein Motto. Dabei hat er allen Grund zu klagen. "Königstransfer" Gerald Asamoah fällt mehrere Wochen aus. "Sehnenteilabriss am Oberschenkel" lautet die Diagnose der Verletzung, die sich der Ex-Nationalspieler bei einem Test am Samstag zuzog.

"...und jetzt so ein Mist"

Asamoah ist als erfahrene Führungsfigur auf dem Platz und Fanliebling als feste Größe eingeplant. Sofort wurde er in den Mannschaftsrat gewählt, war nach der bisherigen Vorbereitung körperlich glänzend drauf. "Ich konnte die ganze Vorbereitung beschwerdefrei durchziehen, und jetzt so ein Mist", sagte der Ex-Schalker.

Dabei war er ja gerade aus Gelsenkirchen ans Millerntor gewechselt, um seine Karriere mit Spielpraxis ausklingen zu lassen. Unter Felix Magath kam er im königsblauen Trikot in der letzten Saison nur zu acht Einsätzen. Bei St. Pauli verzichtet Asamoah auf die Hälfte seines bisherigen Gehalts von zwei Millionen Euro. Die Hälfte des verbliebenen Salärs wird immer noch von Schalke gezahlt, wohin er nach zwei Jahren in noch unbekannter Funktion zurückkehren wird.

Auf OP verzichten

"Die Verletzung jetzt ist besonders ärgerlich, weil Asa nach der starken Vorbereitung jetzt bei den Feinschliff-Übungen ausfällt", sagt Stanislawski. In den verbleibenden drei Wochen bis zum Saisonstart in Freiburg liegt der Schwerpunkt jetzt auf der Perfektionierung der taktischen Abläufe und Laufwege. Eine der Stärken der Hamburger in der zweiten Liga war ja, dass das Team mit verschiedenen taktischen Konzepten auf dem Platz reagieren konnte, die im Vorfeld mit einem "Playbook" gepaukt worden waren.

Auf eine Operation verzichten die Mannschaftsärzte der Hamburger, sein Reha-Programm hat Asamoah bereits am Dienstag begonnen. "Ich schaue nach vorne und werde alles dafür tun, bald wieder auf dem Platz zu stehen", kündigte Asamoah an, "Fußball ist kein Wunschkonzert, so etwas kommt vor, und es ist ja kein Beinbruch."