Köln - Artjoms Rudnevs will beim 1. FC Köln wieder angreifen. Nachdem er beim Hamburger SV in der vergangenen Saison nicht mehr regelmäßig zu Einsätzen gekommen ist, will sich der Lette nun in der Domstadt einen Stammplatz im Sturm der Geißbockelf erkämpfen. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 28-Jährige über seine Ziele beim FC.

bundesliga.de: Artjoms Rudnevs, Sie haben Ihren Wechsel zum 1. FC Köln damit begründet, beim FC den nächsten Schritt machen zu wollen. Inwieweit glauben Sie, dass Köln bessere Perspektiven bietet als der HSV?

Artjoms Rudnevs: Ich will mehr spielen. Außerdem war es, glaube ich, der richtige Zeitpunkt, bei einem neuen Club eine neue Herausforderung anzunehmen. Ich bin jetzt hier beim FC und möchte mit meinen Leistungen meinem neuen Team helfen.

bundesliga.de: Wie liefen die Gespräche mit Jörg Schmadtke und Peter Stöger? Wie konnten die beiden Sie zum Wechsel überzeugen?

Rudnevs: Das waren richtig gute Gespräche. Sie haben mir erklärt, wie sie mich sehen, was sie von mir erwarten und was ich vom FC, der Mannschaft und der Stadt erwarten darf. Das war alles schlüssig und für mich attraktiv.

bundesliga.de: Was haben Sie sich persönlich für die neue Saison vorgenommen?

Rudnevs: Wie ich es eingangs bereits andeutete: Wieder deutlich häufiger als beim HSV zum Einsatz kommen. Dafür bin ich hier, dafür habe ich für drei Jahre unterschrieben.

bundesliga.de: In Ihrer ersten Saison beim HSV absolvierten Sie 2012/13 alle 34 Bundesliga-Spiele und trafen zwölf Mal. Warum lief es danach nicht mehr so gut weiter?

Rudnevs: Wissen Sie: Was in der Vergangenheit war, ist für mich nicht mehr wichtig. Ich will beim FC alles geben und mich auf meine Aufgaben im Training und in den Spielen konzentrieren. Deswegen gucke ich nur nach vorne. Und da wartet auf uns eine spannende Saison voller Herausforderungen. Nach der intensiven Vorbereitung ist es nicht mehr so weit bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal – und dann kommt in zwei Wochen ja schon Darmstadt am ersten Bundesliga-Spieltag zu uns. Gut, dass es bald losgeht.

"Beim FC herrscht ein guter Teamgeist"

bundesliga.de: Wie läuft Ihre Eingewöhnungsphase in der Vorbereitung bislang? Mussten Sie Ihr Spiel sehr umstellen und an das Kölner System anpassen?

Rudnevs: Ich fühle mich sehr wohl. Die Mannschaft hat es mir aber ausgesprochen leicht gemacht in den ersten Tagen und Wochen. Beim FC herrscht ein guter Teamgeist, die Neuen werden sofort integriert. Und natürlich haben wir in der Vorbereitung intensiv an unserer Abstimmung gearbeitet, haben im Training und in den Testspielen defensiv die Dreierkette einstudiert, aber auch im 4-4-2 gespielt.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Konkurrenzsituation im Kölner Angriff? Wie funktioniert das Zusammenspiel mit Antony Modeste?

Rudnevs: Tony ist ein super Stürmer. Seine 15 Tore in der vergangenen Saison sprechen für sich. Natürlich können wir auch zusammen vorne spielen. Insgesamt haben wir viele richtig gute Offensivspieler: Leo Bittencourt, Simon Zoller, Yuya Osako, auch Marcel Risse und Konstantin Rausch können über die Flügel Druck machen.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie die Geißbockelf ein? Glauben Sie, dass der 9. Platz der vergangenen Saison erneut erreicht werden kann oder gar noch mehr?

Rudnevs: Wir haben uns als Mannschaft gemeinsam das Ziel gesetzt, Platz neun zu bestätigen bzw. zu verteidigen. In der Bundesliga gibt es starke Konkurrenz, dennoch glauben wir, dass unserer Mannschaft wieder den Sprung in die obere Tabellenhälfte schaffen kann. Wir sind auf jeden Fall sehr motiviert und freuen uns auf den Start.

bundesliga.de: Hatten Sie schon die Gelegenheit, Ihrer Verwandtschaft den Kölner Dom zu zeigen?

Rudnevs: (lacht) Meine Verwandten wohnen ja in Lettland. Wenn sie demnächst nach Köln kommen, ist dafür bestimmt die Gelegenheit.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski