Verband: Asociación del Fútbol Argentino (AFA)

Gegründet: 1893

FIFA-Mitglied seit: 1912

Bisherige WM-Teilnahmen: 15

WM-Erfolge: Weltmeister (1978, 1986)

Geschichte des Fußballs in Argentinien:

Erst waren es englische Seeleute, die sich gegen 1840 mit dem Kicken in Hafennähe die Zeit vertrieben, dann auch englische Einwanderer, die 1867 den Buenos Aires Footbal Club ins Leben riefen. Schon Ende des 19 Jahrhunderts aber war der Funke auf die heimische Bevölkerung übergesprungen und der Fußball trat einen unaufhaltsamen Siegeszug zum populären Massensport an, von allen gesellschaftlichen Schichten geliebt und praktiziert. Bereits 1901 trug eine Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel aus. Allein 14 Titel bei der Copa America, dazu zwei WM-Titel, zwei Mal Olympia-Gold und ein Sieg im Confed-Cup zeigen die Ausnahmestellung der "Albiceleste", der "Weiß-Himmelblauen". Der letzte große Sieg liegt mit dem Gewinn der Copa America 1993 allerdings schon 21 Jahre zurück. Profi-Fußball wird in Argentinien schon seit 1931 gespielt; die Primera División in ihrer heutigen Form als höchste Spielklasse gibt es seit 1985. Die bekanntesten Vereinsmannschaften sind Rekordmeister River Plate (36 Meisterschaften) und Stadtrivale Boca Juniors (24), deren Aufeinandertreffen im "Superclásico" in Buenos Aires legendär ist. Bereits 22 Mal konnten argentinische Vereine die Copa Libertadores gewinnen - Rekord und ein weiterer Beleg für die dominante Rolle Argentiniens im südamerikanischen Fußball.

WM-Geschichte:

2010 scheiterte Argentinien im Viertelfinale

Argentinien nimmt zum 16. Mal an einer WM teil, stand vier Mal im Finale und holte 1978 sowie 1986 den Titel - das spricht für sich. Schon beim Debüt 1930 schaffte es die Albiceleste ins Finale. Die Triumphe 1978 und 1986 sind eng mit herausragenden Spielerpersönlichkeiten verbunden: Mario Kempes und Diego Maradona. Seit der Finalniederlage 1990 gegen Deutschland reichte es allerdings nicht mehr zu einer vorderen Platzierung. 2002 scheiterte Argentinien sogar schon in der Vorrunde; bei den letzten beiden Endrunden hieß die Endstation jeweils im Viertelfinale Deutschland. Nach einer souveränen Qualifikation als Sieger der Südamerika-Gruppe sind die Erwartungen dieses Mal aber wieder groß.

Stars und Trainer:

Sergio Agüero, Angel di María, Gonzalo Higuaín - eine überragende Offensive, aus der einer noch herausragt: Lionel Messi. Vier Mal in Folge zum Weltfußballer des Jahres gewählt (2009-2012), verkörpert der 26-Jährige alles, was einen begnadeten Fußballer ausmacht. Ausgerechnet im Nationaltrikot konnte er das aber lange Zeit nicht abrufen; 2010 in Südafrika traf Messi in fünf Spielen kein einziges Mal und blieb auch bei Argentiniens Pleite bei der Copa América 2011 blass. Seit er nicht mehr die alleinige Last trägt, blüht Messi aber in der Albiceleste auf und überzeugt als Kapitän, Vorbereiter und Torjäger. Der Mann, der den Superstar endlich in die Nationalmannschaft eingebunden zu haben scheint, sitzt auf der Trainerbank: Alejandro Sabella hat das Team 2011 übernommen und gilt als gewiefter Stratege, obwohl er als Cheftrainer vergleichsweise wenig Erfahrung mitbringt. Viele Jahre arbeitete der 60-jährige Ex-Profi als Assistent von Daniel Passarella, u.a. bei River Plate sowie in der Nationalelf Argentiniens und Uruguays. Sein Cheftrainer-Debüt 2009 bei Estudiantes de la Plata endete gleich mit dem Gewinn der Copa Libertadores. 

Argentinien und die Bundesliga:

SVW-Torjäger Franco di Santo

Der Argentinier mit den meisten Bundesliga-Einsätzen ist Rodolfo Cardoso. Für den FC Homburg, den SC Freiburg, Werder Bremen und vor allem acht Jahre lang für den Hamburger SV lief er ab 1989 insgesamt 220 Mal in der Bundesliga auf. Heute arbeitet der 45-Jährige in Deutschland als Trainer, bis zum Sommer zuletzt bei der U23 des HSV. Auch der 1. FC Nürnberg hat seinen Kult-Gaucho: Javier Pinola hält als Abwehrspieler seit 2005 für den "Club" die Knochen hin. Der erfolgreichste Argentinier kickte für den FC Bayern und feierte gerade sein Comeback in der "Albiceleste": Mit den Münchnern holte Martin Demichelis zwischen 2005 und 2010 gleich vier Mal die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Die meisten Tore gehen auf das Konto von Diego Klimowicz, der den Großteil seiner 70 Bundesliga-Treffer vor allem im Trikot des VfL Wolfsburg (2001-2007) erzielte. Andere bekannte Argentinier in Deutschland waren Diego Placénte (Bayer Leverkusen, 2000-2005), Sergio "Zaubermaus" Zarate (FCN, HSV, 1990-1995), Juan Carlos Menseguez (VfL Wolfsburg, 2003-2007) oder auch Bernardo Roméo (HSV, 2001-2005). Aber es gab auch argentinische Kicker, die sich in der Bundesliga nicht durchsetzen konnten. Borussia Dortmund hatte davon gleich drei unter Vertrag: Juan Fernández kam in zwei Spielzeiten ab 2002 auf gerade einmal 14 Einsätze, Landsmann Leonardo Rodríguez kehrte der Liga  1992/93 nach nur 6 Partien den Rücken, Patricio Margetic schaffte 1988/89 nur 2 Spiele. Ähnlich selten stand der erste Argentinier der Bundesliga auf dem Platz. Christian Rudzki bekam bei Hannover 96 in der Saison 1972/73 vier Einsätze. Aktuell stehen in der Bundesliga vier Argentinier unter Vertrag. Neben David Abraham bei 1899 Hoffenheim und Raúl Bobadilla beim FC Augsburg setzt Werder Bremen sogar auf ein Duo. Neben Verteidiger Santiago Garcia schnürt auch Stürmer Franco di Santo seine Schuhe an der Weser. Letzterer durfte sich nach vier Toren in 23 Spielen über eine Berufung in den erweiterten WM-Kader Argentiniens freuen, wurde aber aus dem endgültigen Aufgebot gestrichen.