Hamburg - Beim Hamburger SV sehnten alle ein ganz bestimmtes Comeback herbei - das von Dennis Aogo. Nun ist es endlich soweit. Seit Saisonbeginn plagte sich der Linksverteidiger mit zahlreichen Verletzungen herum, doch am Dienstag stand er nun nach langer Zeit erstmals wieder mit seinen Teamkollegen auf dem Platz.

Die Freude war ihm deutlich anzumerken. "Es ist ein schönes Gefühl, endlich schmerzfrei zu sein. Ich hoffe, es geht so weiter", sagte Aogo, der trotz Minusgraden und eiskaltem Wind mit kurzen Hosen auflief. "Das mache ich immer so. An einem Teil meines Körpers muss immer Luft rankommen, damit ich ein gutes Gefühl habe. Das ist wie bei einer Maschine".

Möglicher Einsatz am Wochenende

Bislang konnte Veh die Linksverteidiger-Gerätschaft nur sehr selten auf dem Platz begrüßen. Dementsprechend freute sich der 49-Jährige fast schon euphorisch über die erste Einheit Aogos mit der Mannschaft. "Das ist ja fast wie ein vorgezogenes Weihnachten, endlich mal wieder einen Linksverteidiger begrüßen zu können", so der Übungsleiter.

Nun gilt es die Maschine auch auf Betriebstemperatur zu bringen. Vier Tage bleiben dafür Zeit. Eigentlich zu kurz. Und auch nicht die Art und Weise, wie Veh mit Spielern, die aus einer langen Verletzungspause kommen, umgeht. Doch bei Aogo würde der Übungsleiter eine Ausnahme machen. "Ihn richtig fit zu bekommen, ist nicht möglich. Aber wenn er spielbereit ist, dann muss man überlegen, was wertvoller ist", sagt Veh.

Mit anderen Worten: Auch wenn Aogo vielleicht noch einige Prozente weniger Leistungsvermögen aufbringen kann, ist er vielleicht dennoch das entscheidende Rädchen, um den gesamten HSV-Motor auf Touren zu bringen. "Ob es sinnvoll oder notwendig ist, müssen wir abwarten. Es ist natürlich davon abhängig, wie ich mich selber in den nächsten Tagen fühle", sagt Aogo.

Knieprobleme bei Ze Roberto

Ze Roberto musste dagegen am Dienstag auf die Trainingseinheiten verzichten. Der Brasilianer plagt sich noch mit den Nachwirkungen seiner leichten Knieverletzung aus dem Spiel gegen Stuttgart herum und trat deshalb kürzer. Am Vormittag stand bei ihm lediglich eine Behandlung auf dem Programm, am Nachmittag schwang sich der Mittelfeldspieler aufs Fahrrad-Ergometer im Trainingszentrum.

Auch Guy Demel wurde am Dienstag auf dem Trainingsplatz vergebens gesucht. Der Ivorer bekamm am Montag eine weitere Spritze gegen seine Achillessehnen-Probleme, die ihn zu einer Pause zwingt. "Das war auch in der vergangenen Woche so. Aber morgen sollte es dafür umso besser sein", zeigte sich Demel guten Mutes, am Mittwoch wieder zu den Kollegen auf dem Platz zu stoßen

Westermann beendet Training vorzeitig

Als fast letzter Mohikaner der Viererkette stand Heiko Westermann am Vormittag auf dem Platz. Aber auch der Kapitän blieb nicht bis zum Schluss draußen, sondern verschwand schon vor dem Abschlussspiel in die Kabine. Was war da los? "Nichts Schlimmes. Es war reine Vorsichtsmaßnahme, weil es ein wenig gezwickt hat. Der beißt sich aber durch", gab Armin Veh Entwarnung.

Eigentlich sollte auch Marcell Jansen sein Programm von Tag zu Tag steigern. Das Mannschaftstraining wurde für diese Woche sogar ins Auge gefasst. Doch der Linksfuß muss weiter kürzer treten, da durch die Belastung nun wieder Achillessehnenprobleme aufgetreten sind. Eine mögliche Ursache könnte ein Ausweichen in der Bewegung sein. Deshalb wird weiter von Tag zu Tag geschaut, was möglich ist.