München - Mit dem FC Augsburg hat die Fußballwelt ihren 51. Bundesligisten gefunden. Nach dem überbordenden Jubel in der Fuggerstadt ist es nun pünktlich zum Saisonstart an der Zeit, die Chancen des neuen Vereins in der höchsten deutschen Liga auszuloten. Was sagt die Fußballhistorie zu den Erfolgen der Debütanten?

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Erster Spieltag, erste Prüfung

Zur Nummer 50 in der Bundesliga wurde in der Spielzeit 2008/09 1899 Hoffenheim gekürt. Direkt in ihrer ersten Spielzeit schnupperten sie Höhenluft und gingen als Herbstmeister in die Winterpause. Dieser erstaunliche Erfolg war das Highlight des Kraichgauer Durchmarsches, dem zwei Aufstiege in Folge vorausgegangen waren.

Die Tabellenspitze konnte Hoffenheim in ebendieser Saison gleich am ersten Spieltag erklimmen. Nur zwei anderen Neulingen war dieses Kunststück zuvor bereits gelungen: Zunächst war es Hansa Rostock in der Saison 1991/92 mit einem 4:0-Heimsieg über den 1. FC Nürnberg, danach Hannover 96, die 1964 in ihrer ersten Bundesliga-Partie Borussia Dortmund auswärts mit 2:0 bezwangen.

Das sind jedoch die Glanzlichter der Auftaktleistungen aller Bundesliga-Debütanten. Insgesamt räumt die Statistik den Neuen zum Saisonstart eher schlechte Chancen ein: Die 34 Vereine, die nach der Gründung in die Bundesliga einstiegen, schafften zwölf Siege und vier Unentschieden, dafür aber auch 18 Niederlagen.

Ein Jahr Bundesliga - und dann?

In Sachen Klassenerhalt sieht es da schon besser aus: Insgesamt konnten sich elf der letzten 16 Neulinge nach ihrer ersten Saison in der Bundesliga etablieren und mussten nicht sofort wieder in die 2. Liga zurück. Die letzten vier debütierenden Clubs (Hoffenheim, Mainz, Cottbus und Unterhaching) konnten allesamt den direkten Wiederabstieg abwehren. Der FC Augsburg könnte sich als fünfte Mannschaft in diese Erfolgsserie einreihen.

Die Verlierer dieser Bilanz sind jene sechs Vereine, die tatsächlich nur eine Saison lang in der Bundesliga verweilen konnten und dann auf Nimmerwiedersehen in den unteren Ligen verschwanden. Dabei handelt es sich um das Gründungsmitglied Preußen Münster (63/64) ebenso wie um die Debütanten Tasmania Berlin (65/66), Fortuna Köln (73/74), BW 90 Berlin (86/87), VfB Leipzig (93/94) und den SSV Ulm (99/00). Andere Vereine konnten sich immerhin nach dem Abstieg wieder nach ganz oben kämpfen. Insgesamt stiegen 14 Vereine nach ihrem Bundesliga-Debüt umgehend wieder ab, 20 hielten die Klasse.

Das Vorbild aller Bundesliga-Neulinge dürfte, wie könnte es anders sein, der FC Bayern München sein. Die Bayern wurden nach ihrem Einstand in der Bundesliga am Ende der Spielzeit 1965/66 Dritte und holten sich zudem noch den DFB-Pokal. Damit schnitt der heutige Rekordmeister beim Debüt am besten ab. Kein Neuling holte gleich die Meisterschaft, da ist also noch Luft nach oben.

Schweres erstes Jahr

Nebenbei ist Augsburg aber auch "einfacher" Aufsteiger und damit traditionell ein möglicher Kandidat für eine vom Absteigskampf geprägte Saison. Die allgemeine Statistik der Aufsteiger dürfte den FCA beruhigen. Nur einer von acht Aufsteigern aus den letzten drei Jahren stieg sofort wieder ab, nämlich 2011 der FC St. Pauli. Die anderen sieben bejubelten den Klassenerhalt: Kaiserslautern, Mainz, Freiburg, Nürnberg, Hoffenheim, Köln und Mönchengladbach durften weiterhin erstklassig spielen.

Insgesamt ist das erste Jahr für einen Aufsteiger das härteste. 48 der 124 Aufsteiger in die Bundesliga stiegen ohne Umschweife sofort wieder ab, das entspricht 41 Prozent. Im zweiten Jahr waren es nur noch 25 Prozent, von einem "schweren zweiten Jahr" kann also nicht die Rede sein.

Sabine Glinker