München - In der Tabelle waren sie auf der Zielgeraden der Vorsaison dicht beieinander, am Ende trennten den Meister FC Bayern fünf Zähler vom Vize-Meister Schalke 04.

In ihrer Spielweise auf dem Rasen unterschieden sich die beiden Topteams aber doch oft sehr. Die Münchner begeisterten durch spektakulären Offensivfußball und erreichten letztlich ein Torverhältnis von 72:31. Die "Knappen" sammelten ihre Punkte überwiegend aufgrund ihrer Effektivität und der Balance zwischen Defensive und Angriff.

Am Samstag stehen sich der FCB und S04 nun vor dem Saisonstart gleich wieder gegenüber, wenn es in Augsburg (Sa., ab 17:15 Uhr im Live-Ticker) um den Prestigeträchtigen Supercup geht. Das wissen auch die Spieler aus beiden Lagern.

"Jeder ist gewillt, den Titel zu holen"

"Das Spiel findet zwar in der Vorbereitungsphase statt, aber der Supercup ist ein Titel, und den wollen wir gewinnen. Die Schalker wollen das natürlich auch", sagte Mario Gomez gegenüber bundesliga.de: "Jeder von uns, der dort zum Einsatz kommt, ist gewillt, den Titel zu holen."

Die bisherige Vorbereitung beim Rekordmeister verlief schwierig, ganze 13 Nationalspieler waren wegen ihrer WM-Teilnahme erst am vergangenen Montag ins Training an der Säbener Straße eingestiegen. "Der Trainer wird die richtigen Spieler auswählen, um die Trophäe zu gewinnen", ist der 25-Jährige zuversichtlich. Ob er selbst mit von der Partie ist, ließ Gomez auf Nachfrage von bundesliga.de noch offen: "Es hängt davon ab, wer fit ist und ob es noch irgendwelche Verletzungen gibt. Daher wird sich das wohl sehr kurzfristig entscheiden."

Gesetzt ist im Bayern-Sturm wohl Ivica Olic. Im Gegensatz zu Gomez, Miroslav Klose und Thomas Müller hat der Kroate nämlich nicht das WM-Turnier in den Knochen und arbeitet bereits seit Wochen intensiv an seiner Topform der Vorsaison.

Neue Gesichter in der S04-Abwehr

In der impuls arena wird Olic es mit einer deutlich veränderten Schalke-Abwehr zu tun bekommen, denn das Personalkarussel hat sich in der Sommerpause ordentlich gedreht. Heiko Westermann, Marcelo Bordon und Rafinha haben den Club verlassen. Der namhafteste Neuling ist Christoph Metzelder, der wohl neben Benedikt Höwedes in der Innenverteidigung gesetzt ist. Außerdem stehen die Talente Atsuto Uchida, Sergio Escudero und Kyriakos Papadopoulos bereit.

"Wir haben hohe Qualität neu dazu gewinnen können", sagt Höwedes. Das Schalker Eigengewächs hat keine Bedenken, dass sich der neue Defensivverbund schnell einspielt. "Wir werden gut miteinander klar kommen", ist sich Höwedes sicher. Zwar sei die Zeit, sich aufeinander einzustellen, knapp bemessen, "aber es muss und wird klappen. Wir werden uns gegenseitig auf dem Platz coachen und uns Hilfestellungen geben", so der U-21-Europameister.

Weil aber im Angriff der "Königsblauen" neuerdings der spanische Superstar Raul wirbelt und bei den Bayern die "Zauberer" Arjen Robben und Franck Ribery nicht fit sind, könnten die Rollen beim Kampf um den Supercup auch erstmal anders verteilt sein.