München - Das Top-Duell des 13. Spieltags wirft seine Schatten schon voraus. Nach der Länderspielpause trifft der Rekordmeister auf den amtierenden Deutschen Meister, der Erste auf den Zweiten, der FC Bayern München auf Borussia Dortmund.

bundesliga.de stellt im Vorfeld die beiden Spitzenteams in allen Mannschaftsteilen gegenüber und vergleicht die Protagonisten anhand ihrer Leistungen in der laufenden Bundesliga-Saison. Der sechste Teil der Analyse beschäftigt sich mit den Angreifern der Teams.

Mario Gomez

Mit 13 Toren liegt Gomez an der Spitze der Torschützenliste. Er ist der erste Bayern-Spieler seit 34 Jahren, der nach zwölf Spieltagen 13 Mal traf, zuletzt war das "Bomber" Gerd Müller 1977/78 gelungen. Der 26-Jährige wurde in der vergangenen Saison erstmals Torschützenkönig - 28 Tore waren ein persönlicher Saisonrekord. Dieses Jahr ist er auf gutem Weg, eine neue Bestmarke aufzustellen. Im Schnitt nur 3,3 Torschüsse benötigt der gebürtige Riedlinger für einen Treffer. Nur Gomez traf aktuell vier Mal in der Anfangsviertelstunde und brachte sein Team auch schon fünf Mal mit 1:0 in Führung. Neun seiner 13 Treffer markierte Gomez daheim - Ligaspitze. Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld stellte den Stürmer kürzlich sogar mit einem Weltstar auf eine Stufe. "Gomez ist für die Bayern genauso wichtig wie Messi für den FC Barcelona", sagte der frühere Bayern-Coach der Münchner "tz".

Nils Petersen

Von solchen Spielern träumen Trainer. "Ich freue mich über jede Minute, die mir der Trainer gibt", sagt Gomez-Backup Nils Petersen. Der Neuzugang ist in dieser Saison so etwas wie der Lehrling im Angriff der Münchner. Im Schatten von Nationalstürmer Gomez kann sich der 22-Jährige an die hohen Anforderungen beim Rekordmeister gewöhnen und sein Talent bei Kurzeinsätzen unter Beweis stellen. Gegen Freiburg als "Joker" und in Schalke in seinem einzigen Bundesliga-Spiel von Beginn erzielte er jeweils ein Tor. Im Pokal traf er doppelt gegen Ingolstadt. Der junge Stürmer hätte noch häufiger treffen können, ließ aber zwei von vier Großchancen ungenutzt. Mit 25 Toren für Energie Cottbus wurde Petersen in der Vorsaison Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Beim FC Bayern steht er - vorausgesetzt Gomez ist fit - auf nicht absehbare Zeit im zweiten Glied.

Robert Lewandowski

In der Vorsaison kam er meist als "Joker" ins Spiel, in dieser Saison blüht er als Stammkraft auf: Lewandowski stand in allen zwölf Saisonspielen in der Startelf und das stets als Spitze - acht Tore erzielte er bislang, ist damit Top-Torschütze des BVB. Fünf weitere Treffer bereitete er außerdem vor. Der Pole erzielte in den zwölf Partien dieser Saison genauso viele Tore wie in der kompletten Spielzeit 2010/11. "Robert ist ein Beispiel dafür, dass man mit Beharrlichkeit viel erreichen kann", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp: "Es war gut, dass wir uns von der öffentlichen Kritik an ihm nicht haben blenden lassen." Alle acht Saisontore erzielte der 23-Jährige allerdings in Heimspielen. Letztmals auswärts war er am 5. Dezember des Vorjahres in Nürnberg erfolgreich - bricht er den Bann nun ausgerechnet in München?

Lucas Barrios

In der vergangenen Saison waren seine Tore eine Art Sieg-Garantie: In 13 Partien traf Barrios ins Tor, alle 13 Spiele gewann der BVB. Unter anderem traf er auch in den Duellen mit den Bayern je ein Mal - in Dortmund siegte der BVB mit 2:0, in München feierten die Borussen einen 3:1-Erfolg. Barrios war 2009/10 mit 19 Treffern und 2010/11 mit 16 Treffern der beste Torschütze der Borussia. Da er nach einem Muskelbündelriss lange verletzt war, stand er in dieser Saison noch nicht in der Startelf des Meisters, wurde lediglich fünf Mal eingewechselt. Aktuell wartet er noch auf sein erstes Saisontor und bringt seinen Coach in Entscheidungsnot. Weil Lewandowski knipst, sieht Klopp keinen Grund zu wechseln. "Er ist zu hundert Prozent fit; für ihn ist die Situation wirklich schwierig", sagt Klopp. "Es ist eine Gratwanderung für uns, ihm Spielpraxis zu geben und zugleich Konstanz in unserem Spiel zu behalten."

Mit Gomez stürmt für den FC Bayern derzeit das personifizierte Selbstvertrauen. Der Angreifer stellt derzeit mit bestechender Quote alle anderen in den Schatten. Deshalb haben die Münchner im Vergleich der Angriffsreihen klar die Nase vorne. In Petersen sitzt der ideale zweite Mann als Backup auf der Bank: jung, talentiert und ohne große Ansprüche. Zuletzt machte auch Ivica Olic, der in dieser Saison erst 58 Minuten zum Einsatz kam, mit einem Tor für Kroatien in den Playoffs zur EM auf sich aufmerksam. Dortmunds Angriff fehlt derweil noch die Konstanz: Lewandowski tut sich auf fremdem Platz schwer, mit Barrios drückt ein namhafter Star die Bank, dem es momentan an Spielpraxis mangelt.


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