Gdansk - Bastian Schweinsteiger hat nach dem Halbfinal-Einzug der deutschen Nationalmannschaft bei der EM in Polen und der Ukraine Selbstkritik geübt und gesundheitliche Probleme eingeräumt. "Gegen die Griechen sind mir einige Fehlpässe unterlaufen, die mir sonst nie passieren. Das darf einem Spieler wie mir nicht passieren", sagte der 27-Jährige nach dem 4:2 der DFB-Auswahl gegen Griechenland in diversen Zeitungsinterviews.

Der deutsche Vize-Kapitän berichtete, dass er infolge seines Außenbandrisses im Februar immer noch nicht voll auf der Höhe sei. "Um ehrlich zu sein, macht mir der Knöchel Sorgen. Es geht um kleine Bewegungen, um Explosivkraft", sagte Schweinsteiger, der beim 2:1 in der Vorrunde gegen die Niederlande beide Tore von Mario Gomez vorbereitet hatte, gegen die Griechen aber deutlich abfiel.

Lahm: "Wir brauchen im Halbfinale fitte Spieler"



"Ich habe vor dem Griechenland-Spiel nur das Abschlusstraining absolvieren können. Da fehlt einem was", erklärte Schweinsteiger, der sich in der Vorbereitung zudem mit einer hartnäckigen Wadenverletzung hatte herumschlagen müssen. Bis zum Halbfinale der DFB-Auswahl am Donnerstag in Warschau wird Schweinsteiger den Schwerpunkt wieder auf Regeneration legen.

"Wir brauchen im Halbfinale fitte Spieler, da können nicht drei, vier Prozent fehlen", betonte Philipp Lahm am Sonntag, dass kein Profi mit einer Blessur ins Rennen gehen darf. Der DFB-Kapitän ist aber überzeugt davon, dass sein Münchner Vereinskollege in Warschau nur aufläuft, wenn er einhundertprozentig fit ist: "Da mache ich mir keine Sorgen. Bastian ist erfahren genug und kennt seinen Körper in- und auswendig. Lahm ergänzte, dass ein Einsatz des 94-maligen Nationalspielers im Semifinale für die Mannschaft "sehr wichtig" sei.

Mit Bankplatz "kein Problem"



Schweinsteiger selbst hätte nach eigenen Angaben kein Problem damit, wenn Bundestrainer Joachim Löw ihn im Halbfinale auf die Bank setzen würde. "Wenn der Bundestrainer so entscheidet, hätte ich kein Problem damit. Wir haben doch gegen Griechenland rotiert. Da kamen mit Marco Reus, Jerome Boateng, Andre Schürrle und Miroslav Klose neue Spieler ins Team. Und für sie war es ganz wichtig, dass sie Rückendeckung von den Spielern bekommen haben, für die sie in dem Spiel gespielt haben. Von Lukas Podolski, Thomas Müller, Lars Bender und Mario Gomez. So etwas ist nicht in jeder Mannschaft selbstverständlich."

Er selbst würde trotz seiner Beschwerden aber auch im Halbfinale wohl gerne spielen, wie er durchblicken ließ: "Das ist nicht optimal verheilt. Aber die Zeit ist noch nicht gekommen, wo ich mich schonen kann. Wir haben hoffentlich noch zwei Spiele, da beiße ich mich durch. Danach muss ich allerdings sehen, dass ich endlich mal wieder ganz gesund werde."