Zusammenfassung

  • Andrey Yarmolenko wechselt von Dynamo Kiew zu Borussia Dortmund

  • Der Ukrainer ist in seinem Land ein Top-Star und international bereits sehr erfahren

  • Trotz seiner gewaltigen Statur ist der 27-Jährige schnell und technisch hoch versiert

Köln – Es war mal wieder ein perfekter Schachzug von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: Während die Fußballwelt in Barcelona auf die Vorstellung von Ousmane Dembele wartete, präsentierte Borussia Dortmund bereits dessen Nachfolger. Mit Andrey Yarmolenko kommt ein Spieler, der dem BVB sofort weiterhelfen kann.

Im Gegensatz zu jüngsten Verpflichtungen wie Dan-Axel Zagadou, Maximilian Philipp oder Ousmane Dembele selbst noch vor einem Jahr, ist der Transfer des 27-jährigen keiner, der erst noch behutsam aufgebaut werden muss. Andrey Yarmolenko ist schon seit Jahren der absolute Top-Star in der Ukraine, wurde dort zuletzt dreimal in Folge als Fußballer des Jahres ausgezeichnet.

Enorme internationale Erfahrung

Der 69-malige ukrainische Nationalspieler dürfte den meisten Fans hierzulande wohl noch von den vergangenen beiden Europameisterschaften bekannt sein. So stand er etwa auch bei der 0:2-Niederlage gegen Deutschland im vergangenen Sommer 90 Minuten auf dem Platz. Zur Länderspiel-Erfahrung kommt eine ordentliche Europa-Pokal-Expertise: 36 Champions-League- und 43 Europa-League-Einsätze hat er in seiner Vita stehen. Keine Frage: Dieser Mann hilft der Elf von Peter Bosz sofort weiter.

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Bislang ist Yarmolenko seiner einzigen Station im Seniorenbereich immer treu geblieben. Für Dynamo Kiew erzielte er 137 Tore in 339 Pflichtspielen. Jetzt also der Schritt nach Dortmund: "Wir haben ihn schon seit langer Zeit verfolgt, er steht für Fußball auf Top-Niveau", sagte Sportdirektor Michael Zorc bei der Vertragsunterzeichnung. Und Yarmolenko fügte hinzu: "Ich bin sehr dankbar, dass Dynamo Kiew mir meinen Traum erfüllt hat, zu einem großen europäischen Club wechseln zu dürfen."

Markenzeichen: Übersteiger

Genau wie Dembele ist Yarmolenko ein Spieler, der über die offensive Außenbahn, bevorzugt über die rechte Seite, kommt. Doch wie passt ein Hüne von 1,89 Metern in das Profil dieser Position, wo sich sonst doch meist die kleinen Tempodribbler vom Typ Dembele wohlfühlen?

Die Anwtort ist: Yarmolenko bringt zwar eine gewisse Wucht mit, hat aber trotzdem eine ungeheure Geschwindigkeit und ist – man mag es bei der Größe kaum glauben – technisch höchst filigran. Waren es bei Dembele noch die typischen Haken, so treibt Yarmolenko seine Gegenspieler oft mit Übersteigern zur Weißglut – durchaus sein Markenzeichen.

Idealer Zuarbeiter für Aubameyang

Und diesen "Signature-Move" beherrscht er in solcher Perfektion, dass er dabei oft in der Lage ist, mehrere Gegenspieler zu binden, sie aussteigen zu lassen, zur Grundlinie zu sprinten, um dann die Flanke in die Box zu bringen. Ein idealer Zuarbeiter also für einen Vollstrecker wie Pierre-Emerick Aubameyang.

Ob dem neuen Borussen gleich die Akklimatisierung in der Bundesliga gelingt, dürfte mit Spannung erwartet werden, kommt Yarmolenko aber erstmal in Fahrt, darf sich die Bundesliga auf einen extrem spannenden Spieler freuen.

Karol Herrmann