München - Nach zwölf Jahren Profi-Fußball, 256 Erstliga-Einsätzen in Europa und 21 Länderspielen ist für Andreas Hinkel mit dem "geilsten Sport der Welt" Schluss. "Ich habe mich dazu entschlossen, meine aktive Laufbahn zu beenden", teilte der 30-Jährige am Montag auf seiner Internetseite mit. Der Rücktritt sei "kein kurzfristiger Entschluss, sondern seit längerem geplant."

Letztlich hatten den Familienvater auch Angebote aus dem Ausland nicht zu einer Fortsetzung seiner turbulenten, aber meistens erfolgreichen Karriere bewegen können. "Es gab in den letzten Monaten viele Anfragen. Aber zusammen mit meiner Familie habe ich beschlossen, dass das nichts mehr für uns ist", schrieb Hinkel in seinem Blog. Neben 162 Bundesligaeinsätzen hatte er es auch auf 15 Begegnungen in der spanischen sowie 79 Spielen in der schottischen Eliteliga gebracht.

Mit den "Jungen Wilden" in der Champions League



Sein Profi-Debüt hatte der Schwabe 2000 beim Bundesligisten VfB Stuttgart gefeiert. Als wichtige Stütze auf der rechten Abwehrseite war er am Erfolg der "Jungen Wilden" maßgeblich beteiligt. Unter Trainer Felix Magath verpasste Hinkel mit seinem Team 2003 nur knapp die deutsche Meisterschaft, der Sieg in der Champions League gegen die hochkarätig besetzte Startruppe von Manchester United gehörte zu den Höhepunkten in Hinkels sportlicher Vita.

"Ich bin mit mir und meiner Karriere völlig im Reinen. Ich habe zwölf Jahre auf sehr hohem Niveau gespielt", schrieb Hinkel. Während seiner Zeit beim FC Sevilla (2006 bis 2008) gewann er den UEFA- sowie den spanischen Pokal, ebenso den europäischen und spanischen Supercup. In den folgenden drei Jahren beim schottischen Traditionsclub Celtic Glasgow feierte er zudem den Triumph in Meisterschaft, Pokal und Ligapokal.

"Voller Tatendrang" für die Karriere nach der Karriere



In der vergangenen Saison hatte Hinkel beim Bundesligisten SC Freiburg unter Vertrag gestanden. Allerdings knüpfte er im Breisgau nicht an die starken Leistungen vergangener Tage an und kam nur sieben Mal zum Einsatz. Vielleicht auch deshalb hat er frühzeitig an einem erfolgreichen Lebensabschnitt nach der aktiven Karriere gearbeitet. "Natürlich wird dieser auch mit Fußball zu tun haben, das ist der geilste Sport der Welt", schrieb Hinkel, der "voller Tatendrang" sei.

In welchem Bereich er dort genau tätig sein wird, ließ Hinkel zunächst noch offen. "Ich sage immer: Erst muss man sich informieren, dann kann man auch ein neutrales Urteil fällen." Wichtig sei nur, "alle Perspektiven erlebt zu haben."