Johannesburg - Kapitän Andreas Beck ist der Südafrika-Experte im Team der TSG Hoffenheim. Im Interview mit achtzehn99.de spricht er über die Taktung im Trainingslager, das erste Testspiel am Sonntag und die Bedingungen in Johannesburg.

Frage: Andreas, die ersten intensiven Einheiten liegen hinter Dir und dem Team. Spürst Du die Belastung?

Andreas Beck: "Natürlich. Wir hatten zwar alle im Urlaub für die letzten zehn Tage unsere individuellen Trainingspläne dabei, aber Teamtraining mit dieser Intensität ist schon etwas anderes. Teilweise versuchen wir schon an die Belastung eines Spiels heranzugehen. Da spürt man die Beine, wenn die zweite oder dritte Einheit an einem Tag ansteht. Vor allem, wenn Spielformen auf dem Plan sind, geht es schon richtig zu Sache. Da ist es auch egal, ob es 20 oder 30 Grad hat - das strengt an."

Frage: Am Sonntag steht das erste Testspiel an. Eine gewisse Vorfreude ist da, oder?

Beck: "Klar, wir sind als Fußballer alle Wettkampftypen und mögen es, uns zu messen. Aber das ist gefühlt noch weit weg. Wir werden vorher noch ein, zwei, drei Mal auf dem Platz trainieren und Video-Studium machen - das haben wir in den Köpfen. Dennoch freue ich mich. Das letzte Spiel - an das wir natürlich alle gute Erinnerungen haben - war das 5:0 in Berlin vor einigen Wochen. Elf gegen Elf auf dem Rasen - da kribbelt es schon."

"Wir sind gefestigt"

Frage: Wenn man die Mannschaft auf und neben dem Platz sieht, fällt die Geschlossenheit der Truppe sofort auf...

Beck: "Das fühlt sich auch als Teil der Mannschaft so an. Wir mussten uns hier ja nicht neu finden. Wir kennen uns, viele schon seit Jahren, und sind gefestigt. Die Charaktere passen zusammen und das spürt man auch. Es ist als würde man zur Familie zurückkehren. Es haben sich sicherlich alle auf das Wiedersehen gefreut."

Frage: In den aktuellen Ranglisten des "Kicker" sind viele Spieler aus der Mannschaft dabei. Unter anderem auch du. Wie nimmst du das wahr?

Beck: "Das muss wohl veröffentlicht worden sein, als ich im Urlaub wahr. Ich habe es nämlich bis eben überhaupt nicht wahrgenommen. Ich lese generell nur wenig Sportpresse, aber natürlich ist das für uns eine Anerkennung, eine Bestätigung unserer Arbeit von außen, wenn viele Spieler dabei sind. Wir stehen auf Platz sieben und haben ansehnlichen Fußball gespielt. Das soll aber nicht das Ende sein, wir wollen uns entwickeln und unseren Spielstil weiter pflegen, dann kommen hoffentlich noch mehr Punkte für die Mannschaft und vielleicht auch die eine oder andere persönlichen Auszeichnung hinzu."

"Der Platz ist in einem super Zustand"

Frage: Du warst mehrfach in Kapstadt im Urlaub. Kannst du einen Vergleich zu Johannesburg ziehen?

Beck: "Kulturell und in Bezug auf die Lebensweise sowie die Lebensbedingungen kann ich das nicht. Hier sehe ich fast nur Hotel und Trainingsplatz, während ich in Kapstadt viel von der Stadt erlebt habe. Aber klimatisch kann ich einen Vergleich ziehen: In Kapstadt gibt es, meinem subjektiven Eindruck nach, weniger Wolken und die Sonne ist extremer. Durch das Meer und den angenehmen Wind fällt das aber nicht so auf. Hier ist es gefühlt heißer und durch die Höhe ist die körperliche Arbeit anstrengender. Auf über 1700 Metern Höhe pumpt man ein bisschen schneller (lacht)."

Frage: Es ist das erste Trainingslager der TSG in Afrika. Wie zufrieden bist du mit den Bedingungen?

Beck: "Sehr gut. Wir waren ja schon einige Male in Spanien, Portugal oder der Türkei im Wintertrainingslager und dort ist das Wetter nicht so stabil. Es kann eher mal kühl werden oder auch regnen. Hier kommt vielleicht mal kurz Regen runter, aber grundsätzlich ist es immer schön. Und der Platz ist, obwohl hier gerade Hochsommer ist, in einem super Zustand."

Video: Die TSG in Südafrika