Andreas Beck ist kein Mann der großen Schlagzeilen. Er ist keiner, der mit viel Tamtam auf sich aufmerksam macht, teure Sportwagen fährt oder sich die Nächte um die Ohren schlägt und sein Konterfei anschließend in den Boulevard-Blättern wiederfindet.

Vielmehr ist Beck auf dem Platz als akribischer Arbeiter mit viel Leidenschaft bekannt. Und wenn die Lichter in den Stadien der Bundesliga ausgehen, dann lümmelt er viel lieber daheim auf dem Sofa und liest ein gutes Buch, als zu feiern.

Geboren in Russland

So war Beck aber schon immer. Die Arbeit stand vor dem Vergnügen und der Wunsch, eines Tages Fußballprofi zu werden, gab ihm Kraft und Mut, um auch die schwierigsten Situationen durchzustehen.

Im russischen Kemerowo geboren, erlebte Beck eine wohlbehütete und doch harte Kindheit. Als er drei Jahre alt war wanderte seine Familie nach Deutschland aus. "Ich werde nicht vergessen, dass wir anfangs in einem Wohnwagen gelebt haben", erinnert er sich auf seiner Homepage.

Ein Hallenturnier änderte alles

Sich im deutschen Alltag zurechtzufinden, war eine tägliche Herausforderung, bei der eine Sache half. "Der Fußball war ein sehr wichtiges Bindeglied", sagte Beck. "Durch den Fußball haben wir doch sehr schnell Anschluss gefunden und erste Freundschaften geschlossen."

Angefangen hat er bei der DJK-SG Wasseralfingen und beim SVH Königsbronn. "Bei einem Hallenturnier in Ulm veränderte sich vieles für mich", so Beck. Der VfB Stuttgart war auf das junge Talent aufmerksam geworden. Mit 14 wechselte er also zum VfB.

Beinahe täglich musste er die lange Strecke zwischen der schwäbischen Metropole und Wasseralfingen pendeln. Morgens ging es zur Schule, anschließend zum Bahnhof und auf der Fahrt zum Trainingsgelände wurden die Hausaufgaben erledigt.

In Hoffenheim angekommen

Doch die Zeit der Entbehrungen trugen Früchte. Mit Stuttgarts U17 und U19 wurde er Deutscher Meister und schnupperte im Februar 2006 erste Bundesliga-Luft beim VfB. Ein Jahr später konnte er auch mit der Profimannschaft die Meisterschale gen Himmel recken.

Beck suchte aber nach einer neuen Herausforderung, da er in Stuttgart nicht regelmäßig zum Einsatz kam. Und so wechselte er zur Saison 2008/09 zum Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim. Dort avancierte er nicht nur umgehend zum Stammspieler, sondern wurde auch erstmals für die deutsche Nationalmannschaft berufen.

Die harte Arbeit hat sich also ausgezahlt. Doch wer glaubt, jetzt werde sich Beck auf seinen Lorbeeren ausruhen, kennt ihn nicht. Es gibt immer neue Ziele, immer neue Herausforderungen. Und dafür wird er weiter pausenlos schuften.

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