Silva und Guerreiro standen schon bei der WM 2018 gemeinsam im portugiesischen Aufgebot - © Nuno Pinto Fernandes/imago/GlobalImagens
Silva und Guerreiro standen schon bei der WM 2018 gemeinsam im portugiesischen Aufgebot - © Nuno Pinto Fernandes/imago/GlobalImagens
bundesliga

Andre Silva und Raphael Guerreiro mit Portugal auf Mission Titelverteidigung

Wenn am 11. Juni der Startschuss für die UEFA Europameisterschaft fällt, vertreten wieder zahlreiche Bundesliga-Profis ihre Nation. So auch Raphael Guerreiro von Borussia Dortmund und Frankfurt-Stürmer Andre Silva, die beide im Aufgebot für Portugal stehen. Für den Europameister von 2016 geht es um die Titelverteidigung, bei der die beiden eine wichtige Rolle spielen könnten.

Auf Superstar Cristiano Ronaldo werden in diesem Jahr natürlich wieder nicht nur das Augenmerk, sondern auch hohe Erwartungen liegen, wenn die portugiesische Nationalmannschaft auf die Mission der Titelverteidigung geht. Auch wenn Ronaldo mit seinen 36 Jahren noch immer das Gesicht der "Selecao“ ist, hat Portugal bereits hochkarätige Nachfolger in den eigenen Reihen – und davon kommen zwei aus der Bundesliga.

Silva ist in Topform

"Wenn ich zurücktrete, wird Portugal in guten Händen sein, denn das Team hat bereits einen tollen Stürmer gefunden“, erklärte Ronaldo bereits 2017 der Gazetta dello Sport. Der Weltfußballer sprach von keinem geringeren als Andre Silva. Für den Stürmer von Eintracht Frankfurt wird es die erste Europameisterschaft seiner Karriere sein - und in dieses Turnier kann er mit breiter Brust gehen.

Der 25-Jährige war in dieser Bundesliga-Saison kaum zu stoppen und stellte mit 28 Saisontoren einen neuen Vereinsrekord für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga auf - dabei überholte er Eintracht-Legende Bernd Hölzenbein. Zudem kamen fünf Torvorlagen auf sein Scorer-Konto.

Silva entwickelte sich in der Saison zu einem kompletten Stürmer und wurde für seinen Torinstinkt gefürchtet. Dadurch entschied er viele wichtige Spiele für die Eintracht, die einen Platz in der Champions League knapp verpasste. "Wir haben diese Saison einen guten Job gemacht“, sagte Silva nach dem letzten Saisonspiel etwas demütig. Eintracht-Trainer Adi Hütter wusste genau, was er an seinem Schützling hatte: "Eintracht kann stolz sein auf so einen Stürmer“, so der Österreicher nach dem Saisonfinale.

Nun gilt es für Silva, sein Land stolz zu machen und an die starken Leistungen anzuknüpfen. Er hat auf jeden Fall die Form und die Qualität, sich auch in der exzellent besetzten Offensive der Iberer seinen Stammplatz zu sichern.

Des einen Freud, des anderen Leid: Silva köpft gegen den BVB das Siegtor - TimGroothuis/Groothuis/Witters/Pool/Witters

Guerreiro bringt Erfahrung

Anders als sein Landsmann Silva hat Raphael Guerreiro mit Borussia Dortmund einen starken Endspurt hingelegt und sogar noch Platz drei der Tabelle erreicht. Dabei gelangen dem 27-Jährigen in der abgelaufenen Saison fünf Tore und elf Vorlagen.

Sowohl bei Borussia Dortmund als auch in der "Selecao“ wird Guerreiro hauptsächlich als linker Verteidiger eingesetzt, wobei sein Wirkungskreis beileibe nicht nur die Defensivarbeit beinhaltet: "Ich habe einen starken Offensivdrang und will Pässe in die gefährlichen Zonen spielen, um Lücken zu finden", so der Linksfuß. Zudem sei ihm wichtig, auf dem Platz "innovativ zu sein". "Wenn ich meine Position verlasse, weiß ich, dass ein Teamkollege sich darum kümmern wird", so der BVB-Spieler.

Besonders durch seine internationale Erfahrung wird Guerreiro ein wichtiger Bestandteil der Portugiesen werden. 45 Länderspiele bestritt er bisher und kommt dabei auf zwei Tore und zehn Vorlagen. Während der Europameisterschaft 2016 kam er in fünf von sieben Spielen zum Einsatz und stand in diesen Partien die komplette Spielzeit auf dem Platz. Im Halbfinale gegen Wales bereitete Guerreiro den wichtigen Führungstreffer für Ronaldo vor und auch im Finale war er über die vollen 120 Minuten dabei.

In den Spielen der WM-Qualifikation mühte sich Portugal in diesem Jahr zu knappen Erfolgen und qualifizierte sich gerade so für die Endrunde. Raphael Guerreiro stand in diesen Partien nicht im Kader. Nun soll er bei der EM wieder für Furore auf der linken Seite führen und vielleicht legt er ja auch Andre Silva im Sturm ein Tor auf.

Die Mission Titelverteidigung beginnt für Portugal am 15. Juni gegen Ungarn. In Gruppe F treffen Andre Silva und Raphael Guerreiro auf einige bekannte Gesichter aus der Bundesliga, wenn es gegen Deutschland geht (19. Juni). Zudem wird die Neuauflage des Finals von 2016 gegen Frankreich zu einer großen Herausforderung, bei der Silva und Guerreiro erneut mit Portugal Geschichte schreiben könnten.

Simon Schmortte