Zusammenfassung

  • Der Stürmer kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück

  • Coach Gisdol schätzt sein Tempo und seinen Willen

  • Zusammen mit Wood, Müller und Kostic soll Hahn die Offensive bilden

Köln - Vor sieben Jahren war seine Zeit in der Hansestadt vorbei. Über die zweite Mannschaft in der Regionalliga war André Hahn beim Hamburger SV nicht hinausgekommen. Stattdessen ging es zunächst in die Fußball-Provinz - und von dort im Sprint bis in die Nationalmannschaft. Jetzt kehrt der verlorene - oder besser - der verkannte Sohn an die Elbe zurück. Und soll einer der Eckpfeiler im neuen Spielsystem von Coach Markus Gisdol werden.

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Für André Hahn ist es die Rückkehr in die Heimat. Schließlich ist der 26-Jährige in Otterndorf gleich an der Nordsee aufgewachsen, hat zwei Jahre im Nachwuchsleistungszentrum des HSV gespielt. Und natürlich ist es auch eine Genugtuung. Denn die großen sportlichen Erfolge hatte er einst im Norden nicht feiern können. Höher als bis zur Regionalliga schaffte er es nie. Beim Bremer Stadtteilclub FC Oberneuland musste er zeitweise mit 200 Euro im Monat auskommen. "Ich wohnte in einer Wohngemeinschaft und habe mich von Fertigpizza ernährt", erinnert sich Hahn.

Zwölf Saisontore sind Hahns Rekord

Erst mit dem Wechsel in weit südlichere Gefilde begann sein großer Aufstieg. Über die 3. Liga beim TuS Koblenz und Kickers Offenbach ging es zum FC Augsburg in die Bundesliga. Und schon bald kam sogar die Einladung zur Nationalelf. Nach nur einem Einsatz wurde er aber aus dem vorläufigen Kader zur Weltmeisterschaft 2014 wieder gestrichen. Dafür ging es weiter zu Borussia Mönchengladbach und in die Europa und Champions League.

An seine starke Serie aus der Fuggerstadt, wo er in der Saison 2013/14 zwölf Tore erzielt hatte, konnte er am Niederrhein zunächst aber nicht anschließen. Nach einer guten Hinserie 2014/15 als Stammspieler mit drei Treffern, kam der Außenstürmer nach einer Achillessehnenblessur nur noch sporadisch zum Einsatz. In der Folgesaison stoppte ihn ein Meniskusriss für lange Zeit. Erst im Saisonschlussspurt fand er zur Topform zurück und erzielte in den letzten sieben Spielen sechs Tore. In der vergangenen Saison stand Hahn immerhin in 30 Bundesliga-Spielen, dazu in sechs Partien der Champions League auf dem Platz, erzielte in allen Wettbewerben zusammen fünf Tore.

Gisdol setzt auf Pressing

Seine Torgefährlichkeit kann auch der HSV gut gebrauchen, schließlich erzielten die Rothosen in der abgelaufenen Saison gerade einmal 33 Treffer. Doch dafür hat Markus Gisdol den Mann für die rechte Außenbahn, der auch im Sturmzentrum spielen kann, nicht in erster Linie geholt. Vor allem schätzt der Coach Hahns Tempo und seinen unbedingten Willen, jeden Weg gehen zu wollen. Gisdol will mit den Hamburgern künftig noch stärker auf Pressing und Gegenpressing setzen, die Gegner schon in deren Spielhälfte attackieren und zu Fehlern zwingen.

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Hahn kennt das aus Gladbach genau, hat die offensive Art zu verteidigen aufgesogen. Zudem ist er sehr stark im Umschaltspiel, kann Spielsituationen schnell erkennen. Gerade in Laufduellen kann sich der 1,85 Meter große Angreifer durchsetzen, hinzu kommt sein harter, platzierter Schuss. Zusammen mit Bobby Wood, Nicolai Müller und Filip Kostic soll Hahn die neue Offensive der Hanseaten bilden. Alle vier stehen für Tempo, Power und Konter-Fußball. Gemeinsam sollen sie für Tore sorgen und Hamburg eine Saison ohne Abstiegsangst bescheren.

Tobias Schild