Stuttgart - Die unangenehmen Fragen nach den vergangenen Wochen ließ Thomas Müller lapidar abprallen am Mittwochabend. Nur Minuten zuvor hatte der 22-Jährige die Antworten auf die Kritik an seiner Person auf dem Platz gegeben. Der Offensivakteur spielte die herausragende Rolle beim 2:0-Viertelfinalsieg im Pokal gegen Stuttgart.

"Wer behauptet, dass ihm Kritik gefällt, der lügt", sagte Müller knapp. Der Nationalspieler profitierte davon, dass sein Trainer Jupp Heynckes Arjen Robben zu Beginn auf die Bank setzte. Toni Kroos rückte hinter die Spitze, Müller auf die rechte Außenbahn - ein Schachzug der sich bezahlt machte. Im Interview spricht Müller über die Verletzung von Bastian Schweinsteiger, seine Rückkehr auf den rechten Flügel und den Wunschgegner im Pokalhalbfinale.

Frage: Thomas Müller, Dortmund, Gladbach und Fürth heißen die möglichen Halbfinal-Konkurrenten. Wen wünschen Sie sich bei der Auslosung am Samstagabend?

Thomas Müller: Wir wollen nach Berlin. Über den Gegner reden wir dann, wenn es soweit ist.

Frage: Aber eigentlich dürfte die Frage bei diesen Konkurrenten ja leicht fallen...

Müller: Den Wunschgegner gibt es nur in der Presse. Wir können ohnehin nichts beeinflussen.

Frage: Das 2:0 war sehr souverän. War das schon wieder die Dominanz, die in den letzten Wochen gefehlt hat?

Müller: Da ich mitgespielt habe, kann ich nicht sagen, wie dominant wir waren. Wir haben vorne gute Torchancen gehabt und hinten wenig anbrennen lassen. Bei Standards waren die Stuttgarter ein bisschen gefährlich, aber hatten keine Riesentorchancen. Wir haben versucht, über außen mit mehr Flankenbällen zu agieren - das hat ganz gut funktioniert. Wichtig war, 1:0 in Führung zu gehen - da haben wir uns in dieser Saison immer leichter getan.

Frage: Glauben Sie, dass der Knoten durch den Erfolg geplatzt ist und es nun auch in der Bundesliga wieder besser läuft?

Müller: Am besten wir sprechen am Samstag nach dem Lautern-Spiel darüber, ob der Knoten geplatzt ist. Wir sind erst einmal glücklich, dass wir gegen den VfB gewonnen haben. Für Samstag bin ich sehr optimistisch, weil wir zuhause viele Spiele souverän gewonnen haben.

Frage: Als Wermutstropfen bleibt die Verletzung von Bastian Schweinsteiger, der sich womöglich eine schlimmere Bänderverletzung zugezogen hat.

Müller: Wir müssen die Untersuchung am Donnerstag abwarten. Es wäre sehr bedauerlich, wenn wir auf ihn verzichten müssten. Aber so ist eben: Mit Verletzungen müssen wir umgehen können. Die anderen müssen dann eben wieder in die Bresche springen.

Frage: Wie haben Sie sich auf der rechten Seite gefühlt?

Müller: Wenn man zwei Tore vorbereitet, dann fühlt man sich nie ganz schlecht. Wäre am letzten Samstag mein Schuss gegen Drobny reingegangen, dann hätte ich mich vielleicht auch besser gefühlt und wir hätten gewonnen. Gegen den VfB lief es für die ganze Mannschaft gut und für mich persönlich auch - das kann man festhalten. Aber eine so große Aussagekraft hat das nicht.

Aus Stuttgart berichtet Andreas Messmer