Nach acht Wochen Pause wegen einer Knöchel-Operation, gab Hamburgs Stürmer Mladen Petric beim 2:0-Erfolg in der Europa League gegen Rapid Wien sein Comeback. Die Folgen einer Magen-Darm-Grippe hätten beinahe einen Einsatz verhindert. Für die vollen 90 Minuten haben die Kräfte dennoch nicht gereicht.

Doch in der 75. Minute war es dann soweit: Als der Kroate das Spielfeld betrat, wurde er von den HSV-Fans in der HSH Nordbank Arena frenetisch gefeiert. "Das hat mir die letzten Prozente Unsicherheit genommen"; sagte Petric im Interview mit bundesliga.de.

Der wieder genesene HSV-Stürmer sprach auch über die Revanche gegen Rapid, die anhaltende Verletzungsmisere beim HSV und das anstehende Spiel in der Bundesliga gegen 1899 Hoffenheim.

bundesliga.de: Herr Petric, die Fans haben Sie bei Ihrer Einwechslung frenetisch gefeiert. Was war das für ein Gefühl?

Mladen Petric: Das war ein überwältigendes Gefühl. Dieser Empfang durch die Fans hat mir dann auch die letzten Prozente Unsicherheit genommen. Ich hoffe, dass ich ihnen das jetzt bald mit guten Leistungen zurückgeben kann.

bundesliga.de: Ihre Rückkehr wurde dann auch noch mit einem Sieg belohnt. Musste Trainer Bruno Labbadia das Team nach dem 0:3 im Hinspiel eigentlich noch besonders motivieren?

Petric: Es ging ja nicht nur um eine Revanche. Es stand viel auf dem Spiel. Das primäre Ziel war der Einzug in die nächste Runde. Dass wir uns für die Hinspiel-Pleite rehabilitiert haben, ist natürlich ein schöner Nebeneffekt.

bundesliga.de: Labbadia ist zum ersten Mal in dieser Saison vom 4-4-2-System abgewichen und hat mit nur einem Stürmer spielen lassen. Was das angesichts der Personalnot im Angriff unausweichlich, nachdem auch noch Eljero Elia und Tunay Torun kurzfristig passen mussten?

Petric: In so einer Situation, mit so vielen verletzten Spielern, muss man irgendwann mal improvisieren und sein Spielsystem anpassen. Die Entscheidung war richtig, denn schließlich hatten wir auch gar nicht genügend fitte Stürmer im Kader, um gleich mit zwei Angreifern das Spiel zu beginnen.

bundesliga.de: Sie sind jetzt aber wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Reicht es am Samstag gegen Hoffenheim schon für einen Platz in der Startelf?

Petric: Dafür ist es noch zu früh. Die 15 Minuten gegen Wien waren gut, um wieder reinzukommen, den Anschluss an die Mannschaft und vor allem das Gefühl für den Wettkampf zu finden. Gegen Hoffenheim werde ich vielleicht ein bisschen länger auf dem Feld stehen und ganz bald dann hoffentlich auch wieder über 90 Minuten.

bundesliga.de: Kann der HSV den Schwung aus der Europa League mitnehmen, um nach sechs sieglosen Spielen in der Bundesliga in Folge nun endlich wieder einen Dreier einzufahren?

Petric: Darauf warten wir alle schon seit langem. Ich habe schon vor dem Spiel gegen Wien gesagt, dass es wichtig ist, wieder einmal das Gefühl eines Sieges zu spüren. Das haben wir geschafft. Und das müssen wir jetzt mitnehmen in die Bundesliga. Denn an Unentschieden dürfen wir uns nicht gewöhnen.

Das Gespräch führte Michael Reis