Europa, wir kommen - Herthas Spieler bedankten sich nach dem Schlusspfiff bei ihren treuen Fans - © imago / Bernd König
Europa, wir kommen - Herthas Spieler bedankten sich nach dem Schlusspfiff bei ihren treuen Fans - © imago / Bernd König
Bundesliga

Hertha BSC: Alte Dame auf dem Weg nach Europa

Köln - Trotz der 2:6-Heimniederlage zum Abschluss blickt Hertha BSC auf eine gute Saison zurück. Rang 6 bedeutet für die Berliner die beste Platzierung seit acht Jahren.

Korkut hätte gern mit Hertha getauscht

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"Das hatten wir uns anders vorgestellt", konstatierte Herthas künftiger Nationalspieler Marvin Plattenhardt enttäuscht. Wenige Tage nach dem absoluten Saison-Highlight für den Linksverteidiger, der Nominierung für den deutschen Confed-Cup-Kader durch Bundestrainer Jogi Löw, hatte der 25-Jährige zum Abschluss der Spielzeit zusammen mit seinen Teamkollegen nochmal einen echten Tiefschlag zu verkraften. Mit 2:6 verlor die "Alte Dame" ihr letztes Heimspiel gegen eine Gastmannschaft aus Leverkusen, die bis kurz vor Saisonende noch um den Klassenerhalt hatte bangen müssen.

Nun gab das Team des scheidenden Bayer-Trainer Tayfun Korkut in der Hauptstadt den Partycrasher. Einen einzigen Zähler hätte Hertha noch gebraucht, um Platz 5 zu verteidigen und sich damit direkt für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren. Doch aus dem Punktgewinn wurde nichts. Während die Gäste wie befreit aufspielten, erwischten die Hausherren einen rabenschwarzen Tag. Sechs Gegentore – so viele hatte Hertha zuletzt vor mehr als fünf Jahren hinnehmen müssen. "Leverkusen ist einfach alles gelungen", befand Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic und fügte an: "Es gibt solche Tage." Sein Trainer Pal Dardai grummelte: "Als Sportler habe ich heute schlechte Laune, so ein letzter Spieltag muss nicht sein."

Party? Na klar!

Kein Wunder, dass Plattenhardt und Ibisevic unisono verkündeten, am Sonnabend den Dortmundern die Daumen zu drücken. "Jeder von uns wird sich das Spiel anschauen, weil es nicht mehr in unserer Hand liegt", so Plattenhardt. Der Linksverteidiger resümierte: "Die Saison war erfolgreich, wir haben guten Fußball gespielt." Ibisevic befand: "Ich habe auch keine Sorge vor der Qualifikation", so der Hertha-Kapitän selbstbewusst, "auch das können wir schaffen". Der "Vedator" war diese Saison mit zwölf Treffern torgefährlichster Herthaner.

"Ja, warum denn nicht?" antwortete der bosnische Nationalspieler fast schon trotzig auf die Frage, ob man denn nun trotz der Niederlage feiern könne. "Die Saison ist vorbei, wir haben Platz 6 erreicht, das war unser Ziel und deswegen werden wir nun feiern." Wo die Mannschaft feiert, wollte der 32-Jährige aber lieber nicht verraten: "Das ist ein Geheimnis", sagte Ibisevic lachend.

Aus Berlin berichtet André Anchuelo