Augsburg - Vielleicht hilft dem FC Augsburg die Erinnerung an etwas Außergewöhnliches. Im Februar dieses Jahres sicherte Torhüter Marwin Hitz mit seinem Treffer dem FCA einen Punkt gegen Bayer 04 Leverkusen. Am Sonntag treffen beide Mannschaften erneut aufeinander. Und ungeachtet der jüngsten Dämpfer hofft Augsburg in Leverkusen auf eine Überraschung.

"Vielleicht kommt uns ein Spiel, in dem wir richtiger Außenseiter sind, mal wieder gelegen", sagt Hitz. Statt auf Ballbesitz komme es dann eher auf Sprints und Zweikämpfe an. Den Kampfgeist haben die Fuggerstädter trotz der bitteren Niederlagen zuletzt jedenfalls nicht verloren.

Déjà-vu innerhalb weniger Tage

Mangelnder Einsatz ist den Augsburgern ohnehin nicht vorzuwerfen. Bei der 1:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Spieltag stellte das Team von Trainer Markus Weinzierl mit 26 abgefeuerten Torschüssen einen Clubrekord in der Bundesliga auf. In der Europa League gegen Partizan Belgrad waren es gar noch zwei mehr, das Ergebnis war das gleiche: nur ein Tor geschossen, aber drei kassiert. Ein Déjà-vu innerhalb weniger Tage.

"Wenn man so viele Tore bekommt und so viele Chancen auslässt, läuft einiges falsch, und ich weiß nicht, ob man noch von Kleinigkeiten reden kann", zog Hitz nach dem jüngsten Rückschlag gegen Belgrad ein ernüchterndes Fazit. Dennoch glaubt der Schweizer an die Wende. "Wir müssen die einfachen Sachen wieder richtig machen", sagt der 28-Jährige. "Wenn wir als Mannschaft wieder gut verteidigen, bekommen wir auch wieder das Selbstvertrauen. Und vielleicht geht dann auch mal bei uns der erste Schuss rein."

Auftritt in München als Mutmacher

Angesichts von nur vier Punkten nach den ersten sieben Spielen können die Augsburger ein Erfolgserlebnis gut gebrauchen. Die spielerisch überzeugenden Auftritte zuletzt nähren trotz des fehlenden Lohns die Hoffnung auf Zählbares. Sogar in Leverkusen, wo der FCA bislang alle seine vier Auswärtsspiele in der Bundesliga verlor. "Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Leverkusen. Aber auch mit dem Wissen, dass wir auf eine sehr starke Mannschaft treffen, die in Barcelona super gespielt hat", sagt Trainer Markus Weinzierl.

Dass sich seine Mannschaft bei einem Favoriten keineswegs verstecken muss, belegt der mutige Auftritt des FCA bei der unglücklichen 1:2-Niederlage beim FC Bayern München am 4. Spieltag. "Wer in München bis zur 89. Minute ein 1:1 hält, der kann auch in Leverkusen punkten", unterstreicht Weinzierl. "Wir wollen in der Außenseiterrolle überraschen."

"Bis einer mit Krämpfen am Boden liegt"

In dem engen Terminplan mit den vielen englischen Wochen sieht der 40-Jährige durchaus auch Vorteile. "Es ist gut, dass wir die Niederlage gegen Partizan Belgrad nicht lange mit uns herumtragen, sondern dass wir gleich die nächste Chance haben, es besser zu machen", sagt Weinzierl. Nach der kurzen Regenerationszeit steht seinem Team noch mal ein echter Kraftakt bevor, ehe in der Länderspielpause die Akkus wieder aufgeladen werden können.

"Wir haben am Sonntag noch mal 90 Minuten, in denen wir wirklich alles raushauen können, bis mal einer von uns mit Krämpfen am Boden liegt", schwört Torhüter Hitz seine Kollegen auf das siebte Pflichtspiel innerhalb von gut drei Wochen ein. "Dann ist auch gegen Leverkusen etwas möglich, aber natürlich nur so." Zur Not muss eben wieder der Torhüter beim Toreschießen mithelfen.

Aus Augsburg berichtet Maximilian Lotz