München - "So, wie es im Moment läuft, hatte ich das auch noch nie beim FC Bayern", sagte Thomas Müller am Montag, zwei Tage nach dem , selbst ein wenig erstaunt. Kein Wunder, schließlich sind die Münchner nicht nur Tabellenführer, sondern eilen von Rekord zu Rekord.

Durch den Erfolg vom Wochenende, bei dem sich Franck Ribery am Knöchel verletzte, stellte die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes vier weitere Bundesliga-Bestmarken auf: Acht Rückrunden-Siege waren bislang ebenso unerreicht wie 66 Punkte, zehn Gegentore und das Torverhältnis von +57 nach 25 Spieltagen. Der FCB von 2013 setzt Maßstäbe - und zwar historische.

"Schwer, hundert Prozent zu geben"



Bei dieser Dominanz sei es aber ab und zu "schwer, hundert Prozent zu geben", gestand Müller auf Nachfrage von bundesliga.de. "Wir hatten in den Ligaspielen einen großen Vorsprung. Da ist es vom Kopf her nicht immer ganz so leicht", so der Torschütze des zwischenzeitlichen 1:1 vom Samstag.

Gegen den Aufsteiger war das in den ersten 30 Minuten zu sehen. "Wir haben die erste halbe Stunde zu passiv gespielt, waren nicht lauffreudig, nicht giftig genug", analysierte Heynckes. Mit ihrer "Klasse" habe seine Mannschaft das Spiel dann schließlich doch noch gedreht. "Aber es war eng", so der 67-Jährige.

"Genugtuung beim Blick auf die Tabelle"



"Man hat gesehen, dass wir gegen Düsseldorf unbedingt gewinnen wollten, uns nicht mit dem 2:2 zufriedengeben wollten", erklärte Müller und verwies auf den "Willen der Mannschaft", die das Spiel unbedingt noch drehen wollte.

Am Ende sprang durch Jerome Boatengs () erstes Bundesliga-Tor im 25. Liga-Spiel der 21. Sieg heraus. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund wuchs auf 20 Zähler an.

"Wenn du die Tabelle liest, ist auch eine gewisse Genugtuung dabei", so Müller, der einräumte, dass der BVB zwar ein Grund gewesen sei, warum der FCB in dieser Saison derart entschlossen auftritt, aber nicht der einzige. "Wir waren zwei Jahre ohne Titel. Jeder war gewillt, noch eine Schippe draufzulegen, damit es auch wirklich reicht", sagte der 23-Jährige.

Rekorde als Motivationshilfe



Dazu müsse aber auch die Einstellung stimmen. "Man darf sich keine Sekunde zurücklehnen", meinte Müller, räumte gegenüber bundesliga.de aber ein, dass es "natürlich ein Unterschied sei, ob du in der Champions League spielst, oder mit 20 Punkten Vorsprung in der Bundesliga".

Helfen könne da die ein oder andere Zahl, wie Müller verriet: "Dass jetzt so viel auf Rekorde geschaut wird, das spornt natürlich an." Und zwar wohl mindestens genau so, wie die beiden Gegentore gegen Düsseldorf. Die sind laut Statistik zwar immer noch historisch gut, aus Müllers Sicht aber auch "zwei zu viel".

Von der Säbener Straße berichtet Gregor Nentwig