Kaiserslautern - Das 1:1 beim 1. FC Kaiserslautern bietet dem Hamburger SV weiterhin alle Chancen, einen Platz unter den ersten fünf Mannschaften der Tabelle zu erreichen.

Es hatte 45 Minuten gedauert auf dem Betzenberg, bis der HSV sich auf das aggressive Spiel der Lauterer eingestellt hatte. Die Führung der Pfälzer durch den Tschechen Adam Hlousek (18.) war verdient. "Wir haben aber in der zweiten Halbzeit den Kampf aufgenommen und verdient den Ausgleich gemacht", analysierte HSV-Kapitän Westermann.

Schlechte Platzverhältnisse

Seine spielerische Überlegenheit konnte der HSV auf dem holprigen Platz nicht ausspielen. "Auf diesem Platz kann man nicht kicken", meinte HSV-Trainer Armin Veh: "Das gilt für beide Mannschaften." Für den Trainer kam es nicht überraschend, dass ausgerechnet Ze Roberto die Vorlage zu Jansens Ausgleich (54.) lieferte. "Ze ist in Brasilien aufgewachsen, der ist schlechte Plätze gewöhnt", sagte Veh mit einem Augenzwinkern. Da beide Mannschaften noch Chancen zum Sieg hatten, bezeichneten alle Beteiligten das Remis am Ende als gerecht.

Nationalspieler Denis Aogo bilanzierte: "Die zweite Halbzeit war ordentlich, in der ersten Halbzeit waren wir zu verkrampft. Da aber die Pfälzer auch in der zweiten Hälfte noch Chancen zum Siegtreffer hatten, erklärte Armin Veh konziliant: "Das war ein Spiel, das wir hätten gewinnen können, aber nicht gewinnen müssen."

Westermann kämpferisch

Die größte Chance zum Siegtreffer für die Hamburger hatte der eingewechselte Ruud van Nistelrooy, doch sein Versuch aus kurzer Distanz nach einem Eckball parierte der Lauterer Torwart Tobias Sippel hervorragend (81.). Das Remis beim 1. FC Kaiserslautern machte den Trainer Armin Veh nicht wirklich glücklich, aber auch nicht wirklich unglücklich. Immerhin lässt der Punkt in der Pfalz dem HSV weiter die Möglichkeit, von Platz 5 zu träumen.

"Alles ist noch möglich, wir werden als Mannschaft alles dafür geben, unser Ziel zu erreichen", sagt Heiko Westermann. Derzeit liegt der HSV auf Platz 6 mit drei Punkten Rückstand auf den Rangfünften Mainz 05.

Jetzt kommt Mainz

"Abgerechnet wird immer nach dem 34. Spieltag. Dann werden wir sehen, wo wir stehen", sagt Veh. Der HSV hat noch sechs Heimspiele vor der Brust und muss noch vier Mal auswärts antreten. Schon nächste Woche kommt mit den durch den Auswärtssieg in Hoffenheim selbstbewussten Mainzern ein direkter Konkurrent um den Einzug in die Europa League nach Hamburg. "Klar", sagt Armin Veh, "das ist ein Spiel, das wir gewinnen müssen."

Mut macht dem HSV, dass neben den Mainzern auch die Konkurrenz aus Hannover und Freiburg in Hamburg antreten muss. Im Gegensatz zur Hinrunde mit den vielen Verletzten, zeige seine Mannschaft nun hinten eine gewisse Kompaktheit, sagt Veh: "Wir lassen dem Gegner weniger Chancen zu, das machen wir viel besser als in der Vorrunde."

Ob Armin Veh in der neuen Saison noch Trainer beim HSV ist, soll in zwei, drei Wochen bekannt gegeben werden, erzählte der Trainer: "Wir haben uns vergangene Woche intern zusammengesetzt und das so beschlossen."

Aus Kaiserslautern berichtet Tobias Schächter