Im Kampf um den Klassenerhalt hat der SC Freiburg vor den letzten beiden Saisonspielen die besten Karten. Aber auch die Konkurrenz hat noch alle Chancen (alle Partien des 33. Spieltags Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!).

1. FC Köln - SC Freiburg

Die besten Karten im Kampf um den Klassenerhalt hat nach dem vergangenen Wochenende eindeutig der SC Freiburg. Mit dem 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg gelang den Breisgauern der Befreiungsschlag zum perfekten Zeitpunkt. Da gleichzeitig die Konkurrenz aus Nürnberg, Bochum und Hannover ohne Punkte blieb, hat es der Sport-Club nun selbst in der Hand. Sogar ein Remis beim 1. FC Köln könnte für den endgültigen Klassenerhalt reichen, je nachdem, wie die Rivalen in ihren Spielen abschneiden.

"Wenn wir unser Ziel bereits einen Spieltag vor dem Saisonende erreichen, wäre das natürlich sehr schön", blickt Freiburgs Trainer Robin Dutt voraus. Die Ausgangssituation beschäftigt auch Torhüter Simon Pouplin, der die Kollegen allerdings warnt: "Das ist schön, aber auch gefährlich. Wir dürfen nicht glauben, wir wären durch. Das Spiel gegen Köln am Samstag ist noch wichtiger als das gegen den VfL Wolfsburg."

Die Freiburger, in der Rückrunde noch ohne Auswärtssieg, bekamen vom Trainer-Team nach dem Erfolg gegen die "Wölfe" bis Mittwoch frei, richten seitdem aber den Fokus auf die Partie bei der drittschwächsten Heimmannschaft der Bundesliga. Fehlen wird Coach Dutt Tommy Bechmann (Muskelfaserriss), fraglich ist, ob Mohamadou Idrissou (Wadenprobleme) dabei sein kann.

Köln will die 40 Punkte

Die Gastgeber sind bei neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz auf der sicheren Seite und haben erstmals seit dem ersten Bundesliga-Abstieg 1998 zwei Jahre in Folge den Klassenerhalt geschafft. Ziele haben die "Geißböcke" am Ende einer durchwachsenen Saison trotzdem noch: Sie wollen die 40-Punkte-Marke knacken.

Dazu benötigen sie aus den verbleibenden Spielen mindestens einen Sieg, Co-Trainer Michael Henke fordert aber sogar die vollen sechs Punkte ein. "Das kann man natürlich nur realisieren, wenn man die Spannung hoch hält und so weiter trainiert, als wenn es um die Deutsche Meisterschaft oder gegen den Abstieg ginge. Da muss ich sagen, haben wir eine tolle Arbeitsatmosphäre und alle ziehen toll mit", sagt Henke. Chefcoach Zvonimir Soldo denkt vor allem an die oft gebeutelten Anhänger: "Wir haben gesagt, dass wir die letzten beiden Heimspiele gewinnen wollen. Gegen Bochum ist uns das gelungen, jetzt wollen wir gegen Freiburg nachlegen und unsere Fans mit einem Sieg verabschieden. Sie haben uns immer unterstützt."


Neben den Langzeitverletzten müssen die Kölner am Samstag ohne Innenverteidiger Pedro Geromel auskommen, der nach seiner Roten Karte im Bremen-Spiel für eine Partie gesperrt wurde. Für ihn steht Kevin McKenna in der Startelf.

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Hamburger SV - 1. FC Nürnberg

Vom Tabellenplatz her ist für den 1. FC Nürnberg noch alles in Ordnung. Der "Club" ist Fünfzehnter, würde also auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen. Drei Tore (auf Bochum/Platz 16) respektive ein Punkt (Hannover/17) sind allerdings alles andere als ein Ruhekissen für die Franken.

Das weiß auch Trainer Dieter Hecking, der gar nicht auf die Konkurrenz achten, sondern beim angeschlagenen HSV auf Sieg spielen will. "Garantien gibt es nicht im Fußball, deshalb müssen wir uns voll und ganz auf uns verlassen - und da gibt mir die Mannschaft das Gefühl, dass sie diesem vermeintlich ach so schweren Druck auch standhält", erklärt Hecking, der in Hamburg nur auf Angelos Charisteas verzichten muss. Ilkay Gündogan, Andreas Wolf und Christian Eigler stehen zur Verfügung.

Der "Club"-Coach versucht, seine Mannschaft vor dem Saisonfinale zu beruhgen: "Mit dem ureigenen Fußball haben die letzten beiden Spiele nichts mehr zu tun. Da geht es nur darum, wer am besten mit der Situation umgeht. Das Nervenkostüm muss halten."

HSV hofft auf die Statistik

Der HSV hat mit fünf Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart zwar theoretisch noch die Chance, Platz 6 und damit wieder die Europa League zu erreichen. Nach dem bitteren Halbfinal-Aus in Fulham wird es für Interimstrainer Ricardo Moniz aber eine Mammutaufgabe, sein Team auf die vorletzte Bundesligapartie einzustimmen. "Auch wenn wir nur wenig Zeit haben, ist es unsere Pflicht, in den letzten beiden Bundesligaspielen noch einmal alles zu geben", fordert Moniz.

Etwas Hoffnung können die Hamburger aus der Statistik schöpfen: Der letzte Nürnberger Sieg in der Hansestadt liegt bereits 18 Jahre zurück. Von den vergangenen acht Partien beim HSV verloren die Franken sieben.

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Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach

Auch wenn Hannover 96 die vergangenen beiden Spiele mit einer Bilanz von null Punkten und 0:10 Toren abschloss, ist der Klassenerhalt für die Niedersachsen weiter in Reichweite. "Wir haben es selbst in der Hand, sechs Punkte zu holen", rechnet Trainer Mirko Slomka vor. Bei einem Sieg gegen Gladbach und einem "Dreier" in Bochum am letzten Spieltag würden die 96er zumindest den Relegationsplatz sichern. Das, und die mögliche Rückkehr von Constant Djakpa und Didier Ya Konan, machen dem Tabellensiebzehnten Mut.

Auch die Erinnerung an das letzte Heimspiel (4:2 gegen den FC Schalke) nutzt Slomka, um seine Spieler einzustimmen. "Wir wollen uns am Gegner aufreiben und die gleiche Leidenschaft zeigen wie im Spiel gegen Schalke", sagt der Coach. An das Hinspiel sollte er seine Mannschaft besser nicht erinnern, denn in Mönchengladbach sorgten die Hannoveraner beim 3:5 mit drei Eigentoren für ein Kuriosum der Bundesliga-Geschichte.

"Den anderen Mannschaften gegenüber verpflichtet"

Die Gladbacher können sich in die Lage des Gegner sicherlich bestens hineinversetzen, verhinderten sie selbst in der vergangenen Saison mit 31 Punkten doch nur um ein Haar den Abstieg. Mit 38 Punkten haben sie sich in diesem Jahr aber schon aller Sorgen entledigt. Geschenke wird es für den Gegner deshalb aber noch lange nicht geben.

"Wir sind verpflichtet unseren Fans gegenüber, uns selbst gegenüber und auch den anderen Mannschaften gegenüber, die vielleicht von unserem Spiel in Hannover abhängig sind. Vergangene Saison standen wir unten drin, da haben wir auch darauf gehofft, dass die Mannschaften, für die es vermeintlich um nichts mehr geht, alles versuchen", erklärt "Fohlen"-Sportdirektor Max Eberl. Trainer Michael Frontzeck sieht das genauso: "Wir wollen an unsere guten Leistungen anknüpfen und nach Möglichkeit auch ein gutes Ergebnis erzielen."

Um seine Startaufstellung macht Frontzeck noch ein kleines Geheimnis. Sicher ist, dass Rob Friend den Gelb-gesperrten Raul Bobadilla ersetzen wird. Angeschlagen waren in dieser Woche Michael Bradley, Thorben Marx, Karim Matmour und Marco Reus. Statt Matmour könnte der junge Patrick Herrmann erneut seine Chance bekommen.

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FC Bayern München - VfL Bochum

Die Vorschau zur Partie des VfL Bochum beim FC Bayern München lesen Sie HIER


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