"Am Sonntag, 15:30 Uhr sind wir absolut konkurrenzfähig", proklamierte 05-Trainer Thomas Tuchel vor dem Saisonstart. Das trifft sich hervorragend, denn zu diesem Termin erwartet der 1. FSV Mainz 05 den VfB Stuttgart zum ersten Heimspiel der Saison 2010/11 (ab 15 Uhr im Live-Ticker)

Mit der Verpflichtung von Morten Rasmussen ist rechtzeitig vor Anpfiff der neuen Spielzeit auch ein Nachfolger für Aristide Bancé am Bruchweg gefunden worden. Alles steht bereit für einen guten Start in die Saison. "Jetzt gilt der Fokus wieder den Spielen. Wir wollen gegen den VfB Stuttgart mit Leistungsbereitschaft, Herz, Kampfgeist und unseren sportlichen Prinzipien ein gutes Spiel abliefern. Wir haben uns gut vorbereitet und möchten das Publikum wieder begeistern. Natürlich ist klar, dass der VfB eine hohe Hürde ist, aber wir trauen uns zu, drüber zu springen", sagt Tuchel vor der Partie.

"Unser Vertrauen in uns ist gewachsen"

Im Gegensatz zur vergangenen Saison konnte der 05-Trainer die komplette Vorbereitung selbst gestalten und ist zuversichtlich, dass der FSV auch in dieser Saison gut mitspielen kann. "Wir befinden uns nach wie vor in einem Prozess, der Weg ist noch lang. Aber unser Vertrauen in uns ist gewachsen", verspricht der Coach, der auf Stammtorhüter Heinz Müller (Kreuzbandriss) und Haruna Babangida (Muskelprobleme) verzichten muss. André Schürrle wird von einer Schambeinreizung geplagt, sein Einsatz ist fraglich. Sollte der junge Stürmer ausfallen, spielt Sami Allagui alleinige Spitze.

Klar sei, dass jeder der 18 Clubs am Wochenende sein Auftaktspiel gewinnen möchte, und Mainz 05 gehört dazu. Dennoch betont Tuchel, dass die Meisterschaft nicht an Spieltag 1 entschieden wird. "Ich kenne keinen Trainer, der nicht als Sieger vom Platz gehen will im ersten Match. Aber ich kenne auch keinen, der die Flinte ins Korn wirft, wenn der Saisonstart nicht nach den Vorstellungen verläuft. Man muss bedenken, dass eine Bundesligasaison ein Marathonlauf ist und kein 100-Meter-Sprint." Punkte seien aber das erklärte Ziel, auch gegen den starken VfB.

Die Schwaben standen in der Rückrundentabelle auf Rang 1, Trainer Christian Gross verzeichnet den höchsten Punktedurchschnitt pro Spiel in der Bundesliga. Der Schweizer hat die Stuttgarter auf Kurs gebracht. Tuchel, der den VfB in Bratislava beim Sieg gegen Slovan Bratislava in der Europa-League-Qualifikation beobachtet hat, erkennt die klare Handschrift Gross‘: "Der VfB spielt einen englisch geprägten Fußball mit vielen Flanken, viel Flügelspiel und vielen Leuten im Sechzehner."

Gross fordert kompaktes und selbstbewusstes Auftreten

So ganz nach Wunsch klappte das für die Schwaben in Bratislava zwar nicht, mit dem 1:0-Auswärtssieg hat man aber beste Karten auf den Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Nur wenige Stunden nach Partie in der Slowakei richtet sich beim VfB nun die volle Konzentration auf den anstehenden Bundesliga-Auftakt in Mainz. So betonte auch Cheftrainer Gross bei der ersten Spieltags-Pressekonferenz die Wichtigkeit eines guten Starts in die Punkterunde.

Im DFB-Pokal in Berlin hat er den Gegner persönlich beobachtet, will die Erkenntnisse aber nicht überbewerten. Schließlich gilt es die eigene Leistung abzurufen: "Ich wünsche mir, dass wir so kompakt und selbstbewusst auftreten wie in Bratislava. Wir wollen in der Bundesliga von Beginn an angreifen."

Tasci vermutlich nur auf der Bank

Ansonsten ließ sich der Trainer nicht allzu tief in die Karten blicken und möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht auf seine Formation festlegen. "Dass Stefano Celozzi und Matthieu Delpierre fehlen werden, war absehbar. Der Rest steht zur Verfügung." Ob er allerdings einen Wechsel im Team vornehmen wird, will sich Christian Gross bis zuletzt offen halten: "Vielleicht im Mittelfeld, vielleicht im Sturm. Wir haben glücklicherweise einen Kader, der kurzfristige Wechsel ohne Qualitätsverlust zulässt. Veränderungen ja, aber zum richtigen Zeitpunkt. Die Saison ist noch lang."

In der Innenverteidigung werden sehr wahrscheinlich wieder Khalid Boulahrouz und Georg Niedermeier auflaufen und Serdar Tasci noch Ersatz bleiben. "Ich hatte kürzlich ein weiteres Gespräch mit Serdar. Es fällt mir sehr schwer, ihn draußen zu lassen. Aber die beiden anderen haben sich in Bratislava wieder das Vertrauen verdient."

Besonderes Vertrauen hat der Cheftrainer auch in die neue Nummer eins, Sven Ulreich. "Über seine Leistung und sein Auftreten habe ich mich besonders gefreut. Er hatte auch gestern eine gute Ausstrahlung, die in dem engen Stadion in Mainz noch mehr zum Tragen kommt."