München - Das Top-Trio der Bundesliga ist nicht zu bremsen: Bayern, Dortmund und Leverkusen marschieren vorweg. Die Teams an der Spitze der Tabelle brechen Rekord um Rekord und lassen den Rest der Liga verzweifeln. Neun Punkte liegen zwischen Platz 3 und 4 - das gab es in der Bundesliga-Historie nach zehn Spieltagen noch nie!

Der beste Zweite der Geschichte, Dortmund, und der beste Dritte aus Leverkusen hatten nach dem 10. Spieltag nie mehr Punkte auf dem Konto als die aktuellen 25 Zähler. Dennoch reicht es nicht für Platz 1, da auch die Bayern auf Rekordjagd sind. Am kommenden Spieltag kann die nächste Schallmauer gebrochen werden.

Unbesiegbare Bayern

Mit neuem Trainer zu neuen Rekorden - das ist das Motto des FC Bayern. Gegen Hoffenheim haben die Münchner die Chance, den ewigen Bestwert des Bundesligadinos HSV einzustellen. Die Hamburger blieben einst 36 Partien in Folge ohne Niederlage. Seit 35 Bundesliga-Spielen ist der Rekordmeister ungeschlagen. Auch sein neuer Trainer kennt sich mit Niederlagen beim FCB noch nicht so aus. Pep Guardiola verlor noch kein Bundesliga-Spiel, natürlich: Rekord eingestellt! Auch für ihn wäre mindestens ein Remis in Sinsheim der alleinige Rekord. Die ersten elf Begegnungen in Folge blieb 1968 nicht mal Branco Zebec (zehn) ungeschlagen. Der Erfolg des Champions-League-Siegers kommt jedoch nicht aus heiterem Himmel. Mit nur sechs Gegentoren hat die Guardiola-Elf die beste Defensive. Auch der berüchtigte Bayern-Dusel hat mit der Dominanz nichts zu tun. Mit 30 Großchancen markieren die Roten auch offensiv eine Bestmarke, nutzten aber nur 40 Prozent der Möglichkeiten - gar nicht auszudenken, wenn diese Quote noch besser wird. Da scheint ein Durchmarsch programmiert, wären da nicht noch zwei andere Teams, die ähnlich unaufhaltsam Spieltag für Spieltag der Konkurrenz das Fürchten lehrten.

Torfabrik BVB

Der schärfste Bayern-Verfolger aus Dortmund will den Durchmarsch des Tabellenführers verhindern, ist dabei auf einem guten Weg und sorgt so für Spannung an der Tabellenspitze. Auch der BVB spielt wie entfesselt: Der Beste Start der Clubgeschichte ist die Folge! Was die Bayern über ihre Defensive sagen können, das darf Coach Jürgen Klopp von der Offensive der Borussia behaupten. Mit 25 Toren brachten Reus und Co. die meisten Bälle im gegnerischen Kasten unter. Bei insgesamt 217 Torschüssen ist aber auch bei Dortmund die Chancenverwertung noch ausbaufähig. In Gladbach rächten sich die unkonzentrierten Abschlüsse. Bei der Mannschaft von Lucien Favre verloren die Westfalen trotz 27 zu sechs Torschüssen. Überhaupt ließ der BVB gemeinsam mit Bayern die wenigsten Torschüsse in der Bundesliga zu. Nur 88 Mal prüfte der Gegner Keeper Roman Weidenfeller.

Leverkusener Konter-Experten

Bleibt noch der Dritte im Bunde: Bayer Leverkusen gewann saisonübergreifend 13 von 15 Bundesliga-Spielen - ein super Wert. Zwar standen die Rheinländer bislang noch nicht auf Platz 1, lauerten aber stets knapp dahinter. Gegen vermeintlich "kleine" Mannschaften ließ die Elf von Sami Hyypiä noch keine Punkte liegen. Nur gegen Schalke (0:2) und Bayern (1:1) gab Bayer Punkte ab. Besonders bei Kontern sind die Leverkusener brandgefährlich, ligaweit erzielten Simon Rolfes und Co. die meisten Treffer nach Kontersituationen. Daran hat auch Flügelflitzer Sidney Sam großen Anteil. Der schnelle Mann im Mittelfeld der Werkself hat bereits nach zehn Spieltagen seinen persönlichen Scorer-Rekord eingestellt: Sieben Mal traf der Nationalspieler selbst, vier Mal bereitete er vor. Die Top-Drei sind in Top-Form: Spannung ist an der Tabellenspitze also garantiert.


Sebastian Blome