Köln - Der Kapitän hat kurz vor Schluss die Nerven behalten. Mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 1:1-Ausgleich in der 88. Minuten rettete Matthias Lehmann seinem 1. FC Köln einen wichtigen Punkt gegen den SV Werder Bremen.

Nach der Partie stellte sich der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler zum Interview.

Frage: Matthias Lehmann, hat sich der 1. FC Köln aufgrund der starken zweiten Hälfte den Punkt verdient?

Matthias Lehmann: Ich fand auch schon die erste Halbzeit nicht so schlecht von uns. Wir haben uns auch dort bereits einige Chancen herausgespielt. In der zweiten Hälfte haben wir dann deutlich mehr Druck gemacht. Am Ende war es dann ein offener Schlagabtausch, in dem es hin und her ging. 

Frage: Es schien, als wollte Köln am Ende sogar noch den Sieg.

Lehmann: Ja, alle wollten nach dem Ausgleich noch mehr. Wir haben dann nochmal richtig Druck gemacht, aber auch Bremen war gefährlich. Ich denke, dass das Ergebnis so in Ordnung geht. Auch wenn ich sagen würde, dass wir insgesamt mehr investiert haben.

"Natürlich ist der Druck groß"

Frage: Wie schwer war es für Sie, so kurz vor Schluss den Elfmeter schießen zu müssen, bei dem so viel auf dem Spiel steht?

Lehmann: Naja, Falten habe ich keine bekommen, aber natürlich ist der Druck schon groß. Man schaut auf die Uhr und sieht die 87. Minute. Ein Elfer ist ja auch eine Art Lotterie. Ich habe mir eine Ecke vorgenommen und versucht den Ball platziert zu schießen, dann ist es immer schwer für einen Torwart. Ich bin froh, dass er reingegangen ist und die Mannschaft so für ihren hohen Aufwand belohnt wurde.

Frage: Wie gut tat es, dass die Offensivbemühung letztlich erfolgreich waren?

Lehmann: Jeder, der auf dem Platz war, hat Vollgas gegeben, damit wir noch den Ausgleich erzielen. Bard Finne holt dann den Elfmeter heraus und ich hatte das Glück, ihn reinschießen zu dürfen. Die ganze Mannschaft hat sich den Punkt verdient.

Frage: Wie haben Sie die Situation gesehen, die zum Elfmeter führte?

Lehmann: Bard macht das clever und kreuzt vor dem Abwehrspieler, der ihn dann trifft.

Frage: Wie war die Marschrichtung für die zweite Hälfte?

Lehmann: Wir wollten viel investieren und haben deshalb sehr hoch gestanden, wodurch Bremen viele Räume bekommen hat, die sie glücklicherweise nicht genutzt haben. Wir haben dadurch viele zweite Bälle bekommen und uns klare Torchancen herausgespielt.

"Deyverson hilft uns weiter"

Frage: Haben Sie während des Spiels die Zwischenstände der Konkurrenz mitbekommen?

Lehmann: Man bekommt das schon mit. Aber im Endeffekt hat man mehr damit zu tun einen Rückstand aufzuholen.

Frage: Deyverson hat wieder eine engagierte Leistung gezeigt. Was ist er für ein Typ?

Lehmann: Er ein ziemlich ruhiger Mensch, der von Anfang an voll im Team akzeptiert ist. Seit ich hier bin, gab es in Köln in dieser Hinsicht ohnehin nie Probleme. Er haut sich in jeden Zweikampf rein, hat auch wieder ein gutes Kopfballspiel gezeigt. Der Junge hilft uns weiter.

Frage: Er ist von Belenenses Liassabon ausgeliehen. Würden Sie sich wünschen, dass er bleibt?

Lehmann: Das ist die Entscheidung des Vereins. Ich finde, er tut uns gut. Ich weiß nicht genau, was er kosten soll. Vielleicht ist er ja ein Schnäppchen. Wenn ich selbst eine Million auf der Seite hätte, würde ich schon etwas dazusteuern (lacht).

Aus Köln berichtet Markus Hoffmann