Mario Gomez ist Nationalspieler, Deutscher Meister 2007 und der Top-Star beim VfB Stuttgart. Der Sohn eines spanischen Vaters und einer deutschen Mutter ist bei den Schwaben der Publikumsliebling und außerdem mit seinen Toren der Garant für eine bisher sehr erfolgreiche Rückrunde der Stuttgarter.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der 23-Jährige über seine Tore, seine Vorbilder und sein außergewöhnliches erstes Spiel für den VfB. Außerdem verrät er, warum er nach seinen Treffern immer den spanischen Stierkämpfer mimt.

bundesliga.de: Mario Gomez, warum macht es Spaß, in der Bundesliga zu spielen?

Mario Gomez: Weil wir die besten Fans haben und die schönsten und besten Stadien. Und diese fantastischen Fans gibt es in der ganzen Bundesliga, nicht nur beim VfB Stuttgart. Das macht Spaß, und es bringt oft auch ein paar Prozent mehr Leistung. Sie peitschen ihre Mannschaften einfach nach vorne.

bundesliga.de: Ist es für Sie etwas Besonderes, ein richtig schönes Tor zu erzielen, oder ist Ihnen das als Stürmer egal und Sie sagen: Hauptsache drin?

Gomez: Letzteres. Wenn ich den Ball aus einem Meter über die Linie drücke, dann bin ich genauso glücklich, als wenn ich ihn von 30 Metern in den Winkel schieße. Alle Tore sind gleich schön, sofern sie was für die Mannschaft bringen.

bundesliga.de: Von den besten Torjägern wird immer behauptet, Sie haben so etwas wie einen Torriecher. Wie erklären Sie sich Ihre Treffsicherheit?

Gomez: Ich freu mich einfach, dass ich sie habe. Ich versuche natürlich auch im Training jeden Ball rein zu machen. Diesen Willen habe ich dann auch im Spiel.

bundesliga.de: Sie haben eine deutsche Mutter und einen spanischen Vater. Den Torero, den Sie nach Toren machen, hat das mit Ihrem Hintergrund zu tun?

Gomez: Teilweise ja. Wenn ich mich dafür nicht begeistern könnte, dann würde ich es nicht machen. Aber es ist ganz anders dazu gekommen. Wir hatten auf dem Titelbild der Stadionzeitung immer einen Spieler mit einer speziellen Geste. In der Meistersaison vor dem HSV-Spiel war ich mit einem roten Tuch als Torero vorne drauf - und da habe ich zu meinen Mitspielern gesagt: Jungs, wenn ich heute ein Tor mache, ein wichtiges Tor, dann lasse ich ihn raus. Und dann habe ich in der 80. Minute das 1:0 gegen den HSV erzielt. Seitdem hat es mir viel Glück gebracht und ich behalte den Torero-Jubel bei.

bundesliga.de: Nun hat Ihre Karriere beim VfB auch sehr ungewöhnlich begonnen. Ihr erstes Spiel war gleich in der Champions League gegen Chelsea London. Passt es zu Ihrer Karriere, dass Sie mit so einem internationalen Spiel begonnen hat?

Gomez: Ich weiß nicht, ob es symbolisch für meine Karriere ist, aber es war für mich ein absolutes Highlight, das werde ich nie vergessen und auch meinen Nachfahren erzählen - mein erstes Spiel mit 18 in der Champions League, gegen Chelsea!

bundesliga.de: Sie sind in Stuttgart Publikumsliebling. Wie schwer fällt es Ihnen, manchmal die vielen Autogrammjäger stehen zu lassen, wenn Sie keine Zeit haben?

Gomez: Ja, das ist schwierig, zumal ich jemand bin, der versucht, allen gerecht zu werden. Ich versetze mich dann in die Lage der Fans. Als ich noch ein Kind war, da war es für mich das Größte, ein Autogramm von meinen Idolen zu bekommen. Das ist jetzt nicht anders bei den Kids und den Leuten, die heute beim Training zuschauen. Deswegen versuche ich, möglichst alle glücklich zu machen. Aber es geht nicht immer.

bundesliga.de: Und von wem haben Sie selbst damals Autogramme bekommen?

Gomez: Ich war als Kind Eintracht Frankfurt-Fan - wegen Jay Jay Okocha und Anthony Yeboah. Das waren für mich DIE zwei Spieler in der Bundesliga, denen ich absolut nachgeeifert habe. Dann kam auch noch Romario hinzu, aber von dem habe ich leider nie ein Autogramm bekommen.

Das Gespräch führte Thomas Mörs