Zusammenfassung

  • Alfred Finnbogason hat das erste WM-Tor Islands erzielt

  • Der Augsburger Angreifer hat auch in der Bundesliga in der letzten Saison überzeugt

  • Er könnte bei der WM zu einem Star des Turniers werden

Köln – Schon jetzt hat Alfred Finnbogason WM-Geschichte geschrieben. Der Stürmer des FC Augsburg hat den ersten Treffer für Island bei einer Weltmeisterschaft erzielt. Für ihn könnte es ein großes Turnier werden.

Wieder einmal mehr bewies Alfred Finnbogason den Instinkt eines richtigen Torjägers, als er im Gewühl des argentinischen Strafraums genau richtig stand – und aus sechs Metern zum 1:1 vollstreckte – gleichzeitig auch der Endstand in einer Partie bei dem seine Elf als klarer Außenseiter galt. "Es ging alles sehr schnell, ich hatte keine Zeit, um zu denken. Wenn man nicht denkt, dann passieren gute Sachen", erklärte er hinterher

Video: Finnbogason rechtzeitig in WM-Form

Etwas mehr als 300.000 Einwohner hat Island – ungefähr so viel wie die Stadt Augsburg – und trotzdem konnte die Mannschaft den Weltstars um Lionel Messi, Sergio Agüero und Co. Paroli bieten. Finnbogason sagt: "Es war vergleichbar mit dem ersten Spiel bei der Europameisterschaft 2016 gegen Cristiano Ronaldo und Portugal. Wir haben es damals auch geschafft, den Gegner 90 Minuten lang zu frustrieren und einen Punkt mitzunehmen."

22 Bundesliga-Tore in 49 Spielen

Finnbogason nimmt inzwischen einen weit wichtigen Part als 2016 ein, als er nur Ergänzungsspieler war. Der Augsburger hat sich seinen Stammplatz im Sturmzentrum auch dank seiner Leistungen in der Bundesliga erarbeitet. Zwölf Tore erzielte er in der vergangenen Saison. Insgesamt kommt der Isländer in 49 Spielen auf 22 Bundesliga-Tore. Eine beachtliche Quote. Finnbogason besticht durch seinen Antritt, sein Kopfballspiel und seine Vollstrecker-Qualitäten, hat dabei aber auch stets das Auge für seine Mitspieler.

"Wenn man nicht denkt, dann passieren gute Sachen" Alfred Finnbogason

Vor zwei Monaten stand die WM-Teilnahme aber noch auf Messers Schneide. Eine zähe Wadenverletzung verbannte Finnbogason ab Anfang Februar für zehn Bundesliga Partien zum Zuschauen. Doch gleich bei seinem Comeback gegen Mainz, meldete sich der Angreifer mit einem Tor und einer Vorlage zurück – um sich gerade rechtzeitig in WM-Form zu präsentieren.

© imago / Imaginechina

Nun warten mit Kroatien und Nigeria zwei weitere starke Gegner auf Island. Doch wer gegen einen Top-Favoriten wie Argentinien punktet, kann sich berechtige Hoffnungen auf das Achtelfinale machen. Was gerade bei Island – getragen von der Euphorie der eigenen Fans und der Sympathien der WM-Zuschauer – möglich ist, hat die EM 2016 gezeigt. Damals stieß die Mannschaft völlig überraschend bis ins Viertelfinale vor.

Ein ähnliches Abschneiden, das hat das Auftaktspiel gezeigt, ist auch bei dieser WM möglich. Und warum sollte Vollstrecker Alfred Finnbogason nicht zu einem der Stars dieses Turniers werden?

Karol Herrmann