Nach seiner aktiven Karriere war Alexander Rosen zunächst sportlicher Leiter des TSG-Nachwuchsleistungszentrums
Nach seiner aktiven Karriere war Alexander Rosen zunächst sportlicher Leiter des TSG-Nachwuchsleistungszentrums
Bundesliga

Alexander Rosen: "Wir brauchen Transferüberschüsse"

Dies ist der zweite Teil des Interviews mit dem Direktor Profifußball der TSG 1899 Hoffenheim. Zum ersten Teil des Gesprächs mit Alexander Rosen gelangen Sie hier.

"Waren erste Mannschaft aus Deutschland in Indien"

bundesliga.de: In der vergangenen Runde gab es Probleme auf der Mittelstürmerposition, weil in Adam Szalai, Anthony Modeste und Sven Schipplock drei Spieler um eine Position gestritten haben. Modeste ging nach Köln, für ihn kam Uth – besteht das Problem nicht noch immer?

Rosen: Uth ist wie Volland ein variabler Spieler, beide können außen, hängend, oder ganz vorne Spielen. Die Situation, dass wir vorne drei Spieler für eine Position haben, besteht so nicht mehr. Und ganz ehrlich: Anthony Modeste hatte sich vor Beginn der letzten Saison schon von der Mannschaft verabschiedet, sein Wechsel zu Lokomotive Moskau ist aber dann im letzten Moment doch noch geplatzt. Die Situation war also nicht so gewollt.

bundesliga.de: Mäzen Dietmar Hopp erklärte jüngst im Bundesliga-Magazin, er sähe es schon irgendwann gerne, wenn die TSG international spielte. Könnte man das als Druck interpretieren?

Rosen: Es ist natürlich ein Ehrgeiz, ein Traum, das hier zu schaffen. Aber das wird uns von Herrn Hopp ja nicht oktroyiert. Er möchte die TSG vor allem langfristig auf stabilen Beinen sehen. Es gibt klare Vorgaben, was das Wirtschaften angeht, und da haben wir natürlich unsere Grenzen.

bundesliga.de: Sie haben gerade 41 Millionen Euro für den Transfer von Firmino nach Liverpool kassiert, der Rekordtransfer in der Bundesligageschichte.

Rosen: Wir haben in der Transferperiode 2014/15 bereits in eine nachhaltige Entwicklung vorinvestiert. Eine Maßgabe war es, dass wir uns dann künftig mit Transferüberschüssen schwarze Zahlen erarbeiten müssen. Wir haben durch die Investitionen von Dietmar Hopp auch eine außerordentliche Infrastruktur erhalten, dafür sind wir jeden Tag dankbar. Den Geschäftsbetrieb wollen wir in Zukunft selbstragend finanzieren. Wir sind dabei auf einem guten Weg und legen im Merchandising, im Sponsoring, bei der Logenauslastung im Stadion und im Ticketverkauf mit endlich wieder mehr als 15 000 abgesetzten Dauerkarten beständig zu. Das sind kleine Schritte, mit denen alleine wir die Mannschaft aber nicht finanzieren könnten. Wir brauchen also Transferüberschüsse. Und um die wirtschaftliche Balance zu halten, werden wir unseren Lizenzspieler-Etat von ungefähr 38 Millionen Euro in der vergangenen Saison noch einmal reduzieren müssen.