Köln – Eine lange Eingewöhnungszeit brauchte Alexander Isak in seiner noch jungen Karriere bislang nicht. Bereits mit 16 Jahren, fünf Monaten und sieben Tagen kam der Neuzugang von Borussia Dortmund im Februar 2016 für den schwedischen Spitzenclub AIK Solna zu seinem Profidebüt. Im Pokal wurde der Mittelstürmer in der 75. Minute eingewechselt und wurde nur elf Minuten später zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte. Es war der Anfang eines rasanten Aufstiegs.

Anfang April lief der Stürmer mit eritreischen Wurzeln erstmals auch in der Liga auf und krönte sein Debüt ebenfalls mit einem Treffer. Danach war er fester Bestandteil des Profiteams und drehte gerade in der Endphase der schwedischen Liga, die im Jahresrhythmus spielt, richtig auf. Mit sechs Toren in den letzten acht Partien hatte er entscheidenden Anteil an der Vizemeisterschaft.

Eintrag in die Geschichtsbücher

Fast folgerichtig gab er am 8. Januar 2017 auch sein Debüt in der schwedischen A-Nationalmannschaft. Ausnahmsweise mal ohne Treffer. Das holte er vier Tage später bei seinem zweiten Einsatz nach. Isak brach damit einen 104 Jahre alten Rekord und ist nun der jüngste Torschütze der schwedischen Länderspielgeschichte. Kein Wunder, dass er in Schweden schon als der nächste Ibrahimovic gefeiert wird.

Noch sind die Schuhe vom schwedischen Superstar etwas groß für Isak, aber Parallelen in der Spielanlage sind nicht von der Hand zu weisen. Isak besitzt mit 1,90 Meter Gardemaß für einen Stoßstürmer, ist technisch aber dennoch enorm stark und kaum vom Ball zu trennen. Zudem besitzt er großes Tempo und startet immer wieder mutige Dribblings. Und eines hat er Ibrahimovic sogar voraus: "Big Zlatan" war bei seinem ersten Länderspieltreffer schon 20.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Wie der junge Ibrahimovic übertreibt er seine Alleingänge aber manchmal noch ein wenig und verpasst den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel. Auch sein Abschluss ist manchmal noch ein wenig überhastet, was völlig normal für einen Spieler ist, der am 21. September 2017 seinen 18. Geburtstag feiert.

Für den BVB dürfte Isak aber dennoch direkt wichtig werden – schließlich ist er nach dem Abgang von Adrian Ramos hinter Pierre-Emerick Aubameyang der einzige echte Mittelstürmer im Kader. Gerade, wenn die Borussia in Rückstand liegen sollte, wird Isaks Stunde schlagen. Nicht umsonst betonte Sportdirektor Michael Zorc: "Der BVB ist genauso wie der Spieler absolut überzeugt davon, dass dieser Transfer einer mit großer Perspektive ist."

Nur die Perspektive auf das nächste Rekordtor hat Alexander Isak nicht: Nuri Sahin war bei seinem Tordebüt für Dortmund noch jünger. Solange der Ball im Netz zappelt, wird Dortmunds neuer Rohdiamant das sicher verschmerzen können.

Florian Reinecke