Skurrile Situationen, bemerkenswerte Augenblicke und persönliche Schicksale im deutschen Profi-Fußball 2008.

Das waren die Top-Ereignisse im Monat OKTOBER:

Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH beschloss im Oktober, die signifikante 50+1-Regel beizubehalten, um die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga vor übernahmewilligen Investoren zu schützen. "Zeig' Rassismus die Rote Karte!" lautete am 8. Spieltag der Titel einer bundesweiten Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in allen 36 Stadien. Um die Stadionbesuche für Menschen mit Behinderung zu optimieren, wurde Ende Oktober das zweite bundesweite Treffen der Behindertenfanbeauftragten abgehalten. Zudem gab die DFL bekannt, dass die Bundesligarechte zukünftig in weitere 22 Länder verkauft werden. Damit ist die Bundesliga mittlerweile in 130 Ländern rund um den Globus zu sehen.

Der Oktober begann für die Nationalmannschaft mit einem Quali-Sieg über Russland noch recht golden. Nur Kevin Kuranyi wollte nicht teilhaben. Aktive Abschiedsgedanken hatte auch Torsten Frings. Und von da an wurde abseits des Platzes verbal gegrätscht. Bundestrainer Jogi Löw konterte Attacken von Michael Ballack, bis man sich entschied, dass Ganze mal in einem Vier-Augen-Gespräch zu klären. Ballack kündigte bereits eine Entschuldigung an, die Löw erst einmal vorsichtig "registrierte". Während Torsten Fringseine Erklärung abgab, wartete Löw das Gespräch mit seinem Kapitän ab und entschied dann, dass sich nichts ändern werde: "Ballack bleibt mein Kapitän!" Und damit legte sich der herbstliche Spuk.

Bei den "Fohlen" in Mönchengladbach und der Alemannia in Aachen war einiges in Bewegung. Die Borussia gab zunächst die Trennung von Trainer Jos Luhukay bekannt. Aus dem Rückraum sprang Manager Christian Ziege in die Bresche und rauf auf den Trainerschemel. Eine Interimslösung, bis mit Hans Meyer der Wunschkandidat an den Niederrhein zurückgeholt wurde. Christian Ziege wurde Co-Trainer. In Aachen gab Sportdirektor Jörg Schmadtke bekannt, er wolle den Verein demnächst verlassen. Daraufhin gab der Verein bekannt, Schmadtkewerde den Verein schon bald verlassen. Das gleiche Schicksal traf auch "Löwen"-Stürmer Berkant Göktan. Allerdings kündigte ihm der TSV 1860 München aus anderen Gründen fristlos.

Der HSV wurde Ende Oktober von der Tabellenspitze gestürzt. Doch nicht etwa standesgemäß von den Bayern oder dem Rivalen von der Weser. Hoffenheim eroberte sich erstmals den Platz an der Sonne. "Soll ich jetzt auf den Tischen tanzen?", raunzte Ralf Rangnick jedem entgegen, der Anstalten machte, diese Tatsache außergewöhnlich zu finden. Immerhin konnte sich der Erfolgs-Trainer doch noch zu der Feststellung durchringen, dass der Aufsteiger nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben werde, "wenn sich keine Naturkatastrophen ereignen." Die letzte liegt rund 100.000 Jahre zurück. Damals wurde der Kraichgau von Gletschern überwälzt, gegen die sich wohl selbst Hoffenheim keine entsprechende Rasenheizung leisten könnte.