Köln - Am Dienstagmittag hat der 1. FC Köln seinen neuen Cheftrainer Holger Stanislawski bei einer Pressekonferenz im RheinEnergieStadion der Öffentlichkeit vorgestellt. Zusammen mit Vize-Präsident Toni Schumacher und Claus Horstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, informierte der 42-Jährige über das Zustandekommen der Zusammenarbeit und gab einen Ausblick auf die Aufgaben, die es nun im Team zu bewältigen gilt.

"Wir freuen uns sehr, Ihnen Holger Stanislawski als neuen Cheftrainer des 1. FC Köln präsentieren zu dürfen", eröffnete Schumacher die Pressekonferenz: "Es gab einen Kreis von Kandidaten, wir haben sehr viele Gespräche geführt. Holger Stanislawski war unser Top-Favorit auf den Posten des Cheftrainers."

Stanislawski habe bereits bewiesen, dass er weiß, wie man aufsteigt und eine Mannschaft mit Disziplin und Charakter formt. Es ginge nun darum, ein Team auf- und Nachwuchsspieler in die Mannschaft einzubauen. Nach zahlreichen Gesprächen, auch mit der sportlichen Leitung um Frank Schaefer, habe man sich schließlich auf eine Zusammenarbeit geeinigt. "Wir wollen zusammen einen Neuanfang beim 1. FC Köln gestalten", sagte Schumacher.

"Geißböcke" im Umbruch



Claus Horstmann betonte, dass die Planungen mit Stanislawski mittelfristig angelegt seien, die Vertragsdauer betrage daher mindestens zwei Jahre. "Holger Stanislawski und sein Team Andre Trulsen und Klaus-Peter Nemet sind ein großer Gewinn für den 1. FC Köln", so Horstmann. "Den ersten Kontakt gab es im April, er ist seitdem nicht abgerissen. Es spricht für Stani, dass er keinen Schnellschuss getätigt hat, sondern sich sehr intensiv mit dem FC beschäftigt hat, bevor er seine Zusage zur Zusammenarbeit gegeben hat."

Auch Horstmann betonte, dass der Club nun verstärkt auf den Nachwuchs setzen wolle. "Vom Etat her befinden wir uns im oberen Drittel der 2. Bundesliga. Wir müssen den Spagat zwischen wirtschaftlicher Konsolidierung und sportlichem Umbruch schaffen."

"Unglaublich spannendes Projekt"



"Wir freuen uns sehr, dass man uns diese Aufgabe zutraut", erklärte Stanislawski, auch stellvertretend für seine Assistenztrainer Nemet und Trulsen: "Wir verstehen uns als Teamplayer." Der Ex-Profi weiter: "Natürlich übernehmen wir nach dem Abstieg hier keine leichte Aufgabe beim 1. FC Köln. Aber entscheidend ist, dass man wieder aufsteht und nach vorne schaut."

Es gebe nun die Chance, einen Umbruch einzuleiten, der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben und junge Spieler einzubauen. "Natürlich können wir nicht mit elf A-Jugendlichen spielen, aber wir müssen den Talenten unser Vertrauen schenken", so Stanislawski. "Die Stadt und der Club haben eine unglaubliche Wucht. Das ist ein unglaublich spannendes Projekt."

Stanislawski hat viel vor



Anschließend gab Stanislawski auch schon einen Einblick darin, wie seine Vorstellung der fußballerischen Ausrichtung der "Geißböcke" aussehen soll: "Wir wollen mit hoher Geschwindigkeit und Aggressivität spielen. Dabei wollen wir immer aktiv und offensiv ausgerichtet sein." Dass hierzu eine perfekte Vorbereitung und Einstellung eines jeden einzelnen nötig sei, unterstrich der neue Cheftrainer. "So viel ist klar: Manche Tage in der Vorbereitung auf die Saison werden nicht die glücklichsten Tage der Spieler sein. Meine Assistenztrainer und ich kümmern uns auch um die Konditionsarbeit. Wir werden vorleben, was es bedeutet, ein Team zu sein. Die Spieler müssen sich vor Augen führen, dass sie eine Verpflichtung gegenüber den Kollegen, dem Club und den Fans haben."

Vorrangig seien ab sofort die Planungen zur neuen Saison. Die Spiele der U-21- und U-19-Mannschaft werden in den kommenden Tagen beobachtet, Gespräche mit Spielern und Beratern geführt. "Wir müssen schauen, dass es wirtschaftlich, fußballerisch und charakterlich zusammenpasst. Ich werde aber nie öffentlich über Namen sprechen. Sobald etwas fix ist, werden wir es über unserer Vereinsmedien kommunizieren", unterstrich Stanislawski, der zum Abschluss der Pressekonferenz betonte: "Wir werden jetzt die Ärmel hochkrempeln, Gas geben und Taten folgen lassen."