Köln - Mit acht Punkten aus den letzten fünf Spielen hat sich der SC Freiburg im Abstiegskampf ein bisschen Luft verschafft. Vier Spieltage vor Saisonende stehen die Breisgauer auf Platz 14, haben allerdings nur zwei Punkte Vorsprung auf den nächsten Gegner, den SC Paderborn 07, der auf einem direkten Abstiegsplatz rangiert.

Vor dem richtungsweisenden Kellerduell (ab 15:00 Uhr im Liveticker) spricht Freiburgs Stürmer Admir Mehmedi im Interview mit bundesliga.de über die Vorteile des SC Freiburg, den Zusammenhalt im Team und den kommenden Gegner.

bundesliga.de: Admir Mehmedi, der Sport-Club hat am letzten Spieltag beim VfB Stuttgart einen 0:2-Pausenrückstand gedreht und noch ein Unentschieden geholt. Was sagt das über die augenblickliche Verfassung der Mannschaft aus?

Admir Mehmedi: Dass sie intakt ist. Wir haben zugegebenermaßen eine schlechte erste Halbzeit gezeigt, aber mit einer guten Leistung in der zweiten Hälfte einen extrem wichtigen Punkt geholt und Moral bewiesen. Wie wichtig das jetzt für den Klassenerhalt war, sehen wir die nächsten Spieltage,

"Wir haben es selbst in der Hand"

bundesliga.de: Wenn Sie sich den letzten Spieltag anschauen: die Konkurrenten Paderborn und Stuttgart konnten eine 2:0-Führung nicht ins Ziel bringen, Freiburg dagegen ein tolles Comeback feiern. Sehen Sie sich auch psychologisch ein bisschen im Vorteil und auch als Gewinner des letzten Spieltages?

Mehmedi: Ob man mit einem Unentschieden zu den Gewinnern zählt, weiß ich nicht. Fakt ist aber, dass uns der Punktgewinn in Stuttgart vermutlich mehr gefreut haben dürfte als den VfB, dessen Abstand zu uns gleich geblieben ist. Vermutlich können wir alles erst am Saisonende einschätzen, wenn es um die Wichtigkeit einzelner Punkte geht.

bundesliga.de: Waren Sie und die Mannschaft überrascht über die Aussagen des Trainers nach dem Spiel, der alle Schuld für die schlechte erste Halbzeit beim VfB auf sich nahm? Hatte er recht? Hat das Mannschaft und Trainer noch mehr zusammengeschweißt?

Mehmedi: Wir sind generell ein Team, in dem jeder gefordert ist, die Fehler auch bei sich selbst zu suchen und nicht nur beim Nebenmann. Das zeichnet uns aus. Toll, dass der Trainer so verantwortungsvoll voran schreitet, ich hätte aber auch verstanden, wenn er uns scharf kritisiert hätte.

"Ein Endspiel in Hannover ist nicht auszuschließen"

bundesliga.de:Freiburg steht auf Platz 14 und hat zwei Punkte und 17 Tore Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wie bewerten Sie die Ausgangsposition vor den letzten vier Bundesliga-Spielen?

Mehmedi:
Sie ist sicher so, dass jeder von uns weiß, dass der Abstiegskampf andauert und keiner auch nur eine Sekunde daran denken soll, das diese Situation günstig ist, wie man das vielleicht hin und wieder eingeredet bekommt. Fakt ist, dass wir noch vier Spiele haben, von denen jedes enorm wichtig ist, bis auf die Partie gegen Bayern geht es auch nur gegen Tabellennachbarn. Da kann noch richtig viel passieren, wir haben es aber auch selbst in der Hand, dass es gut ausgeht.

bundesliga.de:
Wie gut tut es der Mannschaft, einen Knipser wie Nils Petersen im Sturmzentrum zu haben? Kann er den Unterschied zur Hinrunde ausmachen?

Mehmedi:
Ob einer allein den Unterschied zur Hinrunde ausmachen kann, weiß ich nicht. Wir mussten uns alle steigern, um die Spiele ausgeglichener zu gestalten, aber Nils hilft uns dabei sehr.

bundesliga.de: Wie harmonieren Sie mit ihm, wie läuft das Zusammenspiel?

Mehmedi: Es läuft gut, aber wir hatten nicht allzu viele gemeinsame Spiele bisher. Von daher müssen wir immer darauf eingestellt, in unterschiedlichen Konstellationen auf den Platz zu gehen und zu harmonieren.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie den kommenden Gegner SC Paderborn ein? Wo liegt der Schlüssel zum Sieg?

Mehmedi: Paderborn ist ein engagiertes Team mit vielfältigen Spielertypen. Wir müssen diesmal 90 Minuten hellwach sein und unsere Chance darin suchen, dass wir alles auf den Platz bringen, aber zugleich auch stabil stehen.

bundesliga.de: Wie groß ist die Gefahr, dass es am letzten Spieltag zu einem echten Endspiel in Hannover kommen könnte?

Mehmedi: Das ist nicht auszuschließen, aber wir versuchen, den Klassenerhalt so früh wie möglich sicherzustellen. Und ich bin sicher, dass wir es schaffen werden.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski