Leverkusen - Die Comebacker aus Leverkusen haben wieder zugeschlagen. Wie schon am Dienstag in der Champions League gegen den AS Rom bog die Werkself auch diesmal wieder einen scheinbar aussichtslosen Rückstand um. Dem 4:4-Spektakel gegen die Römer ließ Bayer 04 Leverkusen nun ein 4:3 gegen den VfB Stuttgart folgen, der nach 69 Minuten bei einer 3:1-Führung noch wie der sichere Sieger aussah.

Und wie schon gegen Rom war es auch gegen die Schwaben Admir Mehmedi vorbehalten, den letzten Treffer der Partie zu markieren. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 24-Jährige über die beiden verrückten Spiele, die tolle Moral der Mannschaft und seine Rolle im Leverkusner Offensiv-Quartett.

Fehler analysieren und vermeiden

bundesliga.de: Admir Mehmedi, Glückwunsch zum 4:3-Sieg gegen den VfB Stuttgart und Ihrem Siegtor. Bayer 04 scheint in dieser Woche auf die dramatsichen Spiele spezialisiert zu sein?

Admir Mehmedi: In Zukunft wollen wir aber so dramatische Spieler lieber vermeiden. Für einen Fan von Bayer 04 ist es sicher schöner, wenn er nicht so zittern muss. Der Sieg war wichtig für die Moral der Mannschaft. Wir sind nach dem 0:2- und 1:3-Rückstand sehr gut zurückgekommen. Aber wir müssen jetzt die Fehler, die wir auch diesmal wieder gemacht und die zu den Gegentoren geführt haben, anaylsieren und in Zukunft vermeiden.

bundesliga.de: Sie sind bei Bayer 04 in dieser Woche der Mann der späten Tore. Erst das 4:4 kurz vor Schluss gegen den AS Rom in der Champions League, jetzt der Siegtreffer drei Minuten vor dem Abpfiff. Sind Sie richtig in Leverkusen angekommen?

Mehmedi: Ich habe auch die Wochen zuvor schon gute Arbeit geleistet. Aber ich habe nicht so viele Einsätze in der Startelf bekommen. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute wieder einmal von Anfang an spielen durfte. Ich bin auf dem richtigen Weg. Und so muss das auch weitergehen. Ich muss tagtäglich mein Spiel noch mehr verbessern.

"Muss Konstanz in meine Leistung bringen"

bundesliga.de: Sie haben beim letzten Pflichtspielsieg von Leverkusen in Bremen in der Startelf gestanden und heute nun erstmals wieder. Mit anderen Worten: Wenn Sie in der Startelf stehen, gewinnt Bayer 04 seine Spiele. Ist das ein Wink an den Trainer?

Mehmedi: Natürlich war ich enttäuscht, als ich zuletzt nicht von Anfang an gespielt habe. Jeder Spieler will spielen, der Trainer kann aber leider nur elf aufstellen. Ich habe immer versucht, an mir zu arbeiten. Heute bin ich glücklich. Jetzt ist wichtig, dass ich eine Konstanz in meine Leistung bringe und Woche für Woche so spiele.

bundesliga.de: Gegen Stuttgart stand mit Ihnen, Stefan Kießling, Chicharito, Julian Brandt und später Karim Bellarabi fast die komplette Abteilung Attacke von Leverkusen auf dem Platz. Welche Rolle spielen Sie in diesem Offensivquartett?

Mehmedi: Ich bin ein gelernter offensiver Mittelfeldspieler. Ich würde mich nicht als Stoßstürmer bezeichnen. Heute ging das sehr gut auf. Aber wir müssen uns wie gesagt als Mannschaft noch defensiv verbessern.

 "Wir können es also"

bundesliga.de: Was ist in der Mannschaft nach dem 1:3 passiert, dass noch einmal so ein Ruck durch sie ging?

Mehmedi: Wir haben immer an uns geglaubt. Wir hatten schon in der ersten Halbzeit unsere Torchancen. Aber wir haben es da noch nicht geschafft, sie in Tore umzuwandeln. Wichtig ist, dass wir niemals aufgeben. Ich bin überglücklich, dass es bei uns heute auch in der Bundesliga mit dem Toreschießen geklappt hat. Wir haben wieder viermal getroffen, das ist ja der Wahnsinn. Wir können es also.

bundesliga: Wie wichtig war der Sieg, um in der Bundesliga auf Tuchfühlung mit der Tabellenspitze zu bleiben?

Mehmedi: Wir haben uns in der Tabelle verbessert. Aber es fehlen uns immer noch einige Punkte, die wir in den letzten Spielen liegen gelassen haben. Ich denke aber, wir sind jetzt auf dem richtigen Weg.

"Da müssen wir Vollgas geben"

bundesliga.de: Wird die Partie in Wolfsburg am kommenden Wochenende bereits ein richtungsweisendes Spiel?

Mehmedi: Überhaupt nicht. Wir müssen uns jetzt aber erst einmal auf den Pokal und unser Spiel am Mittwoch bei Viktoria Köln konzentrieren. Da müssen wir Vollgas geben. Danach gucken wir auf Wolfsburg.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski