Zusammenfassung

  • Achraf Hakimi durchlief alle Jugendmannschaften bei Real Madrid

  • Bei Borussia Dortmund will der junge Rechtsverteidiger den nächsten Schritt in seiner Karriere machen

  • Der in Spanien geborene Marokkaner gilt als eines der größten Abwehrtalente der Welt

Köln – Talentierte Außenverteidiger sind international ein rares Gut. Für keine Position wird wohl derart nach neuen, hungrigen Spieler gesucht wie für die Flügelpositionen in den Abwehrketten. Nicht nur deshalb kann sich Borussia Dortmund glücklich schätzen, Achraf Hakimi für zwei Jahre von Real Madrid ausgeliehen zu haben. Der marokkanische Nationalspieler gilt nämlich als eins der größten Juwele auf den defensiven Außenbahnen. bundesliga.de nennt fünf Dinge, die man über die neue BVB-Hoffnung wissen sollte!

Ein waschechter "Königlicher"

Bereits im Alter von acht Jahren wechselt Hakimi in "La fabrica", die Jugendabteilung von Real Madrid. Bei den "Königlichen" reifte der Sohn marokkanischer Eltern schnell zu einem hoffnungsvollen Talent heran, schaffte schon mit 18 den Sprung in Reals Reservemannschaft. Die Karriere des pfeilschnellen Außenverteidigers ging rasant weiter: 2017 wird Hakimi ins Profiteam befördert, ist als Backup für Dani Carvajal eingeplant. "Ich habe immer davon geträumt, für einen solch großen Club wie Real zu spielen", gibt er zu Protokoll.

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Und der wird alsbald in Erfüllung gehen: Anfang Oktober debütiert er für Real beim 2:0-Heimsieg über Espanyol Barcelona, ist Teil der erfolgreichen Champions-League-Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo und erzielt sogar zwei Treffer in der spanischen Liga. "Achraf ist ein großartiger Junge, sehr lernwillig und mit viel Potenzial", ist Dani Carvajal, der Platzhirsch auf der rechten Defensivposition bei Real, voll des Lobes über seinen jungen Herausforderer.

Halb Spanier, halb Marokkaner

Obwohl in Getafe, einem Madrider Vorort, geboren und dort aufgewachsen, ist Hakimi international für Marokko unterwegs. Das hat einen ziemlich simplen Grund: Die Eltern des talentierten Youngsters, bei Real stets "Arra" gerufen, stammen beide aus dem nordafrikanischen Staat, der für den Außenverteidiger ein Stückchen Heimat geblieben ist.  Regelmäßige Besuche in Marokko sind bei Hakimi an der Tagesordnung, das Herz schlägt klar für die "Atlaslöwen".

Daher stand für den Rechtsfuß nie infrage, dass er für das Heimatland seiner Eltern spielen wird, obwohl er auch beim spanischen Verband hoch im Kurs stand. "Ich wollte immer für Marokko spielen, auch schon in der Jugend. Ich bin stolz, mein Land vertreten zu dürfen", so Hakimi. Auch in Marokko sind die Fußballfans stolz auf ihren "Arra", dem ersten Marokkaner im Starensemble von Real Madrid.

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"Achraf ist ein großartiger Junge, sehr lernwillig und mit viel Potenzial" Real-Verteidiger Dani Carvajal

International erfahren

Trotz seines jungen Alters kann der Abwehrspieler bereits auf einige Meilensteine zurückblicken: Nur wenige Wochen nach seinem Profidebüt in der spanischen Liga steht Hakimi in der Champions League im Fokus – seine Startelfpremiere gegen Tottenham bringt dem offensivstarken Außenverteidiger beste Kritiken ein, selbst die gewohnt kritischen Real-Fans im Estadio Santiago Bernabéu sind begeistert von ihrem Eigengewächs. Auch im Rückspiel 14 Tage später beginnt Hakimi und kann trotz der 1:3-Niederlage bei den "Spurs" überzeugen.

Das gilt auch für seine Auftritte im Nationalteam: Sein Debüt beim 4:0-Testspielsieg gegen Kanada im November 2016 folgen wichtige Partien in der letztlich erfolgreichen WM-Qualifikation der "Atlaslöwen". Auch bei der WM-Endrunde macht Hakimi, obwohl als Linksverteidiger eingesetzt, eine tolle Figur, kann aber das vorzeitige Aus seines Teams in der Gruppenphase nicht verhindern.

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Flexibel einsetzbar

Die starken Leistungen bei der WM-Endrunde in Russland zeigen: Hakimi weiß nicht nur als Rechtsverteidiger zu überzeugen, sondern ist auch links in der Abwehrkette nicht zu verachten. Selbstbewusst, offensiv denkend und schnell: Der marokkanische Abwehrspieler verkörpert den modernen Typus auf der defensiven Außenbahn. Kaum verwunderlich anhand seiner Qualitäten, dass Zinedine Zidane als Real-Trainer große Stücke auf den Jungspund hielt.

Um seine Entwicklung fortzusetzen, so betonte der ehemalige Weltklassespieler, müsse Hakimi nun 20 bis 25 Spiele pro Saison machen. Das dürfte in Dortmund das Ziel des äußerst talentierten Außenverteidigers sein – für zwei Jahre schlägt "Arra" seine Zelte beim BVB auf und will sich in Schwarzgelb auch für ein weiteres Engagement bei seinen "Königlichen" empfehlen.

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"Ich wollte immer für Marokko spielen, auch schon in der Jugend. Ich bin stolz, mein Land vertreten zu dürfen" Achraf Hakimi

Auf den Spuren seines Vorbilds Carvajal

Damit tritt Hakimi ausgerechnet in die Fußstapfen des Madrider Platzhirsches, der aktuell bei Real den Stammplatz auf der rechten Defensivseite beansprucht: Dani Carvajal war 2012/13 für eine Saison bei Bayer 04 Leverkusen in der Bundesliga unterwegs, überzeugte in 32 Spielen für die "Werkself" derart, dass Real ihn nach nur einem Jahr wieder zurückbeorderten. Ein lehrreiches Jahr für den Rechtsverteidiger, der im Rheinland gerade im Defensivverhalten einen großen Sprung nach vorne machte.

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Eine Hoffnung, die auch Hakimi, dessen Spielweise immer wieder mit der des spanischen Nationalspielers verglichen wird, antreiben dürfte. Carvajal ist sein Vorbild –  wie Hakimi stammt er aus Reals Jugend. Bei Borussia Dortmund, das mit Lucien Favre einen Trainer verpflichtet hat, der Spieler weiterentwickeln kann, will der junge Verteidiger wie sein Idol in der Bundesliga den nächsten Schritt machen.

Thomas Reinscheid