Der SC Freiburg will das Lebenswerk seines am Sonntag verstorbenen Präsidenten Achim Stocker fortführen. "Achim Stocker war der Verein", sagte Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon und unterstrich damit die Bedeutung von Stocker für den Bundesligisten, der Beileidsbekundungen aus ganz Deutschland erhielt.

Mit großer Trauer hat der Ligaverband den Tod von Achim Stocker zur Kenntnis genommen. "Sein Tod hat die Bundesliga tief betroffen gemacht. Achim Stocker hat als Persönlichkeit nicht nur den SC Freiburg, sondern den gesamten Profi-Fußball bereichert. Sein Name wird für immer mit den Erfolgen seines Clubs in Verbindung stehen. Die Bundesliga wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren", erklärt Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball.

Fußballschule trägt seinen Namen

Auch in Freiburg herrschte tiefe Trauer, doch der Sport-Club muss auch sehen, wie er das Vakuum nach dem Tod von Stocker ausfüllt. Möglich ist, dass der bisherige Vize Fritz Keller zu Stockers Nachfolger aufsteigt. Stocker hinterlässt einen intakten Verein. Als seine letzte Amtshandlung hat er den Vertrag von Trainer Robin Dutt vorzeitig bis 30. Juni 2012 verlängert.

Zudem wird über den Neu- oder Umbau des Stadions nachgedacht. In der Vergangenheit hatten sich die Breisgauer gegen einen Ausbau des Stadions entschieden und stattdessen Geld in den Aufbau der Sport-Club-Fußballschule investiert.

Schon zu Lebzeiten war Stockers Arbeit gewürdigt worden. Zum Jubiläum des 100-jährigen Bestehens des Vereins 2004 war die damals gegründete Stiftung zur Nachwuchsförderung in der Freiburger Fußballschule "Achim-Stocker-Stiftung Freiburger Fußballschule" genannt worden.

Zwanziger: "Auf sein Wort war Verlass"

Alle Gedanken zur Zukunft des Sport-Clubs gerieten bei der Trauer um Stocker aber zunächst zur Nebensache. "Achim Stocker hat unserem Verein sein Herz geschenkt. Er wird in unseren Herzen wie in den Herzen aller SC-Fans für immer seinen Platz behalten", verkündete der Club in einer auf der Pressekonferenz nach dem 0:1 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim verlesenen Erklärung.

Als einer der ersten bekundete DFB-Präsident Theo Zwanziger sein Beileid. "Achim Stocker war ein hochkompetenter Mann, der sich über Jahrzehnte in vorbildlicher Manier für seinen Verein engagiert und Großartiges erreicht hat. Er verfolgte stets eine klare Linie, und auf sein Wort war immer Verlass", erklärte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Bundestrainer Joachim Löw, ein Freund von Stocker, saß am Sonntag geschockt im Stadion. Manager Uli Hoeneß vom deutschen Rekordmeister Bayern München erklärte bei "Sky": "So sympathisch wie der SC rüberkommt, so sympathisch war Achim Stocker. Ich habe ihn als tollen Präsidenten kennengelernt, der noch hemdsärmlig im VIP-Raum die Brötchen geschmiert hat, als es dem Club noch nicht so gut ging."

Aufstiegsfeier 2009 im Stadion

Stocker war am Sonntag während der 0:1-Niederlage des SC in der Uni-Klinik fünf Kilometer vom Stadion entfernt im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben, den er eine Woche zuvor erlitten hatte. Stocker hatte die Geschicke der Breisgauer seit 1972 bestimmt und war der dienstälteste Clubchef im deutschen Profifußball.

Die Trauerfeier wird am Freitag, den 6. November um 11 Uhr im badenova-Stadion stattfinden. Neben der Familie, den Vereinsvertretern und geladenen Gästen sind auch die Mitglieder und Fans des SC Freiburg eingeladen, an der Trauerfeier teilzunehmen. Die anschließende Beisetzung findet dann im engsten Kreis und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.