München - Wenn am Sonntag der FC St. Pauli und der VfB Stuttgart aufeinandertreffen, kommt es zu einem echten "Sechs-Punkte-Spiel" im Abstiegskampf. Nur drei Zähler hat St. Pauli noch Vorsprung auf den VfB, der nach 25 Spieltagen den Relegationsplatz inne hat. Die Schwaben kommen dabei mit mächtig Rückenwind an die Elbe, da sie erstmals in dieser Spielzeit zwei Spiele in Folge gewonnen haben. Das Gegenteil ist bei den "Kiezkickern" der Fall, die die letzten drei Partien allesamt verloren haben (ab 17 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Den bitteren Niederlagen, unter anderem einem 0:5 gegen Nürnberg am letzten Wochenende, will der Trainer der Hanseaten nicht zuviel Gewicht zusprechen: "Es ist nie angenehm, drei Spiele hintereinander zu verlieren, aber solche Phasen kennen wir aus der Zweiten Liga. Gerade während und kurz nach englischen Wochen fällt es schwer, die Konzentration aufrechtzuhalten. Die Jungs haben in Nürnberg hinten zwar viele Bälle abgeholt, nach jedem Ballgewinn haben wir aber spätestens nach der zweiten Situation wieder dem Gegner in die Beine gespielt. Es darf uns auch nicht mehr passieren, dass gegnerische Stürmer aggressiver vorgehen als unsere Verteidiger", meinte Holger Stanislawski.

Mit Fabio Morena (Fußbruch), Bastian Oczipka (Knöchelbruch), Carsten Rothenbach (Patellasehnenbeschwerden), Carlos Zambrano (Sehnenabriss im Oberschenkel) fehlen St. Pauli allerdings gleich vier gestandene Abwehrspieler, dazu muss Antreiber Matthias Lehmann wegen der 5. Gelben Karte aussetzen.

Seinem Stuttgarter Pendant bringt Stanislawski Respekt entgegen: "Bruno Labbadia steht in Stuttgart eine gute Mannschaft zur Verfügung, die einfach einen schlechten Start erwischt hat. Vom Kader her hat der VfB die Qualität für einen Europa-League-Platz. Hätte, Wenn und Aber zählen diesmal nicht: Wir stehen drei Punkte vor Stuttgart und wollen den Abstand am Sonntag vergrößern."

Boulahrouz fällt aus

Die Stuttgarter wollen sich von den jüngsten Erfolgen nicht blenden lassen und sind weiterhin auf harten Abstiegskampf eingestellt. "Wir wissen, um was es geht. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge wollen wir nachlegen. Das Trainerteam hat unter der Woche alles dafür getan, dass die Mannschaft mit der richtigen Einstellung ans Millerntor fährt", sagte Sportdirektor Fredi Bobic. "Jedem Spieler ist klar, dass dies kein Selbstläufer wird. Unser Ziel ist ganz klar, in St. Pauli ein Ausrufezeichen zu setzen."

Schon vor der Abreise nach Hamburg stand fest, dass Bruno Labbadia gegen den Aufsteiger seine Mannschaft auf einer Position verändern muss. Khalid Boulahrouz, der beim 1:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Sonntag nach der ersten Halbzeit angeschlagen ausgewechselt werden musste, fehlt nach wie vor aufgrund von Adduktorenproblemen. Die Optionen für die rechte Verteidigerposition heißen Christian Träsch und Stefano Celozzi. "Mit Ausnahme von Boulahrouz ist die Mannschaft, die gegen Schalke gespielt hat, fit", sagte Labbadia.